1998 - Frankreich

Reisezeit:

1998

Reiseroute:

Unser zweiter Motorradurlaub begann nicht mit dem Autoreisezug. Wir wollten die komplette Zeit mit dem Motorrad unterwegs sein. Die Anreise sollte zunächst über die Autobahn stattfinden und dann in Frankreich hauptsächlich auf den Landstraßen weitergehen.

1. Tag

Von Gelsenkirchen bis L´Isle-s-le-Doubs.

Distanz: 640 Kilometer.

Wir starteten am Freitagmittag. Die Motorräder waren nicht ganz so stark beladen, wie zur ersten Motorradreise. Im nachhinein muss ich aber feststellen, wir haben viel zu viele Dinge mitgenommen. Die Strecke bis L´Isle-s-le-Doubs war durch die Autobahnfahrt geprägt.

Kurz hinter Karlsruhe machten wir an einer Autobahnraststätte eine kleine Pause. Tanken und eine Kleinigkeit Essen, sowie einen Schluck Trinken waren angesagt. Die Maschine wurde vollgetankt, und zwar bis zum Anschlag. Als wir die Motorräder abgestellt hatten und unsere kleine Pause genossen, stellte ich fest, dass sich eine Flüssigkeit direkt unter dem Motorblock meines Motorrades ansammelte. Nach kurzer Prüfung konnte ich diese Flüssigkeit einordnen. Es war Benzin, das sich wohl durch den Überlauf des Tanks einen Weg nach draußen suchte. Zu meinem Erschrecken stellte ich fest, dass der Überlaufschlauch des Tanks in seiner Endposition so verlegt war, dass das Benzin direkt auf das heiße Auspuffrohr lief. Einen schönen Gruß an die Motorradwerkstatt, die daraufhin gewechselt habe. In Windeseile habe ich ein Papiertaschentuch zusammengeknüllt und das überlaufende Benzin damit abgefangen. Das hätte mir noch gefehlt, das mein schönes Motorrad hier abgefackelt wird. Nach diesem Schreck ging es dann schleunigst weiter, damit der Tank sich wieder entleert.

Wir fuhren bis Montbéliard und folgten dann dem Fluss Doubs bis L´Isle-s-le-Doubs. Hier machten wir Rast auf dem Campingplatz Camping Municipal les Lumes, der in dem kleinen Ort kaum zu verfehlen ist. Nach Ortseingang hält man sich links und überquert die Doubs. Nach der Brücke geht es dann sofort links ab in eine kleine Straße, die direkt zum Campingplatz führt. Der Platz ist klein, sauber und übersichtlich angelegt. Offensichtlich ist dieser Campingplatz ein beliebter Aufenthaltsort für Reisende in den Süden, denn die dort anwesenden Gäste hatten es sich zum größten Teil nur für eine Nacht bequem gemacht. Zu L´Isle-s-le-Doubs lässt sich nicht viel sagen. Ein kleiner Ort, den man schnell erkundet hat. Wir nahmen unser Abendessen in der Pizzeria ein und legten uns dann auch früh aufs Ohr.

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2. Tag

Von L´Isle-s-le-Doubs bis Aix-les-Baines.

Dinstanz: 330 Kilometer.

Am anderen Morgen war alles schnell wieder eingepackt und aufgeladen. Weiter ging es in Richtung Alpen, wir wollten schließlich in diesem Urlaub einige Col's abgrasen. Also kehrten wir auf die N83 zurück und hielten uns in Richtung Besancon. Wir folgten der N83 über Lons-le-Saunier bis nach Bourg-en-Bressè. In der Stadt der Brathähnchen wechselten wir auf die N75, wir wollten den Bergen ja ein Stück näher kommen. Ab Ambérieu-en-Burgey fuhren wir auf der N504 weiter. In Richtung Chambéry folgten wir dieser Straße und die Gegend wurde wieder interessanter. Bis Belley ist die Straße zwar nicht mit Kurven übersäht, aber es lässt sich zügig fahren und die ersten Hügel säumen die Straße. Die Nähe zu den Alpen wird spürbarer. Nach Durchfahrt eines Tunnels, der durch den Mont de la Charvaz führt, erreicht man den Lac du Bourget. Ein größerer See, umgeben von kleineren Bergen.

