1999 - Frankreich

Reisezeit:

28. Mai - 11. Juli 1999

© für alle Fotos: Ulrich Spittka

Reiseroute:

Endlich ist es mal wieder so weit, der langersehnte Urlaub mit dem Motorrad steht vor der Tür. Ursprünglich sollte es diesmal nach Italien gehen.

Als Etappen waren der Gardasee, Florenz und die Toskana vorgesehen. Der Krieg in Jugoslawien und die Beteiligung Italiens hat uns aber dann davon abgehalten. Die Medien berichteten von Massenstornierungen der Reiseveranstalter und ausbleibenden Touristen in Italien. Also beschlossen wir das Reiseland zu ändern, aber die grobe Richtung, nach Süden sollte es ja schon gehen, beizubehalten.

Frankreich hatte sich ja schon bewährt und so war es uns für dieses Jahr ebenso recht. Also fix umgeplant, darin sind wir ja gut geübt. Dieses Mal sollte es zunächst zur Ardèche gehen und danach durch das Luberon in Richtung Parc National du Mercantour und zum Schluss mit einem ausgiebigen Bad im Mittelmeer enden.

1. Tag

Von Gelsenkirchen nach Arbois.

Die erste Tagesetappe sollte auf jeden Fall bis nach Frankreich führen. Also, zunächst wieder einmal die Autobahn, zunächst auf die A42 Richtung Duisburg, dann auf die A3 Richtung Köln und Frankfurt, dann ab dem Kreuz Mönchhof Dreieck Richtung Darmstadt. Dann weiter auf der A5 über Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg bis zum Dreieck Neuenburg. Ab hier weiter auf der A36 Richtung Mulhouse und Belfort bis zur Abfahrt Montéliard.

Da war die Autobahnetappe dann zu Ende und es ging dem Fluss Doubs entlang auf der N83 in Richtung Besancon. Kurz vor Arbois waren wir der Meinung, dass es für heute reichen sollte. Wir machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz und folgten der D469 nach Arbois. Gerade auf die D469 gewechselt zogen schwarze Wolken schnell heran und genau zur richtigen Zeit kam eine Brücke in Sicht. Wir hatten uns gerade untergestellt, da brach der Platzregen auch schon los. Es hat so geschüttet, dass die Straße sich, bis zu den doch recht hohen Bordsteinen, mit Wasser füllte.

Ebenso schnell verzog sich der Schauer wieder und wir fuhren in den Ort Arbois. Hier fanden wir einen Wegweiser zu einem Campingplatz und folgten diesem bis zu einem Sportplatz mit Freibad. Dahinter fanden wir auch den Campingplatz Camping Municipal des Vignes . Der Ort Arbois war in fußläufiger Entfernung und aus diesem Grunde beschlossen wir, die Nacht hier zu verbringen. Die Formalitäten waren schnell erledigt und wir bauten rasch das Zelt auf. Dann ging es zu Fuß weiter in das Dorf, in dem wir uns mit den Grundnahrungsmitteln versorgten. In Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde sollte es Spaghetti mit Ketschup geben. Zu diesem typisch französischem Gericht sollte Rotwein gereicht werden.

Das Kochen erfolgte aufgrund des einsetzenden Nieselregens am Sanitärgebäude. Hier konnte man sich im Spülenbereich gut unterstellen. Die erste Rotweinflasche wurde entkorkt und bevor die Nudeln gar waren, war die Flasche auch schon leer. Die Zweite folgte währen des Essens. In bester Laune beschlossen wir nach vorzüglicher Mahlzeit noch einen kurzen Besuch im Dorf. Beim Einkauf war uns ein Straßencafé ins Auge gestochen. Da der Nieselregen einem aufklarenden Himmel Platz gemacht hatte, wollten wir den Abend in diesem Straßencafé ausklingen lassen. Etwas unsicheren Fußes gelangten wir dann zu später Stunde wieder zu unserem Zelt und fanden auch auf Anhieb die richtigen Schlafsäcke.

