2002 - Deutsch/Österreichische Alpen bzw. Frankreich

Reisezeit:

28. Juni - 13. Juli 2002

Reiseroute:

1. Tag

Von Gelsenkirchen nach Vittel.

Freitagmittag war es nun endlich soweit. Das Motorrad, mit dem Gepäck belanden, stand schon in der Garage bereit. Als ich das Garagentor hinter mir schloss, fielen die ersten Regentropfen vom Himmel. Der Wetterbericht für die deutsch/österreichischen Alpen war auch nicht gerade so ausgefallen, dass ich in Begeisterungsstürme ausgebrochen bin. Regen ohne Ende war die Kurzfassung der Wetterberichte - und so schien der Urlaub auch beginnen zu wollen. Also, rauf auf die Maschine und losgefahren. Zunächst wollte mein "Mitreisender" abgeholt werden. Er erwartete den Urlaub auch schon mit Sehnsucht. In seiner Garagendurchfahrt haben wir den Urlaub dann mal kurz neu geplant. Die grobe Richtung sollte Süden sein, aber immer den Regenwolken ausweichen. So entstand aus dem Reiseziel deutsch/österreichische Alpen kurzerhand ein noch etwas unbestimmteres Ziel.

Also, erst mal auf die Autobahn und dann mal weitersehen. Die erste Etappe führte uns dann bis Vittel in Frankreich. Die Fahrt über die A42 bis Duisburg und dann über die A3 bis zum Dreieck Dernbach bei Koblenz war von Regenschauern geprägt. In östlicher Richtung sah der Himmel schwarz aus, in Richtung Westen war es deutlich heller am Horizont. Die Wahl der Richtung viel also leicht und wir bogen nach Westen, auf die A48, ab und fuhren zunächst einmal nach Luxemburg. Das war ein Spaß, ab der Landesgrenze bestand ganz Luxemburg nur aus einem einzigen Stau. Wir machten uns also ganz schmal und klein und schlängelten uns so durch die Blechlawine. In Luxemburg-Stadt wählten wir die Richtung erneut und es ging südlich auf der A31 weiter.

Durch Metz und an Nancy vorbei fuhren wir weiter auf der Autobahn bis wir der Meinung waren, das nun das Tagesziel erreicht werden müsste. Da wir Durst hatten, viel uns der Ortsname Vittel sofort ins Auge. Einigkeit war schnell hergestellt, die Zelte sollten in der Nähe von Vittel aufgeschlagen werden. Also, runter von der Bahn und Ausschau nach einem geeigneten Campingplatz für eine Nacht gehalten. Wir hatten schnell etwas gefunden, ein Hinweisschild auf einen Campingplatz. An der Zufahrt des Campingplatzes angekommen nahmen wir zuerst das Schild "complete" war und trotz unserer mangelhaften Kenntnisse der französischen Sprache war uns doch klar, was damit gemeint sein könnte. So leicht ließen wir uns aber nicht abschrecken. Der Campingplatzwart sprach ein paar Brocken Deutsch und so konnten wir uns in klassischem deutsch/französisch darauf einigen, dass für eine Nacht noch ein Plätzchen zu haben sei.

Der Abend war noch recht lustig. Beim Einkauf einiger Bierdosen beim Platzwart, wurden wir noch auf eine Schale Pommes frites eingeladen. Wahrscheinlich war das im Bierpreis inbegriffen. Die Pommes schmeckten dann auch wie geschenkt, kalt und fettig waren sie. Wir beschlossen, dass sich besser die Spatzen den Magen verderben sollten und kochten uns auf die Schnelle ein paar Nudeln. Um eine Sauce zuzubereiten war der Hunger dann doch zu groß und die Ketschupflasche machte die Runde. Beim Bier bereiteten wir und dann mental auf die neue Reiseroute vor. Berge sollten auf dieser Tour auf jeden Fall dabei sein. Wir beschlossen, zunächst in die Mount Blanc-Region zu fahren.