Der Ort Aix-le-Baines wurde angefahren und der Campingplatz Camping du Sierroz, ein kommunaler Campingplatz, wurde besichtigt und für gut befunden. Wir verbrachten hier die Nacht und lernten eine Biker kennen, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Sein Ziel waren die Pyrenäen ! Er war alleine unterwegs, da er niemanden gefunden hatte, der quer durch Deutschland und Frankreich, bis zur spanischen Grenze mitfahren wollte. Ich kann es verstehen, zumal sein Zeitbudget auch sehr eng gesteckt war.

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3. Tag

Von Aix-les-Baines nach Menée.

Heute sollte es losgehen, mit den Alpenpässen. Wir beluden unsere Maschinen und fuhren zunächst über Chambery auf die N90 in Richtung Albertville. Ab hier ging es weiter in Richtung Moutiers auf der N90 bis zum Dorf Freissons-s-Isére, hier wechselten wir auf die D94 um über den Col de Madeleine nach la Chambre zu fahren. Nachdem wir die Isére überquert hatten, sahen wir das Hinweisschild, dass der Pass noch gesperrt sein sollte. Aber unsere Erfahrung mit der Lässigkeit der Franzosen brachte uns zur Annahme, dass man vielleicht nur vergessen hatte, das Schild zu entfernen.

Also frischen Mutes und voller Optimismus begannen wir den Aufstieg zum ersten höheren Col. Die Straße war wirklich schön und führte über Almwiesen in die Höhe. Nach einigen Kilometern kam uns ein Biker entgegen, der mit Handzeichen unsere Aufmerksamkeit gewann. Wir hielten an und erfuhren von ihm, dass weiter oben kein Durchkommen sei. Wir bedankten uns für die Information und beschlossen trotzdem mal weiter zu fahren. Die Vegetation wurde immer kärger und wir konnten die Schneegrenze schon sehen. Aber die Kühe waren schon auf den Almen, so kalt konnte es ja eigentlich nicht mehr sein. Einige Kehren weiter hatten wir dann die Bestätigung, die Schneegrenze war erreicht und es gab wirklich kein Durchkommen. Die Straße bot zwar zunächst noch eine festgefahrene Schneedecke, die dann aber nach ca. 500 Metern vor einer Schneeverwehung endete. Wir haben es trotzdem nicht bereut, hier hoch gefahren zu sein. Die Abgeschiedenheit und Stille in dieser Höhe sind für mich, als Städter, immer ein besonderes Erlebnis. Wir machten also zuerst eine kleine Schneeballschlacht und genossen dann für eine kurze Weile die Stille der Natur.

Tja, dieser Pass war also nicht zu bezwingen. Also umgekehrt, die Kehren wieder heruntergefahren, zurück nach Albertville und auf der N90 in Richtung Chambery gefahren. In Montmélian blieben wir auf der N90 und fuhren nach Grenoble. Hier hielten wir uns auf der N85 bis Vizille und weiter bis kurz nach la Mure. Hier bogen wir rechts ab auf die D526 um den zweiten Anlauf für einen Col zu nehmen. Es sollte der Col Accarias sein, der auf unsere Befahrung wartete. Der war zwar nicht so hoch wie der Col de Madeleine, aber dafür gab es auch keinen Hinweis über eine bevorstehende Sperrung. Mit dem typischen Grinsen im Gesicht fuhren wir bergan und erreichten den Pass. Wir fuhren weiter bis Mens und blieben auf der D526 um wieder bergab zu fahren. Unten angekommen in Clelles waren wir uns einig, dass noch ein weiterer Col für heute anlag. Der Col de Menée sollte auch noch dran glauben. Am Bahnhof vorbei ging es über die D7 hoch auf 1457 Meter zum Pass. Auf dem Gipfel angekommen, durchfährt man einen Tunnel und hat dann einen schönen Blick ins Tal. Über die D120 ging es dann talwärts und wir wollten uns ein Nachtquartier suchen. Das waren doch einige Kilometer gewesen und das Passfahren ist eben auch etwas anstrengender.