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2. Tag

Von Arbois nach Vallon-Pont-d`Arc.

Am nächsten Morgen standen wir nicht ganz so früh auf. Wer hatte uns nur soviel Rotwein zu trinken gegeben ? Nach starkem Kaffee und einem, eher spartanischem Frühstück ging es weiter.

Zurück auf der N83 fuhren wir weiter in Richtung Lons-le-Saunier. Die Temperaturen waren noch recht frisch und wir bereuten es nicht, den Fleecepullover unter der Jacke zu tragen. Weiter ging es über Bourg-en-Bressè nach Lyon. Als wir an dem letzen Hügel vor Lyon abwärts fuhren, blies uns ein warmer Wind entgegen. Auf der Hügelspitze noch fröstelnd, erreichten wir Lyon doch eher schwitzend. Also stimmt es doch mit der Wetterscheide zwischen mediterranem und nördlichem Klima, die auf der Höhe von Lyon verlaufen sollte. Lyon wurde irgendwie durchfahren und wir hielten uns auf der N86 in Richtung St. Etienne. Froh dem Moloch Lyon entkommen ging es nun landschaftlich schöner weiter. Ab St. Etienne wechselten wir auf die N88 und fuhren bis le Puy und von dort aus weiter in Richtung Aubenas. Die Straße an der Ardechè entlang war wirklich toll. Pittoreske Dörfer lagen am Ufer der Ardechè.

Pittoreske Dörfer

Die noch recht kleine Ardechè spülte Kolke in den weichen Untergrund und bildete kaskadenförmige Wasserfälle, wirklich toll, was die Mutter Natur alles so zustande bringt. Wir sind noch bis Vallon-Pont-d`Arc gefahren und haben dann den erstbesten Campingplatz am rechten Straßenrand angefahren. Dort wollten wir für ein bis zwei Nächte bleiben.

Am Abend fand gleich eine Party statt, die von den Animateuren des Platzes mit Sangria versorgt wurde. Hier lernten wir ein Pärchen aus Münster kennen, die ebenfalls mit Motorrädern unterwegs waren. Die beiden wollten am nächsten Tag in den Canyons der Ardechè rumkraxeln.

Die Schlucht zurück zur Reiseroute

3. Tag

Ruhetag!

Am nächsten Tag zogen wir es aus gegebenen Anlass vor, in der Ardechè zu baden. Am Nachmittag besuchten wir das nahegelegene Vallon-Pont-d´Arc, das aber so touristisch geprägt ist, dass ein Besuch nur "Hartegesottenen" zu empfehlen ist. Alles in allem ein ruhiger Tag ohne die Motorräder bewegt zu haben.

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4. Tag

Von Vallon-Pont-d`Arc nach Aups.

Weiter geht es! Wir folgen der Ardechè und fragen uns, warum das Wasser vom Rand der Schlucht so gelb aussieht. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir, dass die Wasseroberfläche gar nicht zu sehen ist, sondern die gelbe Farbe von den fast lückenlos schließenden Kajaks und Kanus herrührt. Na denn, viel Spaß beim Paddeln im Konvoi.

Kajaks überall

In St. Just geht es wieder auf der N86 bis Pont-St-Esprit, hier wechseln wir auf die D994 und überqueren die Rhone. Bei Bollène wechseln wir auf die D94. Wir wollen einen Abstecher zum Mont Ventoux machen. Kurz vor St. Maurice-s-Lygues biegen wir rechts auf die D20 in Richtung Vaison-la-Romaine ab, von dort aus weiter auf der D938 bis Malaucène. Nach kurzer Besprechung entscheiden wir uns, den Mont Ventoux nicht zu befahren.

Wir halten uns weiter auf der D938 in Richtung Carpentras bis zur D19, die am südlichen Fuß des Mout Ventoux verläuft. Hier geht es weiter über Bédoin und St. Estève de la Canaud über die D974 bis zum östlichen Ende der Passstraße des Mont Ventoux. Ab hier weiter auf der D164 bis Sault. Diese Strecke ist wirklich zu empfehlen, obwohl wir uns im nachhinein geärgert haben, den Mont Ventoux nicht doch befahren zu haben. Aber man soll sich ja auch etwas für spätere Zeiten aufheben.

