Frankreich 2004

Reisezeit:

23. Juni bis 8. Juli 2004

© fuer alle Fotos: Ulrich Spittka

Hier kann man sich auch nur die Bilder wie in einem Fotoalbum anschauen.

Die grobe Richtung steht schon fest, es geht wieder einmal mehr nach Frankreich. Es ist endlich soweit, der Urlaub kann beginnen. In diesem Jahr haben uns entschieden schon am Mittwoch zu starten.

Die Wetterprognose laesst mich nicht gerade jubeln, es sind Regenschauer und Sturmboeen angesagt und die Temperaturen sind nicht gerade sommerlich warm.

Nicht die besten Wetteraussichten für den Start

Aber wir starten trotzdem, obwohl wir gestern noch sehr skeptisch wegen der Wetterprognose waren.

Reiseroute:

1. Tag

Von Gelsenkirchen nach L´Isle-sur-le-Doubs.



Wir hatten beschlossen, schon frueh am Morgen zu starten. Aufgrund der Großwetterlage und der frühen Uhrzeit ist meine Laune zunächst nicht auf dem absoluten Höhepunkt. Es wäre doch wirklich mal wünschenswert, wenn die Motorradtour bei schönem Wetter starten würde.

Der strenge Blick vor dem Start

Am Dienstagabend hatte ich schon mein Motorrad startklar gemacht. Meine Konstruktion fuer den Abstand der Packtaschen zum Auspuffrohr hatte sich ja schon auf einer Probefahrt bewaehrt, aber fuer den harten Einsatz waehrend der Tour mußte sie sich ja noch bewaehren. Ich war vor allem noch skeptisch, was die dauerhafte Stabilitaet des Styropors anbelangte. Die Reise hat jedoch gezeigt, daß die Haltbarkeit durchaus gegeben ist, obwohl noch eine Verbesserung ansteht. Die obere und untere Flaeche, die auf dem Soziussitz aufliegt bzw. die Gepaeckauflage muessen noch mit einem rutschfesten Belag beklebt werden. Beim Bremsen und bei Bodenwellen rutscht so das Gepaeck langsam aber sicher immer naeher an den Fahrer heran und muß immer wieder zurueck gedrueckt werden. Die Kurvenstabilitaet ist trotz des Gepaecks sehr gut.

Fett bepackt, aber startklar.

Um 8 Uhr ging es also los und ich habe Uwe abgeholt. Da wir nur wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen, konnte wir schon um 8:15 Uhr starten. Zunaechst sind wir auf der A42 in Richtung Duisburg gefahren und dann am Kreuz Oberhausen-West auf die A2/3 in Richtung Koeln weiter gefahren. Dann ging es weiter in Richtung Frankfurt, Darmstadt, Karlsruhe und Freiburg. Pausen gab es nur, um den Durst der Mopeds zu stillen oder um Uwes Nikotinpegel nicht unter Lebens bedrohliche Werte sinken zu lassen.

Irgendwo in Deutschland auf der Raststätte Uwe, der Marlboro-Mann

Die Frage war nur, wo uns der Regen endgueltig erwischen wuerde. Bisher hatten wir Glueck gehabt, und die Schauer waren hinter uns geblieben, aber wuerde unser Glueck angesichts solcher Aussichten andauern?

Schwarze Wolken ohne Ende

Ab Freiburg dann Richtung Basel und dann der Wechsel auf die A36 in Richtung Mulhouse. In Montbéliard haben wir dann die Autobahn verlassen. Prompt habe ich wieder die falsche Ausfahrt erwischt, ich kann mir einfach nicht merken, ob es die Ausfahrt Nummer 9, 8 oder 7 ist und fahre immer zu frueh ab. Natuerlich kam sofort ein Kreisverkehr und ich bin an der ersten Ausfahrt heraus gefahren, weiter auf der Straße und schon standen wir vor dem Werkstor eines großen Automobilherstellers. Wenden und wieder zurueck hieß es also. So sind wir wieder auf die Autobahn zurueckgekehrt und haben die naechste Ausfahrt gewaehlt. Diesmal war es richtig und wir kannten uns sofort aus.

Eigentlich wollten wir bis nach Arbois fahren, das Örtchen kannten wir von einer frueheren Reise her. Dort gibt es eine schoene historische Altstadt mit einigen Lokalen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir fuhren gerade auf der N 83 in Richtung Besancon als die Wolken immer duesterer wurden und nichts Gutes prophezeiten.

Wir wollten ursprünglich nicht auf dem Campingplatz von L´Isle-sur-le-Doubs uebernachten, da wir hier fast jedes Jahr unser Nachtquartier aufgeschlagen hatten, aber das herannahende Gewitter lies uns unsere Meinung aendern. Wir schafften es gerade noch mit einsetzendem Regen den Platz zu erreichen. An der Rezeption fuehrten wir schleunigst die Anmeldeformalitaeten durch und konnten unsere Motorraeder gerade noch unter das Vordach des Sanitaergebaeudes parken, als der Gewitterguß mit voller Wucht herunterkam.