Im Dorf Menée fanden wir einen Campingplatz direkt an dem Flüsschen Sareymond gelegen. Der war noch recht leer, im Grunde genommen gab es ca. 5 Gäste auf dem Platz. Der Platzwart war ein junger Mann, der hier den Sommer verbringen wollte. Er kam gerade aus Griechenland und wollte sich noch die Welt ansehen, aber mangels ausreichender finanzieller Ausstattung musste er hier erst mal eine Pause einlegen und arbeiten. Wir konnten uns die Stelle aussuchen, an der wir das Zelt aufbauen wollten und wählten eine Stelle in Flussnähe. Das Rauschen war so schön. Heute war Sonntag, also mussten wir uns noch um die Verpflegung kümmern. Da wir den ganzen Tag über keine für einen Imbiss Zeit gefunden hatten, waren wir reichlich ausgehungert. Also, die Treppen ins Dorf hochgestiefelt und sich umgeschaut.

Oh je, das Dorf war superklein. Alle Geschäfte, es gab einen Bäcker, einen Metzger und einen Tante-Emma-Laden, hatten natürlich am Sonntag geschlossen. Geöffnet war das Café am Dorfplatz. In froher Hoffnung auf einen bescheidenen Imbiss nahmen wir Platz. Ausser Getränken, hatte das Café leider nichts zu bieten. Also genehmigten wir uns erst mal ein Bier.

In einer Seitenstraße, eigentlich waren hier alle Straßen, bis auf die D120, Seitenstraßen, entdeckten wir ein Lokal. Also schauten wir auf die Tafel, die am Eingang befestigt war. Eine Speisekarte! Auf der Karte stand mit Kreide das Tagesgericht geschrieben. A la Carte konnte man hier nichts bestellen, es musste gegessen werden, was auf den Tisch kam. Da mir als Vegetarier der Braten nicht zusagte, kehrten wir ins Café zurück und bestellten uns noch ein Bier. Der Magen knurrte und ich beschloss, zumindest mal an der Bäckereitür zu rütteln. Kaum dort angekommen, kam auch schon der Bäcker, er hat auch im Café gesessen, und schloss mir auf. Das nenne ich kundenorientiert! Die Kommunikation war recht schwierig, aber wir konnten uns darauf einigen, dass ich ein Baguette vom Morgen bekam. Das war ja schon mal was. Durch diesen Erfolg ermutigt, versuchten wir es auch noch am Tante-Emma-Laden. Aber hier wollte uns niemand mehr den Laden öffnen.

Zurück im Café sahen wir einen Radfahrer mit kleinen quadratischen, flachen Kartons auf dem Gepäckträger kommen. Wenn das mal keine Pizzakartons waren! Unsere Herzen, oder besser die Mägen, machten einen Sprung. Das sah nach warmen Essen aus. Wir machten uns gleich auf die Suche nach der Pizzeria, so schwer konnte das in diesem Dorf ja nicht sein. Wir gingen in die Richtung, aus der Radfahrer gekommen waren und gelangten auf die D120. Die Richtung war ja klar, bei der Einfahrt in das Dorf sind wir an keinem Lokal vorbeigekommen, also fix in die andere Richtung gelaufen. Das Dorfende war in Sicht und es folgte die Friedhofsmauer auf der rechten Seite. Uns kamen Zweifel, dass wir den richtigen Weg gewählt hatten, da sahen wir einen Schotterweg, der links in Richtung Fluss hinabführte. Da war ja auch ein kleines Schild angebracht. Jawohl, der Weg zur Pizzeria war gefunden. Wir fanden schnell Platz und bestellten uns Vorspeisen, Pizzen und eine Flasche Rotwein.

Bei der Bestellung der Pizza leistete mir mein elektronisches Wörterbuch noch gute Dienste, sonst hätte ich eine Pizza mit Weinbergschnecken bekommen. Der Abend war gerettet.

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4. Tag

Von Menée nach Avignon.

Wir beschlossen, nach der Erfahrung mit der gestrigen Nahrungsaufnahme, gut zu Frühstücken. Beim Frühstück berieten wir die grobe Richtung für unsere weitere Fahrt. Uwe schlug vor, nach Avignon zu fahren. Er hatte gehört, dass in der Altstadt von Avignon oft Gaukler und Musikanten auftraten und so eine ganz eigene Atmosphäre schufen. Warum also nicht nach Avignon?

