Frankreich 2003

Reisezeit:

04. Juli bis 19. Juli 2003

© für alle Fotos: Ulrich Spittka

Reiseroute:

In diesem Jahr war unserer Urlaubsplanung sehr konkret ausgefallen. Die Devise war zunächst durch die französischen Alpen zu fahren und dort Pässe zu sammeln. Anschließend soll es zur Mittelmeerküste gehen und in der Nähe von St. Tropez einen kleinen Badeaufenthalt geben.

Die Reise begann schon am Freitag Vormittag.
Das Mopped ist beladen, gleich geht es los!

1. Tag

Von Gelsenkirchen nach LŽIsle-s-le-Doubs [ca. 640 km].

Der Start in den Urlaub fand in diesem Jahr recht früh am Tage statt. Im Gegensatz zu den vorher gegangenen Jahren wollten wir nicht erst Mittags starten, sondern schon um 9 Uhr vormittags. Das Wetter sah durchwachsen aus und ich packte meine Regenpellerine nicht zu tief ein. Ich holte Uwe ab und wir brauchten dieses Mal die Reise nicht wie im letzten Jahr in seiner Hausdurchfahrt neu planen.

Wir fuhren über die A42 in Richtung Duisburg und wechselten dann auf die A3 in Richtung Köln. Von hieraus ging es weiter in Richtung Freiburg. Nach Köln habe ich mir dann auch bei einer Tankpause die Regenkombi übergestreift, da es doch immer heftiger zu regnen anfing.
Stell Dir vor was wäre wenn eine Tour ohne Regenkombi möglich wäre.
Das unangenehmste war nicht der eigentliche Regen, sondern die Gischt, die durch die Autoreifen hochgeschleudert wurde. Die Brummis waren darin besonders fleißig. Die Autobahnfahrt selbst verlief recht ereignislos. Nach dem Grenzübergang bei Muhlhouse machten wir eine kleine Pause und ich stieg aus der Regenkombi, da das Wetter sich beruhigt hatte.

Die Grenze ist geschafft. Die Sonne scheint, raus aus den nassen Sachen.

Bei Montbeliard verließen wir die Autobahn und ich verfranzte mich gleich im ersten Kreisverkehr völlig. Ich wählte die falsche Ausfahrt und merkte dann nach einigen Kilometern, dass dies nicht die richtige Richtung sein konnte. Nach einer Kurskorrektur um 180 Grad kamen wir in die richtige Richtung und fuhren zum schönen Tal der Doubs. Da der Regen wieder eingesetzt hatte, beschlossen wir schon früh am Tage einen Campingplatz aufzusuchen und auf besseres Wetter zu warten. Da wir schon in den Vorjahren gute Erfahrungen mit dem Campingplatz in LŽIsle-s-le-Doubs gemacht hatten, schlugen wir auch in diesem Jahr hier unsere Zelte auf.

Der Patron war nicht anwesend und die Rezeption nicht besetzt, aber es kam ein freundlicher Zeitgenosse sofort auf uns zu und überschüttete mich mit einem Redeschwall, natürlich in der Landessprache. Da meine französischen Sprachkenntnisse allenfalls für einen Einkauf im Supermarkt reichen, war mir völlig unklar was der Mensch mir mitteilen wollte. Wir verständigten uns darauf, dass wir unsere Personalausweise in seine Obhut gaben und schon einmal die Zelte aufbauen durften. Um 20 Uhr sollte dann der Patron eintreffen.
Das erste Nachtlager ist errichtet.
Nachdem wir den Regenschauer im Sanitärhaus abgewartet hatten bauten wir unsere Zelte auf und machten uns stadtfein. Im Dorf wollten wir essen gehen und suchten nach einem geeigneten Restaurant. Das erste Lokal entsprach nicht unseren kulinarischen Erwartungen und so kehrten wir in eine Pizzeria ein, ein typisch französisches Essen sollte also eingenommen werden. Anschließend nahmen wir noch ein (oder waren es zwei ?) Bier in einer Bar. Die Stimmung war ungemein gut, da wir zunächst die einzigen Gäste waren und uns in allerbester Laune befanden. Nachdem dann doch noch einige einheimische Jugendliche eintrafen, wurden wir sofort zu einem Tischfussball-Turnier eingeladen. Die jungen Franzosen waren recht siegessicher und wir wollten ihnen nicht den Spaß verderben, außerdem waren wir in Gönnerlaune. So gingen die Spiele trotz unseres sportlichen Ehrgeizes recht eindeutig zugunsten der Heimmannschaft aus.

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2. Tag

Von LŽIsle-s-le-Doubs nach Môutiers [ca. xxx km].

Am frühen Morgen war die Welt und das Wetter wieder in Ordnung. Das Außenzelt war durch den Morgentau und den nahen Fluss sehr feucht und ein kurzfristiges Trocknen schien nicht möglich. Also wurde das Zelt eben feucht eingepackt, für den einen Tag sollte das wohl keine Schäden verursachen. Zügig wurden die Sachen aufgerödelt.

So ein Supersportler eignet sich übrigens auch als Packesel.
Nicht nur Sportler, sondern auch als Lastesel geeignet.
Heute sollte es weiter in Richtung Alpen gehen. Die Wolken nahmen wieder zu und wir waren bestrebt, ein gutes Stück weiter südwärts zu kommen.
Schöne Gegend.
Trotzdem muss man sich auch mal eine Pause gönnen - soviel Zeit muss sein. Nach einer Tasse Caffeé geht es dann auch gleich wieder besser.
Frühstück auf französiche Art.
Wir fuhren über die N83 zunächst nach Besancon und dann weiter bis Poligny. Uwe verhinderte dann an einer Tankstelle noch ein Unglück. Ein LKW-Fahrer hatte es versäumt, die hinteren Türen des Laderaums zu schließen und wollte mit offenem Heck durchstarten. Uwe hat sofort reagiert und ausschließlich mit seiner eindrucksvollen französischen Körpersprache dem Fahrer deutlich gemacht, dass Gefahr im Verzuge ist. Nach dieser guten Tat ging es weiter und wir wechselten auf die N5 in Richtung Genf. Schön war der Blick auf den Genfer See, die Stadt umfuhren wir jedoch großzügig über die D984.