Kleiner Guss am Abend, erquickend und labend Das hat aber auch geschüttet, wie aus Eimern

Uwe hatte vorsorglich noch einige Dosen Bier besorgt und wir konnten in Ruhe den Schauer abwarten.

Aber wie es mit so Gewitterschauern ist, sie sind schnell wieder verzogen Und die Pause konnte beendet werden.

So bauten wir also wieder einmal unsere Zelte auf dem Camping des Lumes unsere Zelte auf. Allerdings mußte dies im Eiltempo geschehen, denn der naechste Regenguß kommt bestimmt.

... und wieder Regen.

Das war doch wohl wieder ein gelungener Auftakt fuer den Urlaub und wir ließen uns die Laune nicht verderben.

Grins

Fuer die Nacht bezahlten wir 100 Euro, das war ein annehmbarer Tarif.

Faire Preise

Der Vorteil des Ortes war, daß es hier eine recht gute Pizzeria gibt und so freuten wir uns schon auf ein "typisch franzoesisches" Abendessen. Aber als wir zur Pizzeria gingen, war diese geschlossen und wir schauten dumm aus der Waesche, denn es gibt nicht gerade viele Restaurants in diesem kleinen Ort.

Wir ueberquerten den kleinen Kanal, der das Örtchen teilt, um uns hier zu orientieren, aber außer einem Schnellimbiss gab es hier nichts zu essen. Wir aenderten die Richtung und ueberquerten die Doubs, hier gibt es an der Zufahrtsstraße einige Geschaefte und wir fanden einen weiteren Italiener und kehrten hier ein. Die Pizza war nicht weltbewegend, aber der Hunger siegte letztlich, so daß nichts von dem runden, etwas sehr kross gebackenen Mehlfladen uebrig geblieben ist. Da die Pizza so knusprig war, mußten wir mit einigen Bieren die Speiseroehren befeuchten. Wir wollten ja nicht das Risiko eingehen, daß uns etwas im Halse stecken blieb. So konnten wir in dieser Nacht gut und tief schlafen.

  

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2. Tag

Von L´Isle-s-le-Doubs nach Annecy.

Als ich aufwachte, war ich schon gespannt wie das Wetter sich entwickelt hat. Eine uebermaeßig starke Sonneneinstrahlung hatte mich nicht geweckt. Als ich den Zelteingang geoeffnet hatte, war ich schon ein wenig enttaeuscht. Stark bewoelkt und kein Sonnenstrahl wollte die Wolkendecke durchdringen.

Aber war da nicht ein wenig blauer Himmel am Horizont zu sehen ?

Nun denn, zunaechst die morgendlichen Hygienemaßnahmen abschließen und dann das Zelt zusammenpacken. Aufgeroedelt war dann schnell und Uwe hatte das Fruehstueck besorgt. Croissant und Pain au Chocolat sollten in diesem Urlaub zum Standardfruehstueck werden.

... und wieder aufpacken.

Heute sollte es weiter in Richtung des Mont Blanc Massivs gehen. Als Tagesziel war Megève ins Auge gefaßt worden, da wir hier einen guten Ausgangspunkt fuer die Umfahrung des Mont Blancs hatten. Wir fuhren weiter auf der N 83 in Richtung Besancon und dann in Richtung Lons-le-Saunier. In Poligny wollten wir dann auf die N 5 Richtung Genf weiterfahren. Kurz vor Mouchard gab es eine Devitation und wir wurden ueber die D 472 nach Salins gefuehrt. In Salins folgte ich nicht mehr der Umleitung, sondern der D 467, die uns bei Champagnole zur N 5 fuehrte. Ab hier dann weiter auf der N 5 bis kurz vor Genf. Am Col de Savine wurde es merklich kuehler und so waren wir froh, als wir ueber den Pass ins Tal schauen konnten.

Hier schien die Sonne richtig gut und bei der Talfahrt nahmen die Temperaturen auch angenehm zu. Wir schlaengelten uns auf franzoesischer Seite an Genf vorbei und fuhren ueber die D 994 bis zur N 508 in Richtung Annecy.

Ich erinnerte mich, von einem Campingplatz direkt am See und trotzdem stadtnah gelegen gelesen zu haben. Das waere doch eine Alternative zu Megève und ich machte mich auf die Suche nach diesem Campingplatz. Aber ich konnte ihn nicht finden, nach einigen Runden in der Innenstadt von Annecy gab ich auf und wir fuhren aus der Stadt hinaus.