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2. Tag

Von Vittel nach Aix-le-Bains.

Als wir am anderen Morgen aus den Zelten schauten, trauten wir unseren Augen nicht. Die ganzen Camper mit Wohnwagen oder -mobil waren schon abgereist und wir standen einsam und verlassen auf dem Platz. Also schnell Baguette gekauft, Kaffee gekocht und dazwischen schnell geduscht. Das Frühstück war schnell eingenommen und weiter ging es Richtung Alpen.

Noch eine kleine Autobahnetappe wurde in Kauf genommen. Also wieder auf die A31 und über Dijon zur A6, der Autoroute du Soleil. Ab Tournus sollte es dann zunächst mal Schluss sein, mit der Autobahnfahrerei. An der gleichnamigen Abfahrt fuhren wir auf die D975 bis Bourg-en-Bresse. Von dort aus über die N75 bis Ambérieu-en-Bugey. Wir fuhren durch den Ort Pont-d´Ain, den wir schon auf einer früheren Fahrt als besonders trostloses Nachtquartier kennen gelernt hatten, und dann weiter auf der N504 in Richtung Chambéry. Nachdem wir ja bisher viel "plattes Land" gefahren waren, kam uns die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Ambérieu-en-Bugey und Belley sehr gelegen. Weite geschwungene Kurven zwischen Hügeln und immer wieder kleine Ortschaften, in denen der Cafe au lait besonders gut schmeckt.

So ging es weiter bis wir durch den Tunnel am Mount du Chat fuhren und der prächtigen Lac du Bourget vor uns lag. Wir beschlossen hier unser Nachtquartier aufzuschlagen und fanden in Ais-les-Bains einen Camping Municipal, der wirklich empfehlenswert ist. Der Name ist Camping du Sierroz und der Platz hat den großen Vorteil, dass Zelte auf einer eigenen Wiese untergebracht werden. Reservieren kann man nicht, so dass nur eine Anreise auf gut Glück Sinn macht.

Die Preise waren human, das kleine, zum Campingplatz gehörende, Geschäft ist allerdings nur bedingt zu empfehlen. Der dort erstandene Ziegenkäse konnte schon laufen. Die Reklamation stieß auf Unverständnis, zunächst wollte uns der Ladenbesitzer ein neues Stück geben, wir ließen uns auf keine Diskussion ein und forderten erfolgreich das Geld zurück. In Richtung Stadt in durchaus fußläufiger Entfernung fanden wir einen Supermarché, der neben dem größeren Angebot und den günstigeren Preisen auch qualitativ bessere Waren vorzuweisen hatte.

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3. Tag

Tagesausflug rund um den Lac du Bourget.

Wir blieben zwei Nächte in Aix-les-Bains und machten einen kleinen Ausflug in die Nachbarschaft. Wir fuhren zunächst in nördlicher Richtung am östlichen Seeufer entlang. Diese Strecke auf der D991 hat außer dem schönen Seeblick nur die nervige Eisenbahnlinie zu bieten. Bei Chatillon bogen wir am nördlichen Seeufer auf die D914 ab. Ab hier folgen einige wunderschöne Serpentinen auf den Mount de la Charvaz.

Auf keinen Fall sollte man hier einen Besuch der Abb. de Hautecombe versäumen. Die alte Abtei liegt malerisch am westlichen Seeufer und kann nur über eine Stichstraße erreicht werden. Entsprechende Hinweisschilder findet man leicht. Die Abtei bietet einen schönen Blick auf den See in Richtung Aix-les-Bains. Auch die Kirche ist recht sehenswert.

Weiter ging es hinauf auf den Mout de la Charvaz und der nächst Stop ist ein Straßencafe mit traumhafter Sicht, direkt im Steilhang über der Abtei gelegen. Wer Glück hat, ergattert einen Sitzplatz am Geländer und hat, soweit er schwindelfrei ist, einen wunderschönen Blick auf die Abtei und den See.