Dann ging es über die N508 nach Annecy. Der Lac d'Annecy präsentierte sich ebenfalls in sattem Türkis.
Blick in Richtung Annecy
Die Temperaturen erreichten nun die Werte, die wir uns gewünscht hatten. Die Mittagspause bei Lidl wurde ebenfalls zu einem kleinen Striptease genutzt, die Fleece-Pullover wurden verstaut und sollten in diesem Urlaub auch nicht wieder zum Einsatz kommen.
Auf dem Lidl-Parkplatz.
Eigentlich wollten wir am Ostufer des Lac d'Annecy den Col de la Forclaz überqueren, aber wir verpassten die richtige Straße und fuhren nun am westlichen Ufer des Sees auf der N508 weiter. Bei der Routenwahl darf man ruhig mal großzügig sein und eine Korrektur wollten wir angesichts des Stadtverkehrs nicht wirklich vornehmen. Bei Ugine wechselten wir auf die N212 nach Albertville und hier auf die N90 in Richtung Môutiers.

Der autobahnähnliche Ausbau der Straße ließ uns zwar schnell vorankommen, aber schön ist diese Strecke nicht. Bei Aigueblanche verließen wir die N90 und machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Den Col de Madeleine wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben. Hinweisschilder für Campingplätze gab es reichlich, der erste Platz befand sich im Garten eines kleinen Wohnkomplexes. Eine Rezeption war nicht zu finden. Als wir etwas ratlos umhersahen, kam ein alter Franzose zu uns, um zu helfen. Die Sprachbarriere trug dazu bei, dass wir uns unverrichteter Dinge wieder auf die Suche machen mussten.

Der zweite Campingplatz war schnell gefunden, aber wo war der Eingang des Platzes. Wir fuhren den Zaun ab und fanden ihn endlich. Hier gab es zwar eine Rezeption, aber die war nicht besetzt. Ein kleiner Zettel gab eine Handynummer an, die angerufen werden sollte. Ein Anruf erschien uns wenig sinnvoll, da die heutige Handygeneration noch keine Körpersprache übermittelt. Wieder konsultierte uns ein hilfsbereiter Franzose. Diesmal hatten wir mehr Glück, er sprach auch Englisch und so gab er uns den Rat, unser Zelt einfach irgendwo aufzubauen. Wenn niemand da sei, wäre das schließlich nicht unsere Schuld. Wir waren etwas skeptisch, ob wir seinen Rat wirklich befolgen sollten. Letztendlich tauchte eine Dame von der Rezeption auf und enthob uns kurzerhand von dieser Entscheidung. Das Ergebnis ähnelte aber dem Rat des Franzosen, wir sollten unser Zelt dort aufstellen, wo es uns am besten gefallen würde. Gesagt - getan; im Aufbau unserer Zelte sind wir so fix, dass wir bei "Wetten das" die besten Chancen hätten.
Camping in der Nähe des ersten Col Cooles outfit, nicht wahr ?
Da meine Socken schon gut "gequalmt" hatten und ich außerdem Insekten und andere unliebsame Gäste abwehren wollte, befestigte ich meine "Biowaffe" direkt am Zelteingang.
Der ultimative Fliegenfänger.
Der Platz als solches war ganz schön, alter Baumbestand mit guter Wiese als Untergrund. Die meisten Gäste waren Dauercamper. Hier war es wohl gute Tradition seinen Wohnwagen zunächst mit einer Außenmauer zu verstärken und dann ein Dach darüber zu errichten. So ähnelten die meisten Unterkünfte eher kleinen Ferienhäusern als Wohnwagen. Dabei konnten wir auch Objekte bestaunen, die über die hohe Baukunst der Camper Zeugnis ablegten. Frei von jeglichen Statikproblemen wurde lustig an- und übereinander geschachtelt und gewerkelt.

Ein besonderer Genuss war die Gaststätte, die noch die Funktion Unterkunft des Platzinhabers und Sanitärgebäude hatte. Wir hatten zwar selbst gekocht, statteten am Abend dem Restaurant aber trotzdem einen Besuch ab. Unsere Überraschung war groß, als wir feststellen mussten, dass es sich offensichtlich um ein regional bekanntes Feinschmeckerlokal handelte. Von nah und fern kamen Gäste, um hier zu speisen. Unsere legere Abendkleidung, in Form eines Campingplatzsmokings, wurde aber akzeptiert und auch unser Wunsch, nur gekühlte Getränke zu ordern, stieß ebenfalls auf keinen Widerstand des Wirtes. Da es am nächsten Tag über die ersten ernsthaften Pässe gehen sollte, begaben wir uns früh in den Schlafsack.

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3. Tag

Von Môutiers nach Château-Queyras [ca. xxx km].

Der erste größere Pass stand auf dem Programm. Der Col de Madeleine, den wir schon vor einigen Jahren erfolglos (wegen Schnee gesperrt) bezwingen wollten, sollte unser erster Pass der Tour sein. Es war recht viel Verkehr am heutigen Sonntag. Die vielen Radfahrer erweckten schon fast den Eindruck, als wären wir der Tour de France in die Quere gekommen. Die Bergfahrt war wirklich toll, obwohl der Straßenbelag uns zu sehr vorsichtiger Fahrweise veranlasste.
Der weg zum Col de Madeleine.
Die Schäden, in Form von Rissen und Schlaglöchern, wechselten sich mit kleinerem und auch größerem Steinschlag ab. Als wir die Passhöhe erreichten, bot sich ein tolles Panorama.
Blick ins Tal.
Im Tal konnte man in der Vormittagssonne die kleinen Dörfer erkennen und die alpine Umgebung war sowieso beeindruckend. Nun musste noch das Beweisfoto gemacht werden.
Oben angekommen.
Hier oben war ganz schön was los, Motorradfahrer und Radfahrer standen in großer Anzahl auf dem Parkplatz. Wir verabschiedeten uns wieder und fuhren ins nächste Tal.
Und hier geht es weiter in Richtung nächster Pass.
Hier machten wir in St. Martin la Chambre Rast und nahmen unser Frühstück ein. Auf der N6 ging es weiter in Richtung Süden. Neben der N6 verläuft die Autobahn und trotz des Bergpanoramas sahen wir zu, dass wir bei St.Michel de Maurienne auf die D902 abbogen, um zunächst den Col du Telegraph zu erklimmen. Schaut man nach oben, so sind die vielen Antennenanlagen auffällig. Ob der Pass den Kommunikationsanlagen seinen Name verdankt ? Auch hier war viel Verkehr und oben drängten sich die Motos.
Das obligatorische Schild. Wir waren nicht alleine.
Wir fuhren weiter und stellten fest, dass in Valloire eine Veranstaltung mit Quads durchgeführt wurde. Hunderte von Quads waren hier zu finden und eine Strecke war ebenfalls abgesteckt, auf denen sich die Fahrer abmühten. Das Städtchen war proppenvoll und wir sahen zu, dass wir weiterkamen. Die Fahrt durch das Hochtal war ebenfalls super, die Landschaft war wirklich außergewöhnlich.
Wie auf einem anderen Stern. Ja, ich bin's. Serpentinen satt.
Die Erosion hat hier eine unwirkliche Kulisse geschaffen.