Wir blieben auf der N 508 am westlichen Ufer des Sees und entdeckten auf der linken Seite, direkt am Seeufer einen anderen Campingplatz. Ein Liedl-Markt war in direkter Nähe und wir beschlossen, uns den Platz anzusehen. Die meisten Stellplaetze waren mit deutlicher Hanglage belastet, aber drei Plaetze waren nahezu waagrecht. Wir merkten und die Platznummer 15 und gingen zur Rezeption. Die freundliche Dame kennzeichnete fuer uns auf einem Lageplan alle freien Plaetze, und das waren nicht wenige.

Lageplan des Campings

Es dauerte einige Zeit bis wir sie in ihrem Eifer stoppen konnten und ihr die Platznummer zeigten, die wir uns bei der Besichtigung ausgewaehlt hatten. Also buchten wir hier auch eine Nacht und richteten die Hausstaende auf dem Platz 15 unter zwei Obstbaeumen ein.

So, das Haus ist fertig. Noch schnell eine kleine Inspektion gemacht.

Wir bezahlten auch sofort und stellten fest, daß es einen kleinen Aufschlag im Preis, im Vergleich mit dem letzten Campingplatz, zu verzeichnen gab.

Faire Preise

Die Seeuferlage schlug mit 16,40 Euro fuer die Nacht zu. Im Lidl habe wir schnell eingekauft und das Abendessen bereitet. Unsere Campingkueche wird von Knoblauchbauern gern gesehen, da wir Knoblauch als Gemuese und nicht als Gewuerz eingestuft haben.

Die Die Haute Cusine a la Trangia

Nach dem Essen ging es noch an den See. Zum Baden war das Wasser zu kalt, aber der Blick über den See war auch schon eine tolle Sache.

Der See von rechts ... Der See von links ... Der See mit Uwe ...

Hier moechte ich noch die progessive Koerperhaltung von Uwe hervorheben. Laessig und doch elegant und natuerlich mit einem topmodischen T-Shirt, dass nur auf unseren Motorradreisen zum Einsatz kommt.

Der See mit Ulrich.

Mir sieht man dagegen die schon stark einsetzenden Erholung an, die sich in erster Linie durch eine entspannte Gesamthaltung ausdrueckt. Auch hier der Hinweis auf das Motorradreise-T-Shirt, dass ebenfalls nur auf unseren Exkursionen ans Tageslicht darf.

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3. Tag

Von Annecy nach Serrez.

Heute sollte es um den Mont Blanc gehen und wir freuten uns schon auf den Col du Grand S.Bernardo und seinen kleinen Bruder den Col du Petit S.Bernard. Diese Aktion war ja eine der wenigen Dinge, die wir uns fest vorgenommen hatten. Ich freute mich schon darauf, das Mont Blanc Massiv aus der Naehe sehen zu koennen. So ein viertausernder Berg sollte doch wohl einen imposanten Eindruck hinterlassen. Also wurde frueh das Lager abgebrochen und die Mopeds wieder bepackt.

Wir machten uns auf der N508 auf den Weg nach Ugine. In Ugine bogen wir rechts auf die N212 in Richtung Chamonix ab. Wir fuhren durch Megève und in Sallanches orientiertenn wir uns weiter in Richtung Chamonix. Ueber die N205 erreichten wir dann auch Chamonix und sahen dann zum ersten Mal den Mont Blanc. Zwar war der Gipfel in leichte Wolken gehuellt, aber man konnte den majestaetischen Eindruck des Massivs foermlich spueren.

Das ist er! Das ist er auch, der Mont Blanc!

In Chamonix wollten wir eigentlich tanken, weil nach meinem Kilometerzaehler konnte ich noch ca. 60 km sorgenfrei fahren, bevor das Moped wieder richtig Durst bekommen wuerde. Aber irgendwie kamen wir gar nicht richtig in die Stadt. Die N205 ist autobahnaehnlich ausgebaut und ließ uns einfach keine Chance, zu einer Tanke zu kommen. Also ging es einfach weiter auf der N506. Vor der schweizerischen Grenze sollte doch wohl noch ein Dorf mit einer Tankstelle kommen, so hoffen wir jedenfalls.

Aber wie das Schicksal so spielt, kamen keine größeren Doerfer mehr und eher wir uns versahen, erreichten wir die franzoesisch-schweizerische Grenze.Was nun, Schweizer Franken hatten wir nicht im Gepaeck und ueberhaupt, wann kommt denn die naechste Tankstelle. Umkehren und in Chamonix eine Tankstelle suchen war auch keine Alternative, da der Kilometerstand mittlerweile die 200er Grenze erreicht hatte. Bei dem Durst meines Mopeds konnte ich also noch mit maximal 20-30 km Reichweite rechnen.