Weiter ging es wieder serpentinenmäßig bergab bis Bourdeau und dann auf der D 14 und N504 in Richtung Chambery. In Chambery sind wir weiter auf der N6 in Richtung Albertville gefahren bis zum Ort Montmelian. Die Durchfahrt Chambery ist wenig erfreulich, da es sich doch um eine recht große Stadt handelt.

Also sind wir bei Montmelian von der N6 auf die D11 gewechselt und in eine wunderschöne, einsame Berggegend gefahren. Zunächst einige obligatorische, steile Serpentinen bis le Boyat und dann auf der D206 über ein Hochplateau in Richtung Allion-le-Jeune. Hier gab es einen Imbiss im einzigen Lokal des Ortes. Der Ort besteht lediglich aus einigen Häusern und Bauernhöfen.

Weiter ging es über die D59, diesmal eine recht gerades Straßenstück, nach Arith Lescheraines und hier über die D912 bis la Féclaz. Ab hier wieder gebirgig über die D913 nach Aix-les-Bains. Auf dieser kleinen Tagesetappe haben wir schon einige Col's erklommen. Das war der beste Ausgleich für die Autobahnfahren der letzten beiden Tage und so konnten wir entspannt den Sonntagabend in Aix-les-Bains genießen.

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4. Tag

Von Aix-le-Bains nach Lanslebourg-Mont-Cenis.

Es ist Montag und Zeit zum weiterreisen. Zunächst in Richtung Chambery (N201 und N6) und dann weiter auf der N6 in Richtung Albertville. Das Stück bis Montmelian kannten wir ja schon. Ab dort eine unspektakuläre, gerade Straße bis Albertville. Landschaftlich schön ist der Höhenzug zur Linken und natürlich die Isére, deren Verlauf wir nun folgten.

Als wir so mit Tempo 110 über die Straße rollten, sah ich im Rückspiegel zwei Motorradpolizisten, die uns folgten. Oh je, dachte ich, das gibt ein Knöllchen - aber weit gefehlt. Die Polizisten überholten uns zügig und hoben dabei die Hand zum Gruße. Diese Lockerheit liebe ich an Frankreich und seinen Bewohnern.

In Albertville "gönnten" wir uns noch ein Stückchen autobahnähnlicher Straße, die N90 in Richtung Moutiers. Dann ging es weiter auf der N90 in Richtung Bourg-St. Maurice. Da wurden die Hügel schon zu höheren Bergen und die Isére war kleiner und wilder geworden. Unserem Motto "folge der Isére" treu, bogen wird nach Bourg-St. Maurice auf die D902 in Richtung Val d ´Isére ab. Wer das Hochgebirge mag, ist hier garantiert richtig aufgehoben. Landschaftlich gelungene Umgebung, Wasserfälle, hohe Berge und eine ziemlich miserable Straße. Vom letzten Winter waren die Schlaglöcher und Längsrisse noch nicht wieder hergestellt.

Eine kurze Pause gönnten wir uns am Lac du Chevril, einem imposanten Stausee, dem schon einige Liter zum Höchststand fehlten. Val d´Isére war das nächste Ziel, hier sollte etwas Verpflegung auf uns warten. Der Supermarché hatte leider geschlossen und die Restaurants waren einfach zu teuer. Bemerkenswert waren die Leute, die im Skianzug und mit voller Ausrüstung durch den Sommer stiefelten. Wir schwitzen in den Lederkombis und andere gingen zum aprés Ski.

Nun galt es einen wirklich hohen Col zu bezwingen, den Col de l´Iseran mit stolzen 2764 Metern über NN. Neben den motorisierten Zweiradfahrern gab es Unmengen an Pedalsportlern, die sich kurz vor dem Infarkt die Serpentinen hoch strampelten - was der Mensch sich so alles antut. Oben angekommen musste die Aussicht natürlich ausgiebig genossen und der Schnee begutachtet werden. Die Moppeds sprangen nur widerwillig an, ob das an der dünnen Luft gelegen hat? Abwärts konnten die Radsportler auch wieder mehr lachen.