Wir folgten der Straße zum Col du Galibier. Auch hier das gewohnte Bild mit Rad- und Motorradfahrern. Eine Gruppe deutschsprachiger Pedalritter fortgeschrittenen Alters kam ebenfalls an und stellte die Herzschrittmacher wieder auf normale Taktfrequenz. Auf meine Frage, ob das Befahren der Pässe mit dem Fahrrad nicht eine schmerzvolle Angelegenheit für die Oberschenkel und Waden sei, wurde mir geantwortet, dass es gar nicht weh täte, sondern nur etwas müde mache. Der Gesichtsausdruck des älteren Bikers konnte mich vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage allerdings nicht wirklich überzeugen.
Der Beweis, Teil I Der Beweis, Teil II
Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, ging es weiter ins nächste Tal. Auf der N91 fuhren wir nach Briancon und gerieten in ein Radrennen. War das die Tour de France ? Wir wurden gestoppt und mussten eine Gruppe Radrennfahrer passieren lassen, dann durften auch wir weiterfahren. Nein, die Tour de France war es sicherlich nicht, sondern eine regionale Veranstaltung in ansehnlicher Größe.

In Briancon sollte es auf der D902 weitergehen, um zum Col d'Izoard zu gelangen. Das war schwieriger als zunächst zu vermuten war. Wir verfuhren uns erst einmal gründlich und machten dann bei einem Kreisverkehr, der uns schon bekannt war, einen Neuanfang. Endlich entdeckten wir ein kleines Hinweisschild zum Col d'Izoard und folgten ihm brav. Na also, es geht doch, wenn man nur den richtigen Schildern folgt.
Kahle Hänge, aber trotzdem schön. Der Izoard
Der Col d'Izoard war ebenfalls Teil des Radrennens und die Nachzügler quälten sich noch vereinzelt über die Steigungen. Wir beschlossen, uns nach einem Nachtquartier umzusehen. Der Col de la Bonette sollte bis zum nächsten Tag warten. Bei der Talfahrt kamen wir an einigen Dörfern vorbei, die aber keine Campingplätze aufzuweisen hatten. Also bogen wir am Ende der Talfahrt nach links, auf die N947 ab. Das war zwar nicht unsere Richtung, aber das Dorf Château Queyras lag in der Nähe und war die nächste "größere" Ansiedlung auf unserer Karte. Wir mussten trotz des kleinen Ortes erst nachfragen und suchen, bevor wir den Campingplatz finden konnten. Es war ein Camping Municipal, also eine städtischer Campingplatz, der übersichtlich angelegt war. Die städtischen Campingplätze sind in Frankreich recht preiswert, eine Übernachtung für 2 Personen, 2 Zelte und 2 Motorräder kostete uns hier 8,45 Euro. Die warme Dusche war inklusive, was durchaus nicht üblich ist. Die Rezeption war wieder einmal mehr nicht besetzt und wir stellten unsere Zelte einfach an einer Stelle unserer Wahl auf.
Endlich am Camping angelangt.
Die Dame der Rezeption, die erst später ihren Dienst aufnahm, war mit unserer Platzwahl einverstanden und wir bezahlten gleich für die eine Nacht. Wir wollten uns zunächst im Dorf umsehen, dass als herausragende Attraktion das Château Ville-Vieille aufzuweisen hatte.

Als wir uns auf den Hügel hoch gekämpft hatten, zu Fuß wohlgemerkt, durften wir feststellen, dass selbst in den abgelegensten Dörfern für die Besichtigung der Ruinen ein recht ansehnliches Eintrittsgeld kassiert wird. Mit sieben Euro pro Person mussten wir den kulturellen Hochgenuss bezahlen.
Hier das Château mal von der anderen Seite.
Die Ruine war zum Teil gut erhalten und beherbergte eine Ausstellung zur Rettung der Alpenwelt. Die Funktion der restlichen Räume durfte der Besucher selbst ergründen. Aufgrund unseres großen kreativen Potenzials konnten wir uns die Burganlage gegenseitig gut erläutern.
Der Blick ins Tal war dann doch schön.
Der Ausblick war ebenfalls schön, ob das Eintrittsgeld in dieser Höhe angemessen ist, konnten wir nur bezweifeln. Aber im Urlaub soll man sich ja ruhig mal was gönnen und nicht so knickerig mit dem Geld umgehen.

Die Hoffnung nach einem Restaurant oder einer Bar war vergebens. Es gab eine Bäckerei mit Gartenwirtschaft, die gerade den Laden schloss. Am Flüsschen mit einer wildromantischen Schlucht entdeckten wir einige Kioske (die Bezeichnung Bretterbude wäre den Bauwerken ebenfalls gerecht geworden), die noch geöffnet hatten. Hier trafen sich die Sportbegeisterten, die entweder in der Schlucht klettern oder sie mit dem Kajak befahren wollten. Ein Kiosk hatten einige Gartenmöbel auf die Wiese gestellt und verkaufte neben Eis auch gekühlte alkoholische Getränke. Wir hatten zwar reichlich Hunger, aber konnten einem kühlen Blonden nicht widerstehen. Also mit unserer Abendverpflegung war es also nicht gerade gut bestellt.