Ab Sault hielten wir uns südlich auf der D30 nach Rustrel und von dort ab, auf der D22 in Richtung Abt. Ab hier wieder östlich auf der N100 in Richtung Cèreste bis zum Dorf les Granons. Hier bogen wir nach Rechts auf die D907 ab. Wir folgten der Straße bis Manosque, hier wechselten wir auf die D4 und überquerten die begradigte Durance. Was man dem Fluss angetan hat, ist wirklich schlimm. Eingepfercht in ein Betonkorsett ähnelt er mehr einem Kanal als einem Fluss. Auf der D82 fahren wir nach Gréoux-les-Bains. Nun geht es weiter auf der D952 bis nach Riez.

Die Lavendelfelder stehen leider noch nicht in Blüte, da muss man sich wohl bis zum Juli gedulden. Schade, blühende Lavendelfelder soweit das Auge reicht, ist wirklich ein Genuss für Nase und Augen, vorausgesetzt man mag Lavendel. Wir bleiben auf der D952 in Richtung Moustiers-Ste.-Marie und wechseln dann auf die D957 zum Lac de Ste. Croix. Als ich so die Straße zum Lac entlang fahre, denke ich an nichts Böses. Das türkisfarbene Wasser des Lac de Ste. Croix kommt gerade in Sicht als mich eine mörderische Windböe erfasst. Um ein Haar, und die Böe hätte mich samt Motorrad umgeworfen. Nun wurde mir auch klar, warum der Lac ein Suferparadies ist, bei so einem steifen Wind. Wir machten eine kleine Pause an der großen Brücke am Ausgang der Verdonschlucht.

Nach kurzer Beratschlagung wollen wir uns einen Campingplatz am See suchen. Wir versuchen es auf der D957, die sich am südlichen Seeufer hinzieht. Die Plätze waren alle schon sehr voll und sahen nicht gerade gepflegt aus. Also fuhren wir weiter auf der D49 in Richtung Aups. In Aups fanden wir den Camping International, der uns sehr zusagte. Ein sauberer, übersichtlicher Campingplatz mit einem kleinen Schwimmbad in unmittelbarer Nähe des Dorfes Aups. Umgeben ist der Campingplatz von Olivenhainen.

typischer Olivenhain

Der Eigentümer, Monsieur Pierre, ist ein freundlicher Geselle, der uns hilfsbereit persönlich den Weg zu unserer Parzelle wies. Hier schlugen wir unser Quartier für die nächsten Tage auf.

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5. Tag

In Aups

Den nächsten Tag besichtigten wir das Dorf Aups. Hier gehen die Uhren noch langsamer und der Wochenmarkt bietet, in typisch provencialischer Weise, die Erzeugnisse der hiesigen Landwirtschaft an.

frische Melonen Der Mandelverkäufer

Auch die Straßencafés, der Brunnen und das obligatorische Boulespiel am Abend dürfen hier nicht fehlen. Provence wie im Bilderbuch!

Der Dorfbrunnen

Eine weitere, wenn auch versteckte, Sehenswürdigkeit in Aups ist die Höhle der heiligen Magdalena. Der Zugang ist nicht einfach zu finden. Sie liegt an dem Hügel nördlich des Dorfes.

Die Höhle am Hang des Hügels Der Wegweiser zur Höhle

Das Hinweisschild ist auch nicht direkt an der Straße angebracht, sondern man muss zunächst einmal in eine kleine Gasse eintreten, bevor man es findet. Anschließend ist eine kleine Höhenwanderung angesagt. Der Weg ist nicht leicht zu finden, aber wer genügend Abenteurerblut in sich hat, wird ihn schon finden. Angst vor Hunden darf man auch nicht haben, da in den Gärten der Häuser, an denen ich mich vorbeimogeln muss, von ihnen bewacht werden.