Durch ein wunderschönes Tal ging es in Richtung Bessans wieder bergab auf der D902. Im Ort Lanslebourg/Mont-Cenis wartete schon der nächste Campingplatz auf uns. Es war der Camping-Caravaneige Municipal, der auf der rechten Seite der Straße zu finden ist. Der erste Eindruck lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein, da es sich um einen zunächst schmuckloser Platz handelt, der sich auf Wintercamping spezialisiert hat. Wenn man aber bis zum Platzende geht, findet man dort eine kleine Abfahrt auf zwei terrassenförmige Wiesen, die zum Zelten einfach ideal sind. Direkt an einem kleinen Wasserfall gelegen, stellten wir unsere Zelte auf und begaben uns dann in T-Shirt und kurzer Hose zum Einkauf in das nahegelegene Dorf.

Als wir uns an die Zubereitung des Abendbrots machten, zog ich mir schon mal die lange Hose über und eine halbe Stunde später folgte ein Fleecepullover. Es wurde empfindlich kalt, bisher hatten wir mit dem Wetter ja Glück gehabt und immer die richtige Entscheidung bei der Richtungswahl getroffen. Wir sind dann recht schnell in die Zelte verschwunden und kurz darauf erklang das liebliche Geräusch von Regentropfen auf dem Zeltdach.

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5. Tag

Von Lanslebourg-Mont-Cenis nach Castellane.

Am Morgen war der Himmel zugezogen und es nieselte leicht, kein besonders erfreulicher Start in den jungen Morgen. Zuerst mal zur Dusche und dann weitersehen.

Siehe da, zwei Biker aus Bayern haben hier ebenfalls übernachtet. Neidvoll nehmen sie zur Kenntnis, dass unser Urlaub gerade angefangen hat, sie befinden sich auf der Rückfahrt. Nach gewohnt spartanischem Frühstück überlegen wir, ob wir trotz der geschlossenen und niedrig hängenden Wolkendecke über den Col du Mont-Cenis einen Abstecher nach Italien wagen wollen, oder weiter auf der N6 in Richtung St.Jean-de-Maurienne fahren sollen.

Der Col du Mont-Cenis sollte der Gewinner bleiben, aber wie diese Etappe sich darstellte sollte, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Vom angeblich schönen Lac du Mont-Cenis auf ca. 2100 Metern Höhe haben wir nicht einen Wassertropfen zu Gesicht bekommen. Die Wolken hingen so tief und waren wie dichtester Nebel. Die Sicht betrug stellenweise nicht mehr als 5 - 10 Meter, das machte diese Fahrt nicht unbedingt zum Vergnügen. Von der nasskalten Witterung mal abgesehen, kamen wir bei unseren Bemühungen, auf der Straße zu bleiben und nicht aus Versehen in irgend einen Wirtschaftsweg abzubiegen, ganz schön in Schwitzen.

So waren wir dann nach guten 40 Kilometern froh, als auf der italienischen Seite des Berges, die Sicht langsam wieder besser wurde. Schnell die Serpentinen runter und in dem Ort Susa erst mal Kaffee und Benzin getankt. Von dort über die S24 bis Ouix und weiter auf der gleichen Straße nach Cesana Torinese. Dann über den Col de Montgenévre wieder über die Grenze nach Frankreich die N94 bis Briancon. Die Strecke über den Col de Montgenévre ist wirklich empfehlenswert. Tolle Kurven und eine wunderschöne Gegend, wenn auch ein wenig durch die Wintersportanlagen entfremdet.