Als wir der Grenzstation naeher kamen sahen wir, das unmittelbar hinter der Grenze sich mehrere Tankstellen angesiedelt hatten. Hoffentlich akzeptieren die hier auch Kreditkarten, hoffte ich. Aber zuerst galt es, den misstrauischen Grenzbeamten zu ueberwinden. In bestem Deutsch mit schweizerischen Akzent fragte er mich, was fuer ein Paket ich denn hier bei mir haette. Ich wusste zunaechst gar nicht was er meinte, und stieg erst einmal ab, um mir die Sache anzuschauen. Aha, meine Gepaeck-zum-Auspuff-Abstandshalterkonstruktion meinte der gestrenge Eidgenosse. Zuerst habe ich mir ueberlegt, ob ich ihm sagen soll, das waere mein peroesnlicher Urlaubsvorrat an getrockneten Hanfblueten.

Aber wer kennt schon den schweizerischen Humor und so erklaere ich ihm, das dies ein Styropor-Block sei, der fuer den noetigen Abstand zwischen Gepaecktasche und Auspuffrohr Sorge traegt. Nachdem er ein paar mal mit der Fingerspitze in den Block gebohrt hatte fragte er, was der Block denn fuer ein Innenleben haette. Oh Mann, ich rechnete schon fest damit, dass ich abroedeln musste, um dem misstrauischen Mann den Styroporblock zu praesentieren. Aber poetzlich verlor er jegliches Interesse und winkte uns einfach weiter.

Warum es hier soviel Tankstellen direkt hinter der Grenze gab, wurde uns sofort klar als wir die Preistafeln erkennen konnten. War das der Preis in Euro oder schweizer Franken ? Kaum zu glauben, aber es waren Europreise und die erste Zahl war eine Null fuer den Liter Superbenzin. Da hat sich das Tanken ja richtig gelohnt und wir konnten sogar in Euro bezahlen. So gestaerkt konnten unsere Mopeds den ersten großen Pass angehen. Also rauf auf den Col du Grand S. Bernard.

Also ich muss schon sagen, die Anfahrt zum Col durch das Alpental hatte schon eine gewisse Heidi-Atmosphaere. Gruene Wiesen, hohe Berge und die klare Luft waren schon super. Der Col du Grand S. Bernad hat mir sehr gut gefallen. Wirklich einer der schoensten Paesse, die ich bisher gefahren bin.

Ist das nicht schön ?

Auf der italienischen Seite ging es dann wieder zu Tale und ich hatte schon ein ungutes Gefuehl, was die Routenfindung anging.

Der Blick ins Aostetal.

In Frankreich kann ich mich anhand der Hinweisschilder sehr gut zurechtfinden, in Italien ist es mir ein Graus mit den Hinweistafeln. Irgendwie komme ich mit dem italienischen System nicht zurecht und so fuhren wir zwar runter ins Aostetal, aber wir konnten den Abzweig nach Frankreich zum kleinen S. Bernard einfach nicht finden. Also kehrten wir um und kachelten die Strecke wieder zurueck bis zum Mont Blanc Tunnel. Hm, auch verkehrt, also wieder wenden und zurueck ins Aostetal. Wir blieben dann etwas laenger auf der Straße, irgendwann musste ja die Abzweigung kommen.

Meine Michelinkarte endete auch genau hier an dieser Stelle, so dass ich mir kartentechnisch auch kein genaues Bild ueber die richtige Straße machen konnte. Aha, da war ja ein Hinweisschild auf den Col du Petit S.Bernard. Schnell rechts abgebogen und die Straße fuehrte auch bergauf, was ja bei einer Passstraße auch richtig ist. Aber nach 4 bis 5 Kurven haben die einfach den Straßenbelag weggelassen und die Straße entwickelte sich immer mehr zur Schotterpiste. So klein war der Col du Petit S.Bernard doch wohl auch nicht. Also wieder gewendet, runter zur Kreuzung und weiter in Richtung Aostetal.

Dann kam endlich ein großer Kreisverkehr mit mindestens 2 bis 3 Tausend Abzweigungen, wobei jede einzele Ausfahrtmoeglichkeit mit mindestens 10 Ortsnamen in ganz kleiner Schrift versehen war. Ich hatte schon einen reichlich dicken Hals, weil ich mich so oft hintereinander verfranzt hatte. Da fuehle ich mich schon ein wenig angefressen und mein persoenlicher Stolz als sicherer Tourenguide war schon etwas verletzt. Aber ich fand die richtige Ausfahrt dann doch noch und wir machten uns daran, dieses unuebersichtliche Italien ueber den Col du Petit S.Bernard wieder zu verlassen.