Auf dem Campingplatz entdeckten wir noch das "Petit Restau", ein kleines Restaurant sollte es also sein. Es bestand aus einem als Küche umfunktionierten Wohnwagen, die Durchreiche war fachmännisch mit der Blechschere ausgeschnitten, und dem, mit Plastikmöbeln ausgestatteten Bereich für die Gäste. Damit eine richtig rustikale und gemütliche Stimmung garantiert ist, war der Gästebereich mit groben Brettern, uns als Abschwarten bekannt, umsäumt. Die Verarbeitung der Umzäunung war ebenfalls von extrem hoher handwerklicher Güte. Die durchgeschlagenen rostigen Nägel und Schrauben boten eine gute Möglichkeit, Handtaschen und ähnliches daran aufzuhängen. Für Verletzungen und Blutvergiftungen wurde allerdings keine Haftung übernommen. Wir wollten bei so hoher Esskultur nicht unangenehm auffallen und beschlossen zu späterer Stunde auf ein Glas Rosé das Lokal aufzusuchen.

Als Essen griffen wir heute auf unsere Notration zurück. Die Nudeln mit Ketschup waren zwar auch nicht die Haute d'Cusine, aber wir hatten nach der Besichtigung des Petit Restau's zu unserer Kochkunst irgendwie mehr vertrauen, als zu den Möglichkeiten des Petit Restau's. Als wir abends noch einmal vorbeischauten, waren die Tische gut gefüllt. Offensichtlich erfreute sich der Inhaber und Chef der Küche, mangels alternativer Gaststätten, eines großen Kundenkreises. Der Rosé war gut und wir wurden sogar mit kleinen Pizzastückchen versorgt. Da sie recht kross gebacken waren und so recht nicht schmecken wollten, versorgten wir den umherstreunenden Hund mit den Stückchen. Der Hund war sehr zufrieden mit der regionalen Küche und wich uns erst zur Seite, als beim Nachbartisch der Hauptgang serviert wurde. Der Hund hatte hier allerdings weniger Glück als bei uns. Statt des erhofften Fleischbrockens wurde versucht, das arme Tier mit trocken Brot abzuspeisen. Der Hund kehrte letztendlich doch zu uns zurück, wir konnten ihn aber nicht weiter versorgen, weil die Pizzahäppchen nicht nachgefüllt wurden. Wir gingen früh zu Bett. Der Tag war toll verlaufen und die bezwungenen Pässe ließen für den nächsten Tag ebenfalls tolle Eindrücke erwarten.

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4. Tag

Von Château-Queyras nach St.Martin-Vésubie [ca. xxx km].

Wir fuhren auf der D947 zurück, die zur D902 überging und fuhren nach Guillestre. Wir blieben auf der D902 um zum Col de Bonette zu gelangen. Zunächst wollte aber der Col de Vars bezwungen werden.
Am Col de Vars.
Anschließend ging es weiter talwärts. Die Kilometeranzeige des Tageskilometerzählers riet uns, umgehend zu tanken. Weit und breit war keine Tankstelle zu erwarten. Wir beschlossen zunächst in Richtung Barcelonnette zu fahren, um spätestens hier die Tanks zu füllen. Wir folgten der D900 und hatten Glück, dass ein Hotel in Jausiers den entsprechenden Service bot. Wir fanden eine Tanksäule, die durch einen Jungen bedient wurden. Mit frischem Treibstoff versehen wendeten wir und wandten uns auf der D64 dem Col de la Bonette zu.

Die Bergfahrt war in gewohnter eindrucksvoller Qualität. Die Befestigungsanlagen aus den letzten Weltkriegen waren eher bedrückend als beeindruckend, ob sie heute noch genutzt werden konnten wir nicht erkennen, aber sie hinterließen einen außerordentlich guten baulichen Eindruck. Oben angelangt fuhren wir natürlich nicht direkt über den Pass, sondern besuchten die höchste Straße Europas. Auf über 2800 Metern Höhe genossen wir eine tolle Panoramaaussicht in die umliegende Bergwelt. Das Gedränge war wie gewohnt groß, trübte aber den Eindruck nur wenig. Beim obligatorischen Foto mussten wir uns allerdings zunächst anstellen.
Der große Col de la Bonette!
Weiter ging es in Richtung Süden. In St.Etienne-de-Tinee nahmen wir in einem Café unser Frühstück ein. Der Ort ist ein typischer Wintersportort, der wohl auch im Sommer bewohnt wird. Die Architektur kann man mit viel Wohlwollen als funktional bezeichnen. Im Sommer möchte ich hier allerdings keinen Urlaub machen.

Auf der D2205 fuhren wir weiter durch die Alpenlandschaft. Über Isloa und St. Sauveur-s-Tinee verließen wir das Tal des Tinee und fuhren nach St.Martin-Vésubie. Hier schlugen wir beim Camping La Ferme St Joseph dorfnah unser Nachtlager auf. Diesmal war sogar die Rezeption besetzt und wies uns einen kleinen Platz mit deutschen Nachbarn zu. Ob der Campingplatz der Haupterwerbszweig des Bauern war, möchte ich bezweifeln. Der Campingplatz war eine Streuobstwiese, beachtlich groß und gut gefüllt. Hier machten die Bauersleut' bestimmt ein erkleckliches Sümmchen nebenbei. Der Übernachtungspreis war auch nicht supergünstig. Wir zahlten für eine Nacht 10,30 Euro, wobei die warme Dusche noch extra bezahlt werden musste. Ein Jeton für die Dusche kostete hier immerhin 1,50 Euro, und wer duscht morgens schon gerne mit kaltem Wasser?

Auf unserer Reise stellte sich als großes Problem mit dem Fotografieren die Stromversorgung des Akkus heraus. Der Chip der Kamera, mit seinen 256 MB Speicherkapazität, fasste zwar viele Fotos, aber der Akku der Kamera machte doch recht schnell schlapp. So waren wir immer auf der Suche nach einer freien Steckdose für das Ladegerät. Wir verbrachten so manche Stunde im Bereich der Sanitärgebäude, wo sich in der Regel ein Stromanschluss befand. So lernten wir die Menschen auf den Campingplätzen immer schnell kennen.