Wir fuhren weiter bis Chatillion-en-Diois und bogen hier links auf die D69 ab. In Luc-en-Diois ging es zunächst rechts auf die D93 und dann nach ca. 1 Kilometer nach links auf die D61. Wir fuhren auf einer sehr schönen Straße über la-Motte-Chalancon bis nach Rémuzat. Ab hier ging es weiter über die D994 nach Nyons. Dieser Streckenabschnitt für an der Eygues entlang und ist ebenfalls sehr zu empfehlen. In Nyons bogen wir rechts über eine Brücke ab und folgten der D938 in Richtung Carpentras. In Vaison-la-Romaine machten wir unter Platanen eine kurze Rast. Wir nutzten auch die Telefonzelle für einen kurzen Anruf in die Heimat. Ab Carpentras folgten wir der gut ausgebauten D952 bis Avignon. Das war eine ganz schöne Umstellung von den einsamen Bergstraßen wieder in einer Großstadt zu fahren. Wir fanden am nördlichen Ufer der Rhone, direkt gegenüber der Altstadt und der Pont-St.Bénezet einen städtischen Campingplatz. Der Platz Camping Municipal Pont-Saint-Bénézet liegt auf der Isle de la Barthelasse und man erreicht ihn über die Pont Daladier. Er liegt zentral, in fußläufiger Entfernung zur Altstadt und trotzdem ruhig.

An diesem Abend haben wir wieder "zuhause" gegessen und sind anschließend noch in eine Kneipe in Campingplatznähe eingekehrt. In die Altstadt wollten wir am nächsten Morgen. In dieser Kneipe lernten wir einen französischen "Policeman" kennen, der uns gleich mit Tipps im Umgang mit der französischen Polizei versorgte. Seine Empfehlung war, wenn du geblitzt wirst, darfst du dich auf keinen Fall anhalten lassen. Dann wir ein saftiges Bußgeld fällig. Also, besser durchstarten und die Polizei abhängen. Unsere Frage nach einer Weiterleitung der Sache an die deutschen Behörden, beantwortete der französische Polizist mit einem Lächeln. Viel zuviel Papierkram und Ärger, würde so ein Vorgehen bereiten. Diesen Stress würde sich, seiner Meinung nach, kein französischer Polizist antun. Wir bedankten uns für die Ratschläge und gingen früh in den Sack. Wir hofften, dass wir nicht in die Situation geraten würden, die eine schnelle Entscheidung über "Augen zu und durch" oder braves Anhalten erforderte.

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5. und 6.Tag

In Avignon.

Avignon ist auf jeden Fall eine Reise wert. Besonders interessant ist die Geschichte der Päpste in Avignon. Im 14. Jahrhundert zogen, unter Druck des König Philipps IV., die Päpste nach Avignon. Er bekämpfte die Macht der Kirche indem er den französischen Klerus mit Steuern belegte. Papst Bonifaz VIII. konterte, indem er mit dem Kirchenbann drohte. Philipp lies Bonifaz 1303 kurzerhand in Italien festnehmen. Papst Bonifaz starb kurz nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft. Sein Nachfolger, der Franzose Papst Klemens V., verlegte den Heiligen Stuhl nach Avignon. Die nahe Grafschaft Venaissin gehörte ihm seit 1274. Die Päpste, insgesamt 7 an der Zahl, verweilten von 1309 bis 1377 in Avignon. Erst Gregor der XI. kehrte nach Rom zurück.

Wir besuchten zunächst also den Palast der Päpste. Sehr eindrucksvoll, das alte Gemäuer. Der elektronische Führer, den man beim Eintritt in den Palast bekam, war wirklich eine gute Sache. In deutsch konnte man über Kopfhörer alle Informationen gezielt zum jeweiligen Standort im Palast abrufen. Neben den allgemeinen Informationen, konnte man auch weitergehende Dinge, über Architektur oder gesellschaftliche und kirchlich-politische Themen, zusätzlich abrufen. Wir besuchten noch den Dom und den päpstlichen Garten, der zu einem Park umfunktioniert worden ist.

Nach dem Kulturschock suchten wir die Gaukler und Jongleure in Avignon. Am Touristikzentrum mussten wir erfahren, dass das Festival der Gaukler erst später im Jahr stattfinden sollte und keine permanente Attraktion sei. Also bummelten wir durch die Altstadt von Avignon und genossen den Tag.

Am zweiten Tag setzten wir die Bummelei fort. Da wir recht ziellos waren, einigten wir uns darauf, schon mal die Stellen zu sondieren, an denen das Nachtleben stattfand. Wir waren relativ glücklos und fanden keine Kneipenmeile oder ähnliche Vergnügungsviertel. Wir verbrachten den Abend auf dem Campingplatz und beschlossen morgen weiterzufahren.

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7. Tag

Von Avignon nach St. Tropez.