Die erste Höhlenkammer Ausblick aus der Höhle

Die Höhle selbst ist touristisch noch nicht erschlossen. Ich war auch nur in der ersten Höhlenkammer, da ich keine Taschenlampe bei mir hatte. Die Höhle breitet sich jedoch noch weiter aus.

Der Blick auf Aups

Der Blick von hier oben ist ebenfalls nicht zu verachten. Die Provence liegt einem zu Füßen.

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6. Tag

Tagesausflug in den Grand Canyon du Verdon.

So, heute geht es wieder mit dem Motorrad weiter. Der Grand Canyon du Verdon will bezwungen werden. Die Gorges du Verdon sind die größten Schluchten Europas und wurden durch E.A. Martel ab 1905 erforscht. 1928 wurden die ersten Wanderwege befestigt und Aussichtsplattformen erstellt. Für die Corniche Sublime, die den Südrand der Schlucht erschließt, wurde so der Grundstein gelegt. Der Nordrand, die Route des Cretes, wurde erst 1973 angelegt und ermöglichte einen Rundkurs um die Schlucht.

Über die D957 fahren wir in Richtung Gorges du Verdon und biegen nach ca. 14 Kilometern rechts auf die D619 ab.

Wir wählen die südliche Route, die Corniche Sublime, an der Verdonschlucht. Ab hier kann man nichts mehr falsch machen, außer das man zu eilig durch die Kurven zieht. Dies gilt natürlich auch für die zahlreichen Tunnel, die die Südroute begleiten. In einem Tunnel rastete eine Schafherde, die wohl vor der Mittagshitze geflüchtet war. Die Viecher erblickten wir erst im letzten Moment und konnten noch gerade rechtzeitig anhalten.

Blick in die Schlucht

Der Blick zurück auf die Ebene ist ebenso eindrucksvoll, wie die Tiefe der Schlucht. Wir halten an fast jedem Aussichtspunkt und können nur staunen. Die Nordroute heben wir uns für ein anderes Mal auf und nach der Schlucht fahren wir über die D71 nach Comps-s-Artuby.

Ab hier geht es weiter über die D955 in Richtung Draguignan. Die Gorges de Chateaudouble ist ebenfalls wildromantisch. Der Fluss Nartuby hat sich eindrucksvoll durch die Felsen gefressen.

Die Landschaft Die Landschaft

Kurz vor Draguignan biegen wir rechts ab auf die D49 und fahren in Richtung Ampus und weiter nach les Aumades. Von hieraus geht es wieder zurück auf der D957 nach Aups. Dieser Tagesausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt. Da tun einem ja fast die Augen weh, von dieser beeindruckenden Naturkulisse.

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7. Tag

Ruhetag!

Ein weiterer Ruhetag steht uns bevor. Schließlich möchten wir ja auch etwas braun werden, bevor es zur Küste weitergeht.

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8. Tag

Von Aups nach St. Tropez.

Weiterreise. Über die D557 geht es weiter nach Villecroze und Flayosc bis Draguignan. Ab hier weiter auf der N555 in Richtung Muy und weiter auf der D25 bis Ste. Maxime.

Endlich wieder am Mittelmeer, das uns mit azurblauem Himmel begrüßt. Wir fahren auf der Küstenstraße in Richtung St. Tropez. Wir wollen uns einen Campingplatz suchen, der direkt am Meer liegt. Die ersten Plätze liegen zwar direkt am Meer, aber auch direkt an der Küstenstraße. Also geht es weiter in Richtung St. Tropez und dann auf der D93 in Richtung Ramatuelle. Hier landen wir dann doch wieder auf dem Camping les Tournels.

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9. Tag

Badetag!

Das Meer ruft! Heute wird in der Sonne gebrutschelt und wenn es gar zu warm wird, springen wir ins Wasser und ärgern die Fische.

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10. Tag

Tagesausflug nach Monte Carlo.