Die deutschen Nachbarn waren begeisterte Radfahrer, die mit hohen Zielen hergekommen waren. Am nächsten Tag wollte sie per pedes des Col de la Bonette erfahren. Wir wünschten ihnen viel Spaß dabei. St. Martin-Vésubie ist ebenfalls ein kleines Alpendorf mit ansehnlichem Fremdenverkehr. Das Dorf selbst ist schön angelegt und die Häuser sind erstaunlich gut gepflegt. Mitten durch das Dorf verläuft eine Rinne mit Wasser aus dem nahegelegenen Flüsschen Vésubie. Ob diese Rinne in der Vergangenheit die Dorfentwässerung dargestellt hat ? Heute zumindest nahm sie klares Wasser auf und sorgte für ein erfrischend kühles Klima im Dorf. Wir beratschlagten die weitere Reiseroute in einem Cafe und ließen bei dieser Gelegenheit die Dorfschönheiten an uns vorüber flanieren. Nach unserer Planung lagen wir gut in der Zeit, weil wir zwar Zwischenaufenthalte eingeplant hatten, sie aber aufgrund der jeweiligen örtlichen Situation nicht wahrgenommen hatten. Wenn wir wie geplant weiterfahren würden, wäre morgen der Col de Turini an der Reihe und dann wären wir schon am Mittelmeer. Das erschien uns zu früh und wir beschlossen noch einen Abstecher in die Provence zu machen.

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5. Tag

Von St.Martin-Vésubie nach Quinson [ca. xxx km].

Der Col de Turini wurde also ausgelassen und wir bogen bei Lantosque auf die D2565 ab und folgten weiter dem Verlauf des Vésubie. Die Gorges de la Vésubie waren sehr schön und wir genossen die Fahrt im Flusstal. Bei Plan-du-Var wollten wir auf der N202 über Puget-Théniers dem Fluss Var folgen, aber die Strasse war gesperrt. Etwas verwirrend war für uns, dass trotzdem Autos die Sperre umfuhren und der Straße folgten. Wir gingen auf Nummer sicher und folgten der Dérivation und gelangten so nach kurzer Zeit ebenfalls wieder auf die N202 und folgten ihr in Richtung Digne-les-Baines. Mit den Bergpässen war es also vorerst vorbei, aber wir hatten die großen französischen Pässe ja befahren. Die Landschaft änderte sich schnell und bekam den typisch provencialischen Charakter. In Puget-Théniers machten wir Pause.
Pause bei ca. 40 Grad.
Weiter ging es am Lac de Castillion vorbei. In Berréme bogen wir rechts auf die N85, der Route Napoleon ab und folgten ihr bis zur Abfahrt Mézel. Ab hier ging es auf der D907 in Richtung Riez weiter. Bald sollten die Sonnenblumen- und Lavendelfelder in Sicht kommen.
Lavendel soweit das Auge reicht.
Das ist eine Landschaft mit wirklich tollen Eindrücken. Die Farbe und der Geruch des Lavendels betört regelrecht die Sinne. Das Foto kann leider nur einen unzureichenden Eindruck wiedergeben, wer bereits hier war, weiss was ich meine. Die Bienen waren ebenfalls fleißig zu Gange, für den Motorradfahrer und insbesondere natürlich für die einzelne Biene ist es allerdings eher unangenehm hier zu fahren. Die fleißigen Tierchen knallen einem zu Dutzenden vor den Helm, an den Hals und an das Motorrad. Erstaunlicher Weise ging alles ohne einen einzigen Bienenstich vonstatten.
Ist das nicht wirklich schön ? Uwe in voller Imkerausrüstung. Ich natürlich auch.
In Riez wechselten wir auf die D11 und fuhren bis Quinson, hier fanden wir direkt am Verdon einen Camping Municipal. Der Platz heißt Les Prés du Verdon und war eine Klasse für sich. Preiswert, schattig, ruhig und sauber - was will man mehr. Für 2 Nächte zahlten wir hier 17,70 Euro, warme Duschen inbegriffen.
Zufrieden !
Hier wollten wir 2 Nächte bleiben. Das Örtchen selbst ist schnell beschrieben, ein Restaurant/Bar eine Alimentation, die Post und das Waschhaus.
Das beschauliche Dorf ... und sein Waschhaus.
In direkter Nachbarschaft zum Ort befindet sich das Prähistorische Museum.

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6. Tag

Ruhetag

Na, so ganz ruhig war der Ruhetag für uns nun doch nicht. Die Motorräder wurden zwar geschont, aber wir gaben alles.

Wir hatten den ehrgeizigen Plan gefasst ein Kanu zu mieten und die nahegelegene Schlucht Gorges du Verdon, nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Canyon du Verdon, zu durchfahren und auch wieder zurück zufahren. Die Schlucht vom Kanu aus zu erleben, ist sicher etwas besonderes. Die steilen Wände, die vielen kleinen Windungen mit ihren Buchten und die vielzähligen Höhlen in den Schluchtwänden sind eine Kanufahrt allemal wert.
Paddeln wie Lederstrumpf.
Nebenbei bemerkt sind wir unseren Ansprüchen nicht ganz gerecht geworden, wir haben die Schlucht nicht ganz durchfahren. Nach gut drei Stunden beschlossen wir umzukehren, da die Rückfahrt ja ebenfalls diese Zeit in Anspruch nehmen sollte. Wer sechs Stunden im Kanu unterwegs war wird verstehen, dass wir nach unserer Rückkehr schon etwas müde waren. Der Versuch eines erfrischenden Bades im Verdon wurde bereits im Keim erstickt, die Wassertemperaturen waren derart lausig, dass wir trotz der Sommerhitze nicht ins Wasser wollten. Wir hatten uns schon gewundert, warum niemand schwimmen wollte - nun war uns klar, woran es lag.

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7. Tag

Von Quinson nach Ramatuelle [ca. xxx km].