Am Col du Petit S.Bernard Der Col du Petit S.Bernard und die XJ von Uwe

Der kleinere Bruder des Grand S.Bernard war in punkto Straßenbelag und kurvenfuehrung auch nicht so exklusiv, obwohl es mir das Fahren trotzdem Spaß gemacht hat. Auf der franzoesichen Seite angekommen, fuhren wir auf der N90 talwaerts. Wir hatten ueberlegt, heute noch den Col du Iseran zu fahren, um auf der anderen Seite des Iseran in Lanslevillard auf einem Campingplatz, den wir schon von einer fruehren Reise her kannten, zu uebernachten. Aber wir entschlossen uns, wegen der schon vorgerueckten Stunde, den Col du Iserane auf morgen zu verschieben.

Das naechste groeßere Staedtchen war laut Karte Bourg-St. Maurice und hier wollten wir uns nach einem stadtnahen Campingplatz umsehen. Also folgten wir der N90 weiterhin und kamen durch Serrez nach Bourg-St. Maurice, wo wir auch sofort einige Hinweisschilder zu Campingplaetzen fanden. Leider waren diese Plaetze alle weit ausserhalb des Staedtchens und so fuhren wir nach Serrez zurueck, wo ich aus dem Augenwinkel einen Campingplatz direkt am Ortsrand gesehen hatte. Tatsaechlich fanden wir den Platz auf anhieb und es war ein recht schoener Platz unter Baeumen mit tollem Blick auf das Tal. Den Stellplatz für die Zelte durften wir uns aussuchen.

Wir sahen eine BMW auf einem Platz stehen und ein kleines Zelt war dort auch schon aufgebaut. Ich schaute auf das Nummernschild, das allein durch seine deutsche Groeße schon erwarten lies, einen Landsmann zu treffen. Und tatsaechlich, die BMW kam aus Muenchen. Wir waehlten einen Stellplatz in der Naehe und bauten unsere Zelte auf. Dann ging es erst einmal ab unter die Dusche, bei heutigen schweisstreibenden Fahrt war es unbedingt notwendig, etwas Wasser und Seife an meinen Astralkoerper zu lassen. Unser Nachbar hatte sich noch nicht blicken lassen, vielleicht machte er ja ein Nickerchen in seinem Zelt.

Nach der erfrischenden Dusche lernten wir auch den Muenchener kennen, der eigentlich Edith hieß und eine Frau war. Edith war 4 Wochen in Frankreich unterwegs gewesen und befand sich auf der Heimfahrt. Wir beschlossen gemeinsam Essen zu gehen, Edith hatte kein Vertrauen in meine Kochkuenste, obwohl Uwe die exellente Qualtitaet unserer Trangia-Kueche mit den blumigsten Worten anpries, und zog einen Restaurantbesuch vor. Bevor wir in ein Restaurant gingen, besorgten wir noch eine kleine Flasche Rotwein - oder waren es zwei?

Dann waehlten wir eine Pizzeria aus, die eine Terasse mit Talblick hatte. Das Beste an der Pizzeria war, neben der schoenen Aussicht, der gekuehlte Rosé. Den Salat Chevré chaud, auf den ich mich schon so gefreut hatte, war bestenfalls mittelklasse. Die Pizza war eine echte Katastrophe und das obwohl wir so nah an der italienischen Grenze waren. Den Pizzateig hatte der Koch wohl als Sonderangebot erstanden, urspruenglich sollte wahrscheinlich ein Brot daraus gebacken werden. Jeder Bissen entwickelte sich im Mund zu einem Vielfachen und der Belag war ebenfalls mittelpraechtig. Offensichtlich waren Konservendosen mit Paprika und anderem Gemuese ebenfalls im Sonderangebot gewesen. Wir ließen uns trotz des schlechten Essens die Laune nicht verderben und verbrachten einen richtig schoenen Abend auf dem Campingplatz.

Nachts sind alle Biker grau.

Der Reserve-Wein ueberlebte den Abend nicht und wir erreichten mit der absolut richtigen Bettschwere unsere Schlafsaecke.

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4. Tag

Von Serrez nach Mens.

Am Morgen verabschiedeten wir uns von Edith und verabredeten, dass wir in Kontakt bleiben wollten.

Gruppenbild mit Dame :-))

E-Mail-Adressen und Telefonnummern wurden ausgetauscht und schon ging es weiter in Richtung Col du Iseran. Zunaechst sind wir nach Bourg-St. Maurice gefahren, weil wir nicht wieder soviel Angstschweiss wegen eines leeren Tanks vergießen wollen. Nach dem Tanken haben wir die Abzweigung der D902 von der N90 gesucht. Zuerst dachten wir, sie muesste direkt sich in Bourg-St. Maurice befinden. Aber dann haben wir schnell gemerkt, dass wir zurueck durch Serrez, an unserem Campingplatz vorbei mussten. Wir fuhren also zunaechst nach Val d'Isère. Hier wird immer noch viel gebaut, natuerlich Hotels udn Ferienhaeuser vom Allerfeinsten. Wir haben uns jedoch nicht lange aufgehalten, sondern sind die Passstraße hinauf gefahren. Wir bemerkten deutlich mehr Schnee, als im vergangenen Jahr, obwohl wir nur eine Woche frueher im Jahr sind. Auf der Passhoehe wieder der grandiose Anblick der Hochgebirgswelt.