Heute ist ein Tagesausflug geplant, die Reise soll zum legendären Monte Carlo gehen.

Aller Stauerfahrung zum Trotz nehmen wir auf der Hinfahrt die Küstenstraße N98. Mit recht bezeichnet man sie als eine der schönsten Straßen Europas, wenn nur der Verkehr nicht gar so dicht wäre. Die Küstenstraße zeichnet sich, neben der Verkehrsdichte, durch ausgesprochen schöne Kurven und ein tolles landschaftliches Bild aus. Daneben gibt es natürlich viele Ortsdurchfahrten.

Die Strecke bis Cannes ist sehr schön. Das Massif de L´Esterel leuchtet schon früh in seinem charakteristischem Rot. Die Küste wird immer steiler, so das die breiten Sandstrände, die man bis Fréjus antrifft, einzelnen abgeschlossenen Buchten Platz machen. Mit dem roten Gestein und dem blauen Meer ist das ein schöner Farbkontrast.

Bei der Durchfahrt von Cannes fahren wir natürlich am Plage entlang. Die Strandpromenade macht den Luxus deutlich, die großen Hotels säumen die Promenade. Wir verweilen nicht, sondern sind schon ganz gespannt auf Nizza und natürlich auf Monte Carlo. Nach Cannes geht es auf einer nicht so interessanten Straße weiter, die Strecke bis Nizza wird durch Gewerbegebiete geprägt.

Als Nizza in Sicht kommt, fällt zunächst eines der hässlichsten Gebäude auf. Pyramidenförmig gebaut und äußerst futuristisch. Mein Geschmack ist das nicht. Nizza wird ebenfalls schnell durchfahren, Monte Carlo ist ganz nah. Wir wählen die Zufahrt über die Bord-de-Mer.

Wir durchfahren einen Tunnel und sind in Monte Carlo. Wie eine große Suppenschüssel, deren Ränder bis oben hin bebaut sind, präsentiert sich uns die Bucht. Wir suchen uns einen Parkplatz in der Nähe des Freibads und bestaunen die Autos. So viele Ferraris, Rolls Royce, Maseratis und andere Nobelmarken habe ich noch nie auf einen Haufen gesehen. Man bekommt den Eindruck, dass ein Mercedes 500 SL hier zu den Schrottkarren gehören muss.

Monte Carlo hat seine eigene Faszination. Städtebaulich ist die Stadt nicht wirklich schön, sondern zugebaut mit engen Gassen. Moderne Hochhäuser prägen das Stadtbild. Und trotzdem kann man sich dem besonderen Ambiente nicht entziehen. Ob das der Flair der Superreichen bewirkt, der unsichtbar über dieser Stadt hängt? Wir schlendern durch die Strassen am Hafen und essen, trotz horrender Preise, eine Pizza. Für den Preis dieser Margarita könnte ich zu Hause ein Essen mit Vorspeise und Nachtisch bezahlen.

Auf den Straßen sind noch die Markierungen vom Formel 1 Grand Prix. Deutlich sind noch die Spuren der Reifen zu sehen. Ja, diese Stadt hat wirklich etwas. Der botanische Garten ist ebenfalls zu empfehlen. An einer Steilwand führt über Serpentinen der Fußweg durch den Garten, der sich in erster Linie durch seine Kakteen auszeichnet. In dieser Hanglage gedeihen die prächtig.

Es wird Nachmittag und wir wollen zurückfahren. In Anbetracht des zu erwartenden Berufsverkehrs auf der Küstenstraße, entschließen wir uns die Autobahn zu nehmen. Über die A8 geht es in Richtung Marseille bis le Muy und dann über die D25 wieder zur Cote. Der Ausflug hat sich gelohnt. Zum einen die schöne Küstenstraße und zum anderen die Stadt Monte Carlo, mit ihrem besonderen Flair.

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11. Tag

Badetag!

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12. Tag

Tagesausflug zum Massif de Esterel.