Die Cote ruft ! Wir fuhren über die D13 nach Bariols und von dort aus über die D554 bis Brignoles. Ab hier ging es weiter auf der gut ausgebauten N7 in Richtung Nizza. Bei la Forge wechseln wir auf die D558 und fahren die schöne Strecke nach la Garde-Freinet. Hier kommt noch einmal alpines Gefühl beim Fahren auf. Die engen Serpentinen bei der Bergfahrt werden allerdings durch eine vor uns fahrende Fahrzeugkolonne nicht unbedingt zum Fahrvergnügen. An ein Überholen ist ebenfalls nicht zu denken. Auf der engen unübersichtlichen Fahrbahn trauen sich selbst die, sonst so furchtlosen, französischen Biker nicht den Blinker zu setzen und vorbeizuziehen. Also bleibt nur die Fahrt im Schneckentempo hinter der Fahrzeugkolonne.

Die Talfahrt nach la Garde-Freinet war allerdings ein Genuss. Die gute Fahrbahnbeschaffenheit und die breiten Fahrspuren ließen ein sehr zügiges Tempo zu, einzig das Gepäck hinderte uns an einem noch forscheren Fahrstil, aber wir kamen auch so gut voran ;-) . Über Grimaud fuhren wir bis Port Grimaud und waren schon im Riesenstau auf der Küstenstraße. Hier folgten wir der französischen Devise, der Mittelstreifen ist eine zusätzliche Spur für Motorradfahrer, und sahen zu, dass wir wieder von der Küstenstraße wegkamen. Wir bogen auf die D61 ab und fuhren über Ramatuelle an den Plage de Pampelonne.

Wir wollten auf dem Campingplatz Kon Tiki unsere Zelte aufschlagen. Der Platz war uns aus den Vorjahren bekannt und liegt direkt am Meer. An der Rezeption war schon ein arges Gedränge, die Küste war wohl gut besucht. Die freundliche Dame sprach Deutsch und machte uns wenig Hoffnung, es sei nur ein Platz für Zelte frei und der böte keinen Schatten. Wir durften uns den Platz ansehen und fuhren mit dem Platzfürsten Cecil in einem Golfmobil hin. Diese Stellfläche war in der Tat bemerkenswert. Kein Schatten, das stimmte auf jeden Fall, links und rechts ein Wohnwagen und nach hinten hin ein Maschendrahtzaun - der Traum eines jeden Campers. Wir machten Cecil auf Englisch klar, dass wir diesen Platz nicht akzeptieren würden. Er bot uns seine umfassenden Managementfähigkeiten an und führte uns zu einem anderen Stellplatz.
Hier will ich so schnell nicht wieder hin.
Dieser lag unter Bäumen, war natürlich ebenfalls proppevoll und bestach durch eine außerordentlich gute Ausstattung mit Wurzelwerk im Boden. Zumindest war dieser Platz besser als der vorherige. Weitere Plätze wollte Cecil uns nicht zeigen und dieser sei ebenfalls nur bis Samstag verfügbar. Cecil ließ aber durchblicken, dass er gegen einen kleinen Obolus durchaus versuchen könnte, einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen. Wir machten davon zunächst keinen Gebrauch, versprachen aber, bei Bedarf auf seine Dienstleistungen zurückzugreifen. An der Rezeption fragten wir nun nach, ob auf dem benachbarten Campingplatz Toison d'Or, der zur gleichen Firmengruppe Campazur gehört, vielleicht noch Platz für Zeltcamper sein könnte. Die recht offene Auskunft schockierte uns doch erheblich: Auf Toison d'Or dürfen Zeltcamper überhaupt nicht mehr auf den Platz, ihnen hat man eine geschotterte Fläche vor den Toren des Campingplatzes eingerichtet. Vielen Dank für soviel Aufmerksamkeit, da kann man ja gleich auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Strand das Zelt aufschlagen. Wir blieben also zunächst für eine Nacht auf diesem "freundlichen" Campingplatz.
Viel Geld für einen miserablen Campingplatz.
Um es kurz zu machen, die Sanitäranlagen waren "unter aller Sau". Wenn dir hier die Zahnbürste ins Waschbecken fällt, kannst du dir direkt eine neue kaufen. Über den Zustand der Toiletten möchte ich lieber gar nicht berichten. Die Nacht war kurz, da direkt hinter dem Areal für die Zelte der Parkplatz liegt, hier wurden um 5:30 Uhr die Motoren der dort stationierten Baumaschinen gestartet; und man ließ sie auch gleich hier warmlaufen . Ab sieben Uhr erwachte der Platz mit ziemlichen Getöse zum Leben. Frei nach dem Motto, wenn ich wach bin, können die Anderen auch aufstehen, gab man sich ganz ungeniert. Wir zahlten den stolzen Preis von, sage und schreibe, 35 Euro für diese eine erlebnisreiche Nacht und fuhren zum nächsten Campingplatz.

Unsere dringende Empfehlung lautet, auf keinen Fall diese Campingplätze zu besuchen. Wer Camper mit einem Zelt nicht haben möchte, sollte das direkt an seine Pforten schreiben und die Nähe zum Meer gerechtfertigt auf gar keinen Fall den Preis von 35 Euro. Preis und Leistung stehen hier in einem krassen Missverhältnis. Als Nachtrag kann ich hier noch die Preisgestaltung für das Jahr 2004 nachreichen, da ich heute Post von diesem Campingplatz erhalten habe. Man lädt mich für das nächste Jahr ein , um für den sagenhaft günstigen Preis von 50 Euro für einen Stellplatz, inlusive 2 erwachsener Gäste und 2 Kindern sowie einem Auto zu verweilen. Wenn das mal kein Schnäppchen ist!?

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8. Tag

Badetag.

Der Camping les Tournels ist hingegen wirklich empfehlenswert. Freundliche Bedienung an der Rezeption, klar begrenzte Stellflächen und saubere Sanitäranlagen fanden sofort unser Gefallen. Hier sieht man, dass es auch anders geht.
Warum nicht gleich so!
Das Foto macht doch sofort deutlich, dass wir uns hier wohl gefühlt haben!