Das Beweisfoto Hier Wir waren nicht die einzigen Biker Uwe, unsere Motor Hier

Dann ging es weiter bergab auf der D902 bis Lanslebourg und schnell wurde ein Blick auf den Mont Cenis geworfen. Vor Jahren sind wir ueber den Mont Cenis gefahren und haben oben nichts sehen koennen, weil er in einer dichten Wolkendecke lag. Wir besprachen uns kurz und beschlossen, den Mont Cenis erst einmal links liegen zu lassen. Also ging es weiter auf der N6 bis nach Modane. Hier sollte eigentlich ein nettes oertchen sein, das auch ueber einen schoenen Campingplatz verfuegen sollte. Das Örtchen entsprach aber nicht unseren Vorstellungen von einem netten Dorf und so beließen wir es bei einem Kaffee in einer Bar. Bei dieser Gelegenheit besprachen wir den weiteren Verlauf unserer Tagestour.

Zunaechst wollten wir weiter in Richtung Grenoble fahren. Hierzu war dann entweder der Col du Telegraph und Col du Galibier faellig, die wir schon kannten, oder der Col de la Croix de Fer. Wir beschlossen dem Col de la Croix Fer einen Besuch abzustatten und fuhren bis St. Jean de-Maurienne auf der N 6 weiter. Hier wurde wieder getankt (wir haben wirklich oft tanken muessen) und dann ging es ueber die D926 rauf auf den Col de la Croix de Fer.

Der Mont Diabolo, oder so Das Alibibild am Col de la Croix Fer Super Panorama, wenn nur nicht das Murmeltier im Vordergrund Der Berg ruft

Die Talfahrt war auch noch voller landschaftlicher ueberraschungen. Ein toller blauer See tauchte auf.

Zwar ein Stausee, aber trotzdem Bach oder Wasserfall, dass ist hier die Frage ... Alpenpanorama pur

Ein rauschender Bach, na ja fast schon ein Wasserfall. Bei diesem Panaroma fehlen mir die Worte - Natur ohne Ende.

Im Tal angekommen trafen wir auf die N91 und hielten uns rechts, in Richtung Grenoble. Bei Vizille wechselten wir auf die N85 in Richtung Gap, wir wollten ja auch noch zum Mont Ventoux. So langsam wurden wir etwas muede und hielten schon mal Ausschau nach einem Campingplatz. La Mure war der naechste Ort, vielleicht war hier ja etwas geeignetes zu finden. Nach drei vergeblichen Runden in dem, fuer unseren Geschack, unattraktiven Ort beschlossen wir weiter zu fahren.

Über die D526 fuhren wir in Richtung Mens, in der Hoffnung dort einen schoenen Ort mit gutem Campingplatz zu finden. Kaum waren auf die D524 abgebogen, schickte man uns schon wieder auf eine Umleitung. ueber die D277 mussten wir uns nach St. Sébastien ueber eine schmale Straße mit wirklich engen Spitzkehren hochquaelen, dann kam die D64 und der Col St. Sébastien und dann wieder die D526 und endlich auch Mens. Mens ist ein kleiner, schuckeliger Ort mit einem Camping Municipal.

Ein schoenes Fleckchen Erde

Der liegt zwar direkt an einer Schule, einem Kindergarten, einem Freibad und der Feuerwache, aber wir warem muede und wollten uns dadurch nicht beeindrucken lassen. Vielleicht waren hier ja schon Schulferien und es wuerde ja wohl nicht ausgerechnet in dieser Nacht einen Feueralarm geben. Also fix die Zelte aufgebaut und die Hausstaende eingerichtet.

Ein schoenes Fleckchen Erde

Das Dorf hielt auch, was der erste Eindruck versprochen hatte. Kleine Geschaefte und nette Bars. Nachdem wir unsere Einkaeufe getaetigt hatten und das Abendessen verkoestigt war, wollten wir noch der ein oder anderen Bar einen Besuch abstatten. Das haben wir dann auch gemacht und uns koestlich amuesiert.

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5. Tag

Ruhetag in Mens.

Wir beschlossen ganz spontan, wie wir nun mal sind, noch eine weitere Nacht zu buchen. In der ersten Nacht gab es dann uebrigens wirklich eine Feueralarm, und die Feuerwehr war der Meinung, dass auch jeder Dorfbewohner das unbedingt erfahren muss. Die Sirene an der Feuerwache machte ihrem Namen alle Ehre und die Feuerwehrautos rueckten auch unter vollem Konzert aus.