Wir verließen Avignon und fuhren auf der N7 in Richtung Aix-en-Provence. Nach der Ortsdurchfahrt blieben wir auf der N7 bis le-Cannet-des-Maures und bogen hier zur Küste auf die D 558 ab, in Richtung la Garde-Freinet. Von hier aus weiter nach Grimaud und dann über die D61 nach Ramatuelle. Wir wollten uns wieder an dem Plage de Pampelonne einen Campingplatz suchen. In diesem Jahr sollte es aber nicht der Camping les Tournels sein. Also fuhren wir die D93 in Richtung St.Tropez weiter und hielten am Camping Toison d´Or. Der Platz liegt direkt am Meer und war in Strandnähe bereits voll belegt. Die Plätze waren auch ganz ohne Schatten und im übrigen ist es auch nicht schön, zwischen Wohnwagen sein Zelt aufzuschlagen. Hier bot man uns einen Stellplatz unter Korkeichen an, den wir auch gerne nahmen. Das Zelt war schnell errichtet und der Platz wurde erkundet. Ein gut sortierter Supermarkt gehörte zum Platz. Die Preise waren zwar deutlich höher, als in den umliegenden Supermärkten, aber dafür musste man ja auch zum Einkauf nicht erst hinfahren. Der Strand war super und das Wasser, wie das Wetter zeigten sich von ihrer besten Seite. Nämlich total blau und nicht eine Wolke am Himmel, so muss Sommer sein. Der Rest des Tages ließ uns der Strand auch nicht mehr los. Die Abendgestaltung vollzog sich am Zelt und in der platzeigenen Kneipe, die jedoch schnell von den jüngeren Generationen in Beschlag genommen wurde.

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8. Tag

Badetag !

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9. Tag

Tagesausflug in die Wolfsschlucht.

Für heute hatten wir uns einen Ausflug in die Wolfsschlucht vorgenommen. Laut Reiseführer sollte sie ähnlich beeindruckend wie der Grand Canyon du Verdon oder die Ardeché-Schlucht sein. Also machten wir uns auf und fuhren über die Küstenstraße in Richtung Cannes. Vorbei am Massiv de l´Esterel bogen wir nach schöner Fahrt in la Napoule ab, um in Richtung Grasse weiterzufahren. Über die D109 erreichten wir Grasse.

Kurz vor einem Kreisverkehr, die es ja in Frankreich wie Sand am Meer gibt, verlor ich Uwe im Rückspiegel. Ich verließ den Kreisverkehr direkt an der ersten Ausfahrt und wartete auf ihn. Er kam auch kurz nach mir an und fuhr in den Kreisverkehr. Leider sah er mich nicht stehen und fuhr weiter bis zur dritten Ausfahrt. Ich musste erst einmal wenden und beeilte mich, um Uwe schnell wieder einzuholen. Dem ersten Kreisverkehr folgte kurz darauf der zweite und ich sah Uwe gerade noch einfahren. Als ich ankam, hatte Uwe den Kreisverkehr schon wieder verlassen, aber an welcher Ausfahrt. Es gab fünf Möglichkeiten den Kreisverkehr zu verlassen. Ich fuhr auf gut Glück in Richtung Zentrum weiter und kam an den nächsten Kreisverkehr. Die Möglichkeiten des Abbiegens hatten sich so vervielfältigt und die Chancen, Uwe wiederzufinden wurden damit recht gering. Trotzdem versuchte ich mein Glück in der einen oder anderen Straße, aber vergeblich. Ich fuhr zurück zum ersten Kreisverkehr, an dem wir uns verloren hatten. Vielleicht wartete Uwe ja hier auf mich. Aber weit gefehlt, weit und breit kein Uwe in Sicht. Was also tun ? Da Uwe keine Straßenkarte bei sich führte, ich war ja der "Pfadfinder", war die Wahrscheinlichkeit, dass er zur Wolfsschlucht weitergefahren ist, sehr gering. Also beschloss ich, die Rückfahrt anzutreten. Alleine wollte ich auch nicht zur Wolfschlucht weiterfahren.