Wir wollen uns noch einmal das Massif de Esterel anschauen, das sich so eindrucksvoll in Rot präsentiert. Wir hatten den Gebirgszug schon im Jahr 1998 kennen gelernt. Die Hinfahrt erfolgt natürlich auf der Küstenstraße.

In Agay finden wir die Zufahrt zum Gebirge. Über eine schmale Straße oder besser über einen Zufahrtsweg fahren wir in die Höhe. Menschen treffen wir zunächst keine.

Wir wollen uns eine Höhle anschauen, die von einem Eremiten besiedelt worden ist. Bevor wir sie erreichen, werden wir von Polizisten angehalten. Das macht uns etwas stutzig, Polizei in so einem verlassenen Landstrich? Der Grund wird uns sofort klar, nachdem die Polizisten uns weiterwinken. Am Straßenrand liegt, von einem Tuch bedeckt, ein Mensch. Wahrscheinlich ein Radfahrer, davon gibt es ja im Land der Tour de France genügend, der seine persönliche Leistungsgrenze überschritten hat. Der Anblick fährt uns ganz schön in die Knochen und prägt die Stimmung des restlichen Tages.

Die Höhle ist recht unspektakulär. Der etwas mühsame Aufstieg lohnt sich aber trotzdem. Die Höhle selbst besteht aus einer Öffnung im Felsen, ein vergittertes Fensterloch und das war es schon. Interessanter ist da schon der Ausblick, den wir von hier oben genießen können. Ein weiter Blick über das bizarre Esterelmassiv. Überall die äußert karge Landschaft mit der spärlichen Vegetation aus Seestrand-Kiefern. Wir genießen die Einsamkeit. Hier könnte man sich bestimmt auch heute noch für lange Wochen versteckt halten, ohne in Gefahr zu laufen, unverhofft entdeckt zu werden.

Wir kehren um und nehmen den gleichen Weg, wie auf der Hinfahrt.

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13. Tag

Von St. Tropez nach Besancon.

Rückfahrt. Etwas wehmütig packen wir am frühen Morgen unsere Sachen zusammen und laden auf. Heute geht es wieder heimwärts. Wir wollen über die Autobahn zurückfahren.

Wir fahren über Ramatuelle, um noch einen letzten Blick auf das Meer werfen zu können. Dann geht es weiter über die D558 nach Grimaud und la Garde-Freinet bis le Cannet-des-Maures. Ab hier auf der Autobahn A8 in Richtung Aix-en-Provence und danach auf der A7 in Richtung Lyon. Wir kommen gut voran und erreichen Lyon schon am Vormittag. Wir wollen noch ein paar Kilometer schaffen, bevor es die Mittagspause gibt. Die Umfahrung von Lyon bereitet keine Probleme, die Straße ist frei.

Uwe fährt vor. Kurz vor Macon wird Uwe immer langsamer, was ist los? Er fährt rechts an den Straßenrand und das Motorrad geht sofort aus. Irgendwie lässt die Motorleistung immer weiter nach, sind sein Kommentar. In fünf Kilometern ist eine Raststätte, bis dahin wollen wir zunächst fahren, um dort das Motorrad genauer in Augenschein zu nehmen. Diese fünf Kilometer gehen dann nur noch im Schneckentempo und eine Rauchentwicklung setzt an den Auspuffrohren ein. An der Raststätte lässt sich der Motor dann auch nicht mehr starten. Also, was tun?

Wir sind beide Mitglied in dem Automobilclub ACE und so rufen wir die Servicenummer an. Der nette junge Mann am Telefon will uns zunächst einen Abschleppdienst zu einer Werkstatt organisieren. Kurz darauf trifft tatsächlich ein Abschleppwagen ein, der das Motorrad auflädt. Uwe fährt im Abschleppwagen mit, ich hinterher. Wir werden zu einem Dorf gefahren, dessen einziges Geschäft neben der Werkstatt zu finden ist. Den Namen des Ortes habe ich vergessen, auf der Karte ist er nicht zu finden. Wir rufen wieder den ACE an, um zu erfahren, wie es weitergehen soll. Zunächst wird also geprüft, ob das Motorrad wieder fahrbereit gemacht werden kann.