Weiter ging es über die N94 in Richtung Gap, über Embrun. Am Lac de Serre-Poncon folgten wir dann kurz der großen Brücke über den See der D954 in Richtung le Lauzet-Ubaye. Die Straße am See ist schön zu fahren, sowohl die Kurven als auch der Blick auf den See sind wirklich toll. Ab le Lauzet-Ubaye folgten wir der D900 bis Barcelonnette. Von hieraus ging es über die D902 und D908 durch die Gorges de la Malune um den Col d ´Allos zu bezwingen. Die Straße war sehr schmal und stellenweise in schlechtem Zustand, so dass wir mehr Zeit verbrauchten, als erwartet. Landschaftlich gab es nichts zu mäkeln, eine einsame und verlassene, aber auch wunderschöne Gegend. Runter ging es dann über la Foux d ´Allos nach Allos und weiter dem Verdon entlang nach Colmars. In Thorame-Haute wechselten wir auf die D955 um zum Lac de Castillon zu gelangen.

Wir spürten den langen Tag schon ganz schön in den Handgelenken und Armen, aber wir wollten noch bis Castellane weiterfahren. So blieben wir auf der D955 bis Castellane und suchten nicht lange nach einem Campingplatz für die nächsten zwei Nächte. Wir blieben auf dem Camping International. Der Platz liegt an der N85 und so wird man früh durch den regen Autoverkehr geweckt. Wenn wir noch nicht so müde gewesen wären, hätten wir uns sicher besser nach einem anderen Platz umgesehen. Der Ort ist recht anschaulich und lädt abends auch zum Verweilen in einem Cafe ein.

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6. Tag

Tagesausflug rund um den Grand Canyon du Verdon.

Am nächsten Tag stand die Verdonschlucht auf dem Programm. Obwohl wir schon einmal die Schlucht in früheren Jahren umfahren sind, wollten wir uns das Naturschauspiel gerne noch mal anschauen. So packten wir unsere Badesachen unter die Rückbank und fuhren über die D952 in Richtung Grand Canyon du Verdon. Zunächst sollte die südlich gelegene Route befahren werden und so bogen wir in Pont-du-Soleils auf die D955 in Richtung Comps-s-Artuby ab. In Riblaquon wollten wir abkürzen und über die D90 zur D71 wechseln. Das war eine ganz schlechte Wahl, die Straße (war das überhaupt noch eine?) war schmal und von Schlaglöcher zerfressen. Die wenigen intakten Stellen waren mit Bodenwellen durchzogen, so dass uns die 6 Kilometer vorkamen, wie eine Tagesetappe.

Am Eingang zum Grand Canyon war aber alles wieder vergessen und wir genossen die Fahrt auf der Südroute. Der Canyon ist wirklich unbeschreiblich eindrucksvoll. Wenn man das Glück hat und die Straße ist nicht so übervölkert, so kann man die Fahrt wirklich genießen, aber Vorsicht! In den vielen kleine Tunneln machen Ziegenherden gerne mal ein Mittagschläfchen. Wenn man von der hellen, sonnigen Straße in die dunklen Tunnel einfährt, kann so ein Erlebnis schon durchaus einen gehörigen Schrecken bescheren.

Ausgiebige Rast haben wir dann am Lac de Ste Croix gemacht, wo wir auch zum ersten Mal in diesem Urlaub die Badehose strapazierten. An einer, abseits des Trubels gelegenen Stelle, konnten wir das Bad im türkisfarbenen Wasser so richtig genießen. Die Rückfahrt über Moustiers-Ste.-Marie war ebenfalls sehr schön. Wir versuchten noch den Schlenker über die D23 mitzunehmen, aber am Collet Barris ging es nicht mehr weiter und wir mussten zurück nach la Palut-s-Verdon. Ab hier blieben wir auf der D952 und fuhren zurück nach Castellane.

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7. Tag

Von Castellane nach St. Tropez.

Genug der einsamen Bergwelten, wir wollten endlich das Mittelmeer wiedersehen. Also die Zelte abgebaut, das Gepäck verstaut und weiter geht es, in Richtung Süden.

Über die N85, die auch den schönen Name Route Napoleon trägt, ging es bis le Logis-du-Pins. Dort sind wir rechts auf die D21 in Richtung Comps-s-Artuby abgebogen. Ab Comps-s-Artuby weiter auf der D955, vorbei am großen Militärgelände Camp Militaire de Canjuers. Dann wird es wieder schöner, insbesondere ab Chateaudouble in den gleichnamigen Gorges.