Zum Strand muss man allerdings einen Spaziergang von ca. 20 Minuten in Kauf nehmen, der Weg führt dabei durch den Weinberg und ist gut zu bewältigen. Hier wollten wir zunächst bleiben, aber bei unseren Ausflügen wollten wir die Augen offen halten, um vielleicht noch andere, gut geführte Campingplätze zu entdecken. Für diesen Tag sprangen wir noch im platzeigenen Freibad in das kühle Nass und freuten uns auf den nächsten Tag.

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9. Tag

Ausflug nach St. Tropez.

Wer an der Cote ist, darf es natürlich nicht versäumen St. Tropez zu besuchen. Selbst wenn man schon des öfteren in dieser Gegend war, so ist ein Besuch immer lohnenswert und für uns eine Pflichtveranstaltung. Da ich bei den früheren Reisebeschreibungen zu St. Tropez schon einiges geschrieben habe, möchte ich nur einige Fotos von unserem diesjährigen Besuch hier abbilden.
Großes Schiff. Der Hafenbereich. Nettes Boot. Das Hinterland.

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10. Tag

Badetag.

Ist das herrlich, wieder mal im Mittelmeer zu baden !!!
Der Weinberg
So sieht der Weg zum Meer aus.

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11. Tag

Tagesausflug nach Cassis.

Zuviel Pausen machen, ist schlecht für die Kondition. Wir beschlossen einen Tagesausflug in Richtung Westen zu machen. Immer an der Küste entlang in Richtung Marseille wollten wir uns les Calanques ansehen. Zunächst fuhren wir über die D93 nach la Croix-Valmer und ab hier auf der N98 weiter in Richtung Hyères. Die Küstenstraße ist hier zunächst noch sehr schön. Die kleinen Städtchen sind allerdings vom Tourismus nicht verschont geblieben.
Der Strand bei le Lavandou. Das Mittelmeer.
Der Verkehr war auch wieder recht dicht, so dass wir nur langsam voran kamen. Da muss man sich auch mal eine Pause im Schatten gönnen.
Schattiges Plätzen am Straßenrand.
Nach Hyères kam die erste Herausforderung. Die Stadt Toulon hatte es in sich. Nach drei Rundfahrten durch die Altstadt bei mittäglichen Temperaturen von ca 40° Celsius wurde es schon mächtig heiß in der Lederkombi. Aber dann hatten wir es endlich geschafft und fuhren auf der D559 weiter an der Küste entlang.
Blick auf die Küste bei Toulon.
Zunächst war alles noch dicht bebaut, aber nach Bandol wurde es wieder landschaftlich interessanter.
karges Land.
Bei la Ciotat fuhren wir auf der D141 weiter, um zur Steilküste zu kommen. Und ich kann sagen, dass hat sich wirklich gelohnt.
Zunächst ein paar Serpentinen. Und dann die Steilküste. noch ein nettes Boot. Beliebte Stelle für ein Foto-Shooting. Ich wollte natürlich auch mal.
Und dann der Blick in die Bucht von Cassis.
Die Bucht von Cassis.
Cassis ist ebenfalls ein bei Touristen beliebter Ort. Wir konnten mit unseren Motos leider nicht bis zur Altstadt vordringen. Die Altstadt ist nur für Fußgänger begehbar und die Flics wachen darüber, wie die Schießhunde. Trotzdem kann man einen Eindruck der Altstadt erlangen.
Altstadt von Cassis.
Wir machten eine Pause im für uns typischen Stil. Rein in eine Alimentation, Brot, Käse und Wasser gekauft, und ein ruhiges Plätzchen für dem Imbiss gesucht.

Die Rückfahrt zum Camping wollten wir durch das Hinterland machen. Wir fuhren von Cassis aus in Richtung Roquefort auf der D1 weiter. So lernten wir wenigstens im Vorüberfahren die berühmte Stelle kennen, wo der würzige Schimmelkäse erfunden wurde. Dann ging es auf der N8 in Richtung Toulon weiter. Wir kamen am bekannten Cicuit du Castellet Paul-Richard vorbei. Auf der N8 kam man sich allerdings schon vor, wie auf der Rennstrecke. Die französischen Biker zeigten auf der gut ausgebauten kurvigen Nationalstraße, was sie so zu leisten vermögen. Teilweise war es nicht leicht auch nur annähernd mitzuhalten.

Diese Strecke ist aber auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen, allerdings sollte man eine große Aufmerksamkeit für scheinbar unmotiviert abgestellte Fahrzeuge aufbringen. Die französische Polizei steht hier an vielen Stellen mit Lasermessgeräten bereit, um die Rennfahrer von der Straße zu winken und das "Startgeld" zu kassieren. Zum Glück gibt es freundliche Zeitgenossen, die auf der Gegenfahrbahn kommend, deutliche Hinweise auf bevorstehende "Zeitnahmen" der Polizei hingewiesen haben.

Am Ortseingang von Toulon fuhren wir ein Stückchen Autobahn, um nicht wieder in der Altstadt zu versacken. Auf der A50 ging es zunächst in Richtung Toulon/Nizza und dann auf der A570 nach Hyéres. Das war einfacher, als auf den ganz kleinen Straßen kreuz und quer rumzuwuseln. Nach Hyèrs ging es auf der D98 weiter über Bormes-les-Mimoses und la Môle durch die Wälder bis zum Golf von St. Tropez. Am Geánt-Supermarkt hielten wir kurz an, um unser Abendbrot einzukaufen. Erstaunlich ist es, wie viele Menschen enorme Mengen an Lebensmittel hier einkaufen. Da konnten wir mit unserem Gemüse kaum gegen anstinken, aber unser Stauraum war ja auch eng begrenzt.
Ein zufriedener Mensch. Und noch einer von der Sorte.
Zufrieden holten wir die Sofas aus dem Zelt und bauten unsere Küche auf. Das kühle Blonde hatten wir uns heute wirklich verdient. Auch wenn man an der Cote von Natur aus etwas fauler wird, lohnen sich Tagesausflüge doch auf jeden Fall. Die Kreideküste les Calanques ist allemal eine gute Wahl als Tagesziel. Es muss ja nicht immer nach Cannes oder Monte Carlo gehen.