Wir sind eher skeptisch und der Monteur wohl auch. Das Kopfschütteln des Mechanikers nimmt zu, das war es wohl für diesen Urlaub. Wir telefonieren wieder mit dem ACE. Vorschlag eins ist, dass Uwe bei mir aus Sozius mit zurückfährt. Unser Gepäck sollen wir in der Werkstatt zurücklassen. Da wir beide weder Lust haben, die restlichen 1000 Kilometer zu zweit zu fahren, noch unser Gepäck einfach so liegen zu lassen, lehnen wir diesen Vorschlag ab. Der nächste Vorschlag ist, dass Uwe mit dem Zug zurückfährt. Weit und breit ist jedoch kein Bahnhof zu sehen, Uwe fordert einen Mietwagen für die Heimfahrt. Der freundliche junge Mann vom ACE ist wenig begeistert, er soll wohl die Kosten möglich gering halten. Zunächst trägt er uns auf, alle möglichen Dinge zu eruieren. Nächster Bahnhof, nächster Autoverleih, mögliche alternative Rückreisegelegenheiten zu prüfen. Nach eindringlichem Hinweis auf unsere mangelnden französischen Sprachkenntnisse erklärt er sich bereit, diese Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wir sollen auf seinen Rückruf warten.

So vergeht eine Stunde nach der anderen und die Stimmung ist sowieso schon in Gefrierpunktnähe. Endlich kommt der Rückruf am frühen Nachmittag. Ein Mietwagen ist genehmigt, nur die Anreise zum Verleih ist noch zu klären. Kurzerhand nimmt Uwe ein Taxi, der nächste Verleih ist am Flughafen in Lyon. Also die ca. 50 Kilometer zurückgefahren, ich brav hinter dem Taxi her. Der Taxifahrer will sich wohl mit mir messen. Er fährt wie ein Henker und ich muss mich ganz schön ranhalten, um ihn nicht zu verlieren.

Am Flughafen ist das Ausleihen des Fahrzeugs auch nicht gerade einfach. Die Dame von Europcar möchte nicht, dass der Leihwagen Frankreich verlässt. Uwe soll kurz vor der Grenze den Wagen auf französischer Seite abgeben und sich dort um Ersatz kümmern. Diesen Blödsinn machen wir nicht mit und bekommen endlich einen Leihwagen. Diese ganze Prozedur hat viel Zeit gekostet und am späten Nachmittag lade ich mein Gepäck in den Kofferraum des Renaults und weiter geht es Richtung Heimat. Auf der A36, zwischen Besancon und Belfort, wollen wir die Nacht auf einer Raststätte verbringen. Die Urlaubsstimmung ist ordentlich verhagelt, zumal es noch zu regnen angefangen hat.

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14. Tag

Von Besancon nach Gelsenkirchen.

Nach unruhiger Nacht geht es früh weiter. Die Rückfahrt erfolgt über Muhlhouse, Freiburg, Karlsruhe und Köln.

Der Regen ist wieder mal echt ätzend und mein Blick auf den Renault, in dem es trocken und warm ist, verbessert meine Stimmung nicht wirklich.

Zuhause angekommen sind wir noch gespannt, wann das Motorrad zurückgeführt wird. Doch am nächsten Samstag ist es schon soweit und die Maschine wird im Hof abgestellt. Die heimische Werkstatt stellt fest, dass sich Löcher in die Kolben gebrannt haben. Kein Wunder, dass die Motorleistung so rapide abnahm. Uwe lässt das Motorrad reparieren. Die Eigenkosten für den Rücktransport sind trotzdem noch erheblich. Beim Kassieren der Beiträge ist der Automobilclub deutlich geschmeidiger, als beim Erbringen der Leistungen.

Trotzdem sind wir froh den Urlaub so gut bis zur Panne gestaltet zu haben und nehmen uns für das nächste Jahr wieder vor, einen Motorradurlaub zu planen.

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