Am anderen Morgen, es war ein Sonntag, wollten wir uns um das Fruehstueck kuemmern. Die Alimentation hatte geschlossen und machte erst zur Mittagszeit auf. Nachdem wir die Kirche dann auch gefunden hatten, wir dachten wir folgen mal den Fußgaengern, vielleicht wollen die ja auch zum Baecker, haben wir aus eigener Kraft die Baeckerei gefunden. Nun, wir waren dort nicht ganz alleine, die Warteschlange war schon recht lang.

Hochkonjunktur

Gut versorgt konnten wir dann Fruehstuecken. Den Kaffee zum Crossoint tranken wir direkt in einer Bar.

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6. Tag

Von Mens nach Apt.

ueber die D66 und den Col de la Croix Haute ging es zur N75 in Richtung Sisteron. In Serres bogen wir dann auf die D994 ab, um in die Richtung des Mont Ventoux zu kommen. Bei Rosane zogen dichte Wolken auf und bei Rémuzat sahen wir die ersten Blitze und wir konnten die niedergehenden Schauer schon in nicht allzu großer Entfernung am Himmel erkennen. So entschlossen wir uns hier eine kleine Rast einzulegen und die Gewitter abzuwarten. Das kleine Lokal kam wie gerufen und wir stellten unsere Mopeds in sichtweite am Straßenrand ab.

In Warteposition Wann kommt der Regen endlich ? Gut gehts

Wir nahmen zwar noch draußen Platz, aber wie der kritische Blick von Uwe zeigt, war der Regen nicht mehr fern. Ich freute mich auf meinen Kaffee und wartete entspannt ab, was passieren wuerde. Mehr als ein Sommergewitter war ja nicht zu erwarten. Wir mussten uns dann doch recht zuegig ins innere des Lokals verdruecken, weil der Gewitterschauer hatte es in sich. Uwe versuchte ein Omlette zu bestellen, aber die huebsche, freundliche, junge Dame antwortete mit einem allumfassenden "non!!!". Damit war das Thema eines puenktlichen Mittagessens auch schon durch.

Am Tresen standen noch ein paar aeltere Franzosen, die sich den ein oder anderen Pastis hinter die Binde gossen. Dann traf ein Trupp Bauarbeiter ein, die sich kurzerhand an einen großen Tisch setzten. Dort wurde dann eingedeckt und sie bekamen ihr Mittagessen. Ich denke, Uwe muss an seinem Franzoesisch noch etwas arbeiten, vielleicht hatte die Bedienung ihn missverstanden?

Nach dem Gewitter fiel uns der Abschied aus dem Lokal nicht schwer und wir fuhren weiter in Richtung Mont Ventoux auf der D94. Es wurde immer heißer und in Malaucène machten wir an einem Supermarkt Rast um etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Es gab dann ein koestliches Mahl mti einem Liter Orangensaft, einem Baguette und einem Stueck Kaese, welches wir stilvoll auf dem Parkplatz des Supermarkts zu uns nahmen. Dann ging es weiter auf der D938 und D19. Die Passstraße ueber den Mont Ventoux sind wir wieder nicht gefahren. Erstens war es ungeheuer heiss und zweitens muss man sich ja auch fuer das naechste Jahr noch etwas uebrig lassen. Also ging es dann weiter in Richtung Apt. Bei Sault wechselten wir auf die D943 und genossen die Landschaft des Vaucluse.

Jede Menge Gegend.

Wegen der großen Hitze machten wir noch an einer Sommerresidenz Rast. Ein wirklich tolles Wochenendhaus haben die sich hier hingestellt.

Das ist nur die Hausmeisterwohnung Das gefaehrliche Wohnmobil

Kaum hatten wir unsere Mopeds im Schatten eines Baums geparkt, kam ein aelteres Ehepaar in einem Wohnmobil. Die Frau stieg aus, betrachtete unsere Motoraeder, und begann ihrem Mann rueckwaerts einzuweisen. Das Wohnmobil kam unseren Motorraedern immer naeher, die alte Dame nahm hiervon wenig Notiz. Also schoben wir schnell unsere Motorraeder in Sicherheit, um schlimmeres zu Verhueten.

Im sich anschließenden Gespraech, dass der Mann mit uns in Franzoesisch fuehrte, waehrend er in einem Campinstuhl saß und sich genpuesslich ein Bier schluerfte, bemerkte er lediglich, dass es heute sehr heiss sei. Nun gut, so eine Ruhe muss man haben. Das Schloesschen war wirklich toll.

Die Gaerten Der Teich

Nach kurzer Rast, in der wir unsere letzten Wasservorraete tranken, ging es weiter nach Apt. Ich hatte in irgendeinem Reisefuehrer gelesen, dass Apt eine schoene Altstadt haben soll. ueber die D934 ging es weiter bis Apt, hier fanden wir einen Camping Municipal direkt an der Altstadt. Der Platz war zwar nicht so toll, aber was will an von einem Campingplatz erwarten, der mitten in einer Stadt liegt.