Weiter ging es nach Draguignan, wo am Marktplatz wir eine kleine Pause mit Croissants einlegten. Wir folgten der Ortsdurchfahrt auf der N555 und fuhren dann über die D25 in Richtung Ste.Maxime. Die Durchfahrt durch das Massif des Maures habe ich sehr genossen, die Temperaturen stiegen gleichmäßig und ließen ein abendliches Bad im Mittelmeer erwarten. Endlich sahen wir das Meer, so blau wie der Himmel. In Ste.Maxime quälten wir uns über die Küstenstraße in Richtung St.Tropez. Vor Trop bogen wir rechts auf die D93 in Richtung Ramatuelle ab.

Unser Quartier für die nächsten Tage sollte der Camping Kon-Tiki werden. Die benachbarten Plätze am Plage de Pampelonne kannten wir bereits von früheren Reisen. Es gibt dort noch die Plätze Camping Toison d´Or und Camping Les Tournels. Leider sind Camper mit Zelt nicht mehr so gerne gesehen und werden entweder zwischen Wohnwagen oder -mobilen gezwängt oder dürfen sich direkt an einem Sanitärgebäude niederlassen.

Auf dem Kon-Tiki konnten wir zumindest zwischen Alternativen wählen und fanden einen geräumigen Platz unter Pinien, der uns zusagte. Über die Preise darf man allerdings nicht weiter nachdenken, für eine Nacht auf diesem Platz kann man in den Alpen schon eine ganze Woche bleiben. Aber so ist nun mal die Cote d´azur!

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8. Tag

Badetag!

Nun war erst einmal Baden angesagt. Heute konnte uns nichts vom Strand weglocken und die Motorräder wussten gar nicht wie ihnen geschah. Keine Bewegung am heutigen Tag

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9. Tag

Tagesausflug nach la-Garde-Freinet.

Ein Ausflug nach la-Garde-Freinet stand auf dem Plan. Für die kommenden Tage haben wir uns auf halbtägige Ausflüge und halbtägiges Baden im Meer geeinigt. Die Fahrt über Ramatuelle ist empfehlenswert, das Örtchen hat wirklich Charme und man kann dort recht gut essen. Die Preise sind gerade noch erträglich, aber dafür stimmt zumindest die Qualität und Quantität der Gerichte.

Über die D61 geht es über Grimaut nach la-Garde-Freinet. Die Straße ist in einem Top-Zustand und so kurvig, dass einem schon fast schlecht werden kann. In la-Garde-Freinet haben wir nur einen kleinen Café zu uns genommen und sind dann noch weiter die D558 gefahren. Dann auf die D75 nach les Mayons, eine wirklich üble Plackerei, da die Straße frisch geteert worden war. Den Rollsplitt konnten wir am Abend gleich kiloweise von der Hinterradschwinge kratzen.

Auf der D39 ging es weiter nach Collobrières, die Straßenverhältnisse wurden nicht viel besser. Ab da die D14 nach Pierrefeu-du-Var, endlich wieder Straße ohne schmierigen Teer und Rollsplitt. Über die D12 in Richtung Hyères und gleich weiter über die N98 nach Bormes-les-Mimoses. Von hier ab die D559 an der Küste entlang.

Wer diese Route fahren möchte, sucht sich am besten eine verkehrsarme Zeit. Dann werden die geschwungenen Straßen an der Küste zum Genuss. Le Lavandou und Cabalaire-s-Mer sind ebenfalls recht nette Orte, die allerdings, wie alles an der Cote, vom Tourismus geprägt sind. Wer Ruhe sucht, ist hier sicherlich falsch am Platze. In la Croix-Valmer geht es wieder ländlich auf der D93 in Richtung Ramatuelle und Camping Kon-Tiki weiter.

Die Tagestour ist vollbracht und die Motorräder müssen einer gründlichen Reinigung vom Teer und dem Rollsplitt unterzogen werden. So verbringen wir den Nachmittag nicht nur im Wasser, sondern wir pflegen unsere Maschinen - muss ja auch mal sein.