Ich fuhr zurück auf die N98 und mit zügigem Tempo zurück nach St. Tropez. Als ich in den großen Kreisverkehr kurz vor St. Tropez einbiege, traue ich meinen Augen kaum. Wer steht da an der Ampel und wartet auf grün? Mein Freund Uwe. So trifft man sich wieder! Er hatte mich in Grasse am Kreisverkehr nicht stehen gesehen und mich offensichtlich auch nicht einholen können. So hatte er sich auch auf die Rückfahrt gemacht, allerdings über die Autobahn. Da hatte ich wohl ein ganz ordentliches Tempo auf der Küstenstraße vorgelegt. Die Strecke ist zwar etwas kürzer, als die Autobahnroute, aber sie hat ja die vielen Ortsdurchfahrten, die ja ganz schön aufhalten. Froh über die "Wiedervereinigung" fuhren wir noch gemeinsam in den Géant-Supermarché, um für die Wiedersehensfeier die entsprechenden Getränke und die Grundnahrungsmittel für das abendliche Menü einzukaufen.

Wir nahmen uns vor, ab heute eine bessere Regelung für den Fall des gegenseitigen Verlierens einzuführen.

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10. Tag

Badetag!

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11. Tag

Tagesausflug ins Massif de l´Esterel.

Das Massif de l´Esterel wollten wir unbedingt kennen lernen. Das rote Porphyrgestein fällt schon von weitem ins Auge und die Legenden und Geschichten, die sich aus mittelalterlicher Zeit bis in die heutige Zeit überliefert haben, machen das Massiv besonders interessant. Das über Jahrhunderte über weitgehend unbesiedelte Gebiet wurde im 18. und 19. Jahrhundert Rückzuggebiet für Landstreicher, Wegelagerer und Flüchtige des Zuchthauses in Toulon. Auch als Versteck für Schmuggler zwischen Italien und Frankreich soll es gedient haben. So soll z.B. der berühmte Bandit und Frauenheld Gaspard de Besse dort Unterschlupf gefunden haben. Er wurde im zarten Alter von 25 Jahren 1781 in Toulon hingerichtet.

Genug der Geschichte und der Geschichten. Wir reisten über die Küstenstraße an.

In Agay finden wir die Zufahrt zum Gebirge. Über eine schmale Straße oder besser über einen Zufahrtsweg fahren wir in die Höhe. So stelle ich mir den Mars vor, roter Boden und absolut einsam. Der Pflanzenwuchs beschränkt sich auf flaches Nadelgehölz, ähnlich der Krüppelkiefern in den Alpen. Menschen treffen wir keine.

Geplant ist die Durchfahrt des Massivs, um im Norden auf der N7 auszukommen. Bis zum Gipfelgrad können wir auch noch fahren, dann treffen wir auf ein einsames Gebäude. Eine biologische Station hat sich hier ihr einsames Domizil gesucht. Ein Schlagbaum verwehrt die Weiterfahrt auf diesem Weg. Das ist vielleicht auch besser so, denn der Asphaltbelag hat in den letzten 100 Metern einem unangenehmen Schotter Platz gemacht.

Wir genießen die Einsamkeit. Besonders Eindrucksvoll ist das jegliche Fehlen von Zivilisationsgeräuschen. Im ersten Augenblick habe ich das Gefühl, Druck auf den Ohren zu verspüren. Dann merke ich, dass dieses Gefühl durch das Fehlen der Grundgeräuschkulisse verursacht wird. Daran kann man bemerken, wie wir durch das Alltagsleben geprägt sind. Wir kehren um und nehmen den gleichen Weg, wie auf der Hinfahrt.

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12. Tag

Badetag!

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13. Tag

Von St. Tropez über die Route Napoleon bis Pont-d´Ain.

Nun war es also wieder soweit, die Rückfahrt stand bevor. Wir hatten uns vorgenommen, in Frankreich nicht über die Autobahn zu fahren, sondern über die Route Napoleon. Wir nahmen uns daher einen Tag länger Zeit, weil wir nicht einschätzen konnten, wie schnell diese Route sein würde.

Wir brachen recht früh am Morgen auf, um den Tag ausgiebig nutzen zu können. Über die Küstenstraße, N98, fuhren wir in Richtung Cannes bis la Napoule. Hier folgten wir den Wegweisern in Richtung Grasse und fuhren so über die D109 und D609. In Grasse passten wir dieses Mal gut auf, damit wir uns nicht wieder verlieren konnten. Auf der Rückreise wäre das ein üblerer Fehler als bei einem Tagesausflug, da wir ja nicht wussten, wo die Tagesetappe enden sollte. Grasse erreichten wir ohne Probleme und wechselten auf die N85, die wunderschöne Route Napoleon.