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12. Tag

Ausflug nach Grimaud.

Da der Tagesausflug nach Cassis ein voller Erfolg gewesen ist, machten wir uns heute gleich zu einer weiteren Tour auf. Es sollte zwar nicht so weit gehen und ein Teil der Strecke war uns auch schon gut bekannt, aber den Ort selbst hatten wir noch nicht in Augenschein genommen. Grimaud war das Ziel unseres Ausflugs. Wir nahmen die D89 über Ramatuelle und Gassin und kamen so schnell über die D61 nach Grimaud. Das war uns nun doch zu kurz gewesen und wir beschlossen kurzerhand zunächst die Rennstrecke nach la Garde-Freinet zu fahren. Das war zwar übers Ziel hinausgeschossen, ist aber eine Superstrecke. Gut ausgebaut, fabelhafter Straßenbelag und viele, langgezogene Kurven. Die paar Autofahrer, die hier störend entlang krochen waren schnell überholt und ab ging die Post. In la Garde-Freinet hielten wir uns erst gar nicht auf, sondern wendeten und kachelten die gleiche Strecke zurück bis Grimaud. So nun konnte das Kulturprogramm beginnen. Der Ort selbst hat den typischen Charme eines küstennahen Dorfes.
Typische Pflanze. Alter Mann auf einer Bank. Junger Spund auf einer anderen Bank. Schönes Dorfhaus. Wurzel mit Tür oder Tür mit Wurzel?
In Grimaud gibt es dann auch eine Burgruine. Der Aufstieg war angesichts der Temperaturen beschwerlich, aber er hat sich gelohnt. Die Aussicht ist phantastisch.
Blick von der Burg.
Der Wind hat uns zwar fast weggeweht, die Augen waren voller Staub, aber wir haben uns durchgekämpft.
Die Burg, oder das was noch übrig war. Der Turm.

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13. Tag

Badetag.

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14. Tag

Von Ramatuelle nach Gelsenkirchen [ca. 1500 km].

Und dann war es plötzlich und unerwartet, aber auf jeden Fall viel zu früh, soweit. Die Rückfahrt stand vor der Tür. Im Morgengrauen wurden die Zelte abgebaut und verstaut.
Aufbruchstimmung. Wieder voll beladen.
Die Sonne ließ sich auch dann blicken und wir machten uns auf, damit wir in der kühlen Morgenzeit möglichst weit ins Inland fahren konnten.
Sonnenaufgang. Morgenstimmung.
Die Rückfahrt ist für 2 Tage geplant. Wir wollen wieder über die Route Napolon nach Hause fahren. Zunächst fuhren wir auf der N98 bis Ste. Maxime und dann auf der D25 bis Draguignan. Dann über die D955 über Comps-s-Artuby auf die Route Napoleon (N85). Dieser folgten wir dann in Richtung Castellane. Ein sehr schöner Streckenabschnitt.
An der Route Napoleon. An der Route Napoleon. Kurzer Halt.
In Castellane war dann erst einmal Frühstückspause. Beim ersten Bäcker ders Ortes wurde das typische Gebäck gekauft und mit Kakao heruntergespült.
Der Bäcker. Der Dorfplatz in Castellane.
Dann nahm der Scout das Heft, oder besser gesagt die Karte, in die Hand um die Strategie für die nächsten Kilometer festzulegen.
Der Tourguide und sein wichtigstes Werkzeug.
Über Dinge-les-Bains ging es weiter nach Sisteron. Hier entschieden wir uns, die Route Napolen zu verlassen und auf der N75 weiterzufahren. Über Serres und Aspres weiter nach Grenoble. Eine kurze Pause war noch nötig, die heißen Temperaturen zwangen zu häufigen Trinkpausen. Aber besser schwitzen als im Regen zu fahren.
Kurzer Halt. Ein Platz in der Sonne.
Nach Grenoble war noch ein Stop fällig. Wir wollten noch bis LŽIsle-s-le-Doubs weiterfahren und auf dem gleichen Camping die Nacht verbringen, wie auf der Hinfahrt.
Die nächste Pause. Das typische Bild.
Den Campingplatz fanden wir schnell und erledigten das Notwendige.
Die Zelte waren schnell aufgebaut.
Inzwischen traf ein Gefährt auf dem Camping ein, das allgemeines Aufsehen erregte. Ein britisches Paar fuhr mit der 'Goliath' auf den Platz. Wie das Fahrzeug genau einzuordnen war, konnte zunächst nicht geklärt werden. Trikes sind doch im allgemeinen nicht 4-sitzig. Die 'Goliath' Marke Eigenbau war wirklich ein mächtiger Trumm.
Die Goliath.
In Deutschland hätte der TÜV sicherlich ein Personenjahr benötigt, um die Zulassung zu verweigern, aber auf der Insel scheint das nicht so problematisch zu sein. Der Motor war ein freiliegender Achtzylinder, der Rahmen bestand aus dicken Stahlprofilen. Die Lenkung war völlig manuell, was bei dem Gewicht und der Bereifung einiges an körperlichen Voraussetzungen erforderte. Bei Einparken ist der Pilot auf jeden Fall reichlich ins Schwitzen geraten. Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch über das Gehörte wurden die beiden sofort von den Gästen belagert, um alle möglichen technischen Details des Fahrzeugs zu erläutern.
Ein Monster von Trike.
Schließlich sind sie mit uns ins Dorf geflüchtet.

Am nächsten Morgen trödelten wir nicht lange herum, sondern standen früh auf und packten unsere Siebensachen um den letzten Abschnitt zu bewältigen. Wir fuhren wieder über Besancon auf die Autobahn und dann weiter zur Grenze. Hier wurden wir zum ersten Mal richtig kontrolliert. Der Personalausweis wurde verlangt und die Auskunft über unserer Reiseroute. Als ich dann tief Luft holte, um die Route annähernd zu beschreiben, begriff der Grenzpolizist schnell, dass das ein längeres Gespräch werden konnte. Er winkte ab und wir fuhren weiter.
Auf der Raststätte.
Eine letzte Pause noch und dann waren wir wieder zu Hause.
Wieder daheim.

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