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10. Tag

Tagesausflug nach St. Tropez

Am frühen Morgen sollte es nach St.Tropez gehen, also ein kurzer Ausflug in die Welt der wirklich Reichen. Der alte Hafen mit den sündhaft teuren Luxusyachten ist sicherlich einen Besuch wert. Die Motorräder kann man direkt am alten Hafen parken. Der Café au Lait am Hafen für schlappe 4 € ist es aber wirklich wert. Was da so an einem vorbei stolziert ist kaum zu glauben. Von jungen, hübschen Frauen bis hin zu Kalle Koslowski vonne Ackerstraße ist wirklich alles vertreten. Tja hier sitzt man in der ersten Reihe. Die alte Zitadelle wollte auch noch erobert werden und bietet einen schönen Blick über den Golf von St. Tropez. Für die Rückfahrt haben wir dann noch die Straße an den Villen auf dem Cap de St. Tropez vorbei gewählt. Nachmittags wurde die übliche Körper- und Seelenhygiene im Mittelmeer vollzogen.

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11. Tag

Tagesausflug zur Gorges du Loup.

Endlich mal wieder einen Tagesausflug. Die Wolfsschlucht ruft! In diesem Urlaub nehmen wir zum zweiten Mal Anlauf, vor einiger Zeit hatten wir uns in Grasse verloren. Die Anreise erfolgt über die Küstenstraße N98 in Richtung Monte Carlo. Die Küstenstraße ist wirklich ein Traum, leider nur meist völlig verstopft. Also, eine günstige Uhrzeit wählen, nicht vor 9:00 Uhr aber auch nicht nach 14:00 Uhr, denn dann ist der Megastau garantiert.

Einer der schönsten Abschnitte ist sicherlich der Teil zwischen St.Raphael und Cannes. Das Massif de Esterel, mit dem roten Gestein ist schon ein faszinierender Anblick. Die Straßenführung lässt auch nichts zu wünschen übrig, Kurven über Kurven. Rechts das Meer und links die Hügel. Die vielen Ortsdurchfahrten brauchen entsprechend Zeit, so dass man sich für diesen Ausflug wirklich einen Tag reservieren sollte.

In la Napoule fahren wir in Richtung Mandelieu weiter. Dann über die D109 nach Grasse. Irgendwie finden wir in Grasse den Weg Richtung Villeneuve Loubet auf der D85. Den Weg durch Grasse würde ich kein zweites Mal finden, so oft haben wir uns in den Gassen verfahren. Wir sind dann bis zu Commune de Roquefort-les-Pins gefahren und haben dort erst einmal eine kleine Pause eingelegt.

Dann ging es weiter über die D7 bis zur Abzweigung der D6 in Richtung Schlucht. Die Abzweigung ist ein bisschen kniffelig zu finden. Wenn man erst einmal an der Schlucht ist, geht es den Wegweisern nach. Der nächste Stop war am Saut du Loup. Der Blick auf den "Wolfssprung" ist wirklich grandios. Auf der östlichen Schluchtseite ist das Dorf Gourdon malerisch auf den Felsen geklebt.

Nach der Befahrung der Schlucht ging es dann über Grasse auf die D562 in Richtung Draguignan und von dort aus weiter über die N555 und D25 nach St. Maxime. Von hier aus wieder die Küstenstraße in Richtung St.Tropez und anschließend zum Campingplatz über die D93.

Die Etappe war recht anstrengend gewesen, sie hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Die Wolfsschlucht ist landschaftlich sehr schön und lädt neben den Genüssen für Motorradfahrer auch zu Klettertouren und Wanderungen ein.

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12. Tag

Badetag!

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13. Tag

Von St.Tropez nach I´isle-sur-le-Doubs.