Zunächst geht es an der Flanke des Mount de l´Audibergue hinauf über Serpentinen zum Col de Valferrière. Dabei hat man einen schönen Blick auf die Cote, eine Pause machen lohnt sich allemal, um die schöne Aussicht zu genießen. Weiter geht es in hochalpiner Landschaft bis nach Castellane. Würde man an jedem lohnenswerten Aussichtspunkt eine Pause machen, so käme man kaum voran. Die Aussicht auf die Seealpen ist von hieraus einfach grandios und wir genossen diesen Abschnitt ausgiebig. Die Entscheidung, über die Route Napoleon zu fahren, war auf jeden Fall eine gute gewesen. In Castellane begrüßte uns die große Christusstatue der Mandrarom-Sekte auf dem Hügel oberhalb des Stausees von Chaudanne. Wir machten hier eine kleine Kaffeepause. Der Ort wäre ganz schön, wenn die Sekte nicht alles fest im Griff gehabt hätte.

Weiter ging es über Digne-les-Baines nach Sisteron. Nocheinmal den Duft des Lavendels schnuppern, bevor es in den kalten Norden geht. Sisteron ist ebenfalls ein schönes Dorf, das zum Verweilen einlädt. Aber wir halten uns nicht lange auf, sondern fahren weiter an der Durance über Gap nach Grenoble In Grenoble wechseln wir auf die Stadtautobahn und finden die N85 an der Abfahrt 13 wieder. Bei Voreppe fahren wir auf der N75 über Voiron nach le Abrets. Hier ist es endgültig vorbei, mit dem alpinen Feeling. Trotzdem ist die Route landschaftlich zu empfehlen. Wir bleiben auf der N75 in Richtung Ambérieu-en-Bugey. Die Etappe an der Rhone ist ebenfalls sehr schön. Wir machen eine kurze Pause.

Unser Pausenrhytmus hat sich auf den letzten Kilometern arg verkürzt. Die lange Strecke steckt uns schon in den Knochen. Wir beschließen unser Nachtquartier bei nächster Gelegenheit aufzuschlagen. Aber wie es oft so ist, wenn man einen Campingplatz sucht, findet man keinen. Zumindest nicht in Ortsnähe. Wir fahren also noch bis Pont-d´Ain, wo wir direkt am Ortseingang an den Uferauen des Ain einen Campingplatz finden. Schnell sind die Zelte auf dem Camping L´Oiselon aufgebaut. Wir wollen noch im Ort einkaufen. Pont-d´Ain ist allerdings eine große Enttäuschung. Absolut tote Hose hier, eine Bar hat geöffnet ansonsten ist alles geschlossen. Nach einigen gute-Nacht-Bieren pilgern wir zurück zu den Zelten und läuten die Nachtruhe ein. Verdient haben wir sie allemal, sind wir doch an einem Tag längs durch das alpine Frankreich geheizt. Das war schon eine Wahnsinns-Etappe, morgens noch am Mittelmeer, abends schon in Pont-d´Ain.

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14. Tag

Von Pont-d´Ain nach Gelsenkirchen.

Am frühen Morgen hielt uns auch nichts weiter in diesem Ort. Über Bourg-en-Bresse fuhren wir auf der N83 nach Lons-le-Saunier. Ab hier weiter bis Besancon. In Besancon machten wir erst mal unsere Frühstückspause. Am vergangenen Abend war ja schon Diät angesagt gewesen, so dass wir uns nun auf ein ausgiebiges Frühstück freuten. Mitten in Besancon fanden wir einen kleinen Platz im Schatten der Befestigungsanlagen. Wir frühstückten in einem kleinen Café, von dem wir unsere beladenen Motorräder im Blick behielten.

Wir beschlossen hier die nächste Auffahrt der Autobahn A36 zu nehmen und dann in einem Rutsch nach Hause zu fahren. Die Auffahrt war schnell gefunden und ab ging die Post. Über die Autobahnfahrt gibt es nicht viel zu berichten. Sie war langweilig und deutlich anstrengender als die Vortagsetappe. Wir kamen aber gut an und waren froh, dass wir unsere Rückfahrt über die Route Napoleon gewählt haben. Für uns stand nun fest, dass wir auf zukünftigen Reisen, möglichst wenig Autobahn fahren wollen. Den Reservetag für die Rückfahrt hatten wir nicht benötigt.

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