Direkt an der Begrenzungsmauer wurden unsere Zelte aufgebaut

Wir bauten unsere Zelte auf und machten anschließend eine erste Exkursion in die Stadt, um das Abendessen einzukaufen.

Direkt an der Begrenzungsmauer wurden unsere Zelte aufgebaut

Wir gingen zunaechst in die Altstadt, die mit den kleinen Gassen einen guten Eindruck machte. Lediglich die Geschaefte, die allesamt geschlossen hatten, machten uns etwas misstrauisch. Nun gut, wir dachten wegen der großen Hitze machen die erst am Abend auf. Wir tranken ein Bier und machten uns auf die Suche nach einem Supermarkt. Erst als uns einige Leute mit Einkaufstaschen entgegenkamen, wussten wir, dass wir in die richtige Richtung gehen. Wir kauften ein und gingen zum Campingplatz zurueck. Dort wurde gekocht, dann machten wir uns stadtfein, weil wir wollten ja das Nachtleben in Apt genießen. Leider war es dort am Abend genauso tot wir am Nachmittag und so freuten wir usn, dass wir ueberhaupt noch ein geoeffnetes Lokal fanden. Eigentlich ein Restaurant mit "Biergarten", aber wir bestellten uns zur Erleichtung der Bedienung nur zwei Bier. Die hatte wohl schon befuerchtet, dass der Koch noch einmal ran muss. Auf einem Wandthermometer sahen wir, dass es um 22 Uhr immerhin noch 35 ° Celsius betrug. Ein wirklich lauer Sommerabend. Wir waren uns schnell einig, dass wir keine zweite Nacht in Apt verbringen wollten.

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7. Tag

Von Apt nach Aups.

Tja, in Apt war das ja nun nur ein kurzes Vergnuegen gewesen. Wohin sollte es nun weitergehen. Fuer die Cote a'zur war es noch zu frueh in diesem Urlaub. Wir beschlossen, dass wir an den Lac de Ste. Croix fahren wollten, um dort einen Campingplatz direkt am Seeufer zu finden. Also machten wir uns auf den Weg durch die herrlichen Lavendelfelder in Richtung Verdon-Schlucht. Zunaechst ging es also weiter auf der N100 ind Richtung Forcalquier. Auf dem Weg dorthin kamen wir an eine große Bruecke ueber einen gewaltingen Flusslauf. Zumindest im Fruehjahr sollte es wohl ein reissender Fluss sein. Aber jetzt zur Sommerzeit war es kaum mehr als ein Rinnsal.

Der reissende Strom, ganz zahm Wie ist der Wasserstand hier wohl im Fruehjahr?

Von Forcalquier ging es weiter auf der D12 nach Oraison und ab dort auf der D4 Richtung Cadarache. Nach wenigen Kilometern bogen wir auf die D907 in Richtung Digne-les-Baines ab. Wir wollten ja durch die Lavendelfelder zum Lac de Ste. Croix fahren und die sind ja am schoensten in der Gegend von Riez. Wir verfuhren uns dann doch, weil wir den Abzweig nach Riez verpassten, der recht versteckt in einem kleinen Ort war. Nachdem wir fast schon in Mézel waren, merkten wir den Fehler und kehrten um. Wir fanden dann den Abzweig auf die D953 und fuhren durch Riez weiter zum Lac du Ste. Croix. An der D11 kamen dann die Lavendelfelder und wir konnten nicht umhin, hier einige Fotos zu schießen.

Das ist die Provence Lavendel, so weit das Auge schaut Wer steckt da im Lavendelfeld ?

Ausser uns machten noch eine ganze Menge anderer Biker hier ihre Urlaubsfotos. Wir kamen mit einem Ehepaar aus der Schweiz ins Gespraech, die ebenfalls einen Motorradurlaub hier verbrachten. Beide hatten wohl schon die Rente durch und juckelten durch die Lande. Sie gaben uns einen Tipp, wo eine schoene Ecke am See zu finden sei. Wir befolgten diesen Ratschlag und nahmen die D111, die direkt an das nord-westliche Ufer des Lac du Ste. Croix fuehrt. Die D111 fuehrt direkt an das Steilufer des Sees und hier war wirklich eine tolle Sicht auf das Wasser. Wir fuhren in steilen Serpentinen an das Ufer hinunter und kamen zu dem Dorf Ste Croix-de-Verdon. Hier gab es tatsaechlich einen kleinen Campingplatz direkt am See, aber der hatte den Nachteil, dass wenn man zu Fuss zum Ort wollte, die ganzen Serpentinen raufkraxeln musste. Darauf hatten wir nicht wirklich Lust und beschlossen erst einmal das Suedliche Ufer bei Bauduen zu erkunden. Wir kamen daber ueber die