Der letzte Tag am Meer. Zum einen bin ich froh dem Trubel wieder zu entkommen, andererseits bin ich auch ein wenig traurig, weil es wieder Heim geht. Wir haben und 3 Tage Zeit genommen, um die Heimreise zu bewältigen. Aber wie schon so oft, werden wir wahrscheinlich nur 2 Tage brauchen. Die Devise war, in Frankreich keine Autobahn auf der Rückfahrt; und wir haben es auch so gehalten.

Es ging morgens früh um 7 Uhr los. 6 Uhr aufstehen, packen und beladen, kurze Dusche und los geht es. Über die Küstenstraße bis St.Maxime, dann über die D25 Richtung Draguignan. Ab hier weiter über die D557 Richtung Flyosc, Villecroze bis Aups. Aups war uns wohlbekannt, eine kleine Tankpause machten wir dieses Mal. Die Lavendelfelder wollten wir unbedingt noch sehen. Also, weiter über die D957 Richtung Grand Canyon, dann links in St.Andrieux auf die D49 abgebogen. Am westlichen Teil des Lac de Ste. Croix entlang bis Riez.

Ist das alles lila hier!!! Lavendelfelder soweit das Auge reicht und die Nase es aushält. Genau so muss es sein. Von Riez weiter über die D953 in Richtung Puimoisson bis Bras d´Asse, hier auf die D907 Richtung Digne-les-Bains. Nach Mézel geht es weiter auf die N85, besser schon als Route Napoleon bekannt. Von Digne-les-Baines nach Sisteron. Hier folgte die nächste Pause. Sisteron ist ebenfalls ein schönes Städtchen, direkt am Fluss gelegen.

Nach Sisteron wechseln wir auf die N75 in Richtung Serres, dann über Aspres-s-Buéch immer weiter in Richtung Grenoble. Nach Grenoble geht es weiter in Richtung Bourg-en-Bresse, immer noch die N75. Ab Bourg-en-Bresse auf der N83 Richtung Lons-le-Saunier und weiter auf der gleichen Straße nach Besancon. Dann ging es noch in Richtung Belfort bis zum Dorf I´isle-sur-le-Doubs, hier ist ein Campingplatz direkt an dem Fluss Doubs. Der Camping Municipal les Lumes ist ein kleines Wiesengelände, direkt am Dorf gelegen. Die Leute sind freundliche und die Preise sind es auch.

Die Nacht war ungewohnt feucht durch die Flussnähe, an der Cote war es eben doch anders. Aber diese Tagesetappe war schon mächtig und wir konnten uns nicht über Schlaflosigkeit beklagen. Am anderen Morgen das gewohnte Bild, früh raus, duschen, packen und los geht es.

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14. Tag

Von I´isle-sur-le-Doubs nach Gelsenkirchen.

Der letzte Tag, heute wollen wir es bis nach Hause schaffen. Eine lange Autobahnetappe steht uns bevor und die Stimmung ist nicht so gut. Wir treffen noch zwei Biker, die ihren Urlaub gerade erst beginnen, nun können wir es den Bayern nachempfinden, die wir bei Val d´Isere getroffen haben. Nun denn, heimwärts geht es.

In Belfort fahren wir auf die Autobahn A36 und dann via Mulhouse nach Deutschland auf die A5 Richtung Freiburg. Bis Karlsruhe bleiben wir auf der A5 und wechseln dann, nach einer Stadtdurchfahrt in Karlsruhe auf die linksrheinische A65. Wir gönnen uns noch einen kleinen Stau direkt nach Karlsruhe und fahren dann weiter bis Ludwigshafen. Hier geht es weiter mit der A61 Richtung Koblenz und dann nach Köln. Über den Kölner Ring auf die A3 und dann noch ein Stückchen A42 bis Gelsenkirchen.

Wir sind wieder zu Hause. Wo sind die 2 Wochen nur geblieben? Ich könnte voll tanken und direkt wieder losfahren! Ein wirklich toller Urlaub und was das ganz besondere war, wir sind nicht einmal richtig in den Regen gekommen!!! Gute Streckenplanung, nicht wahr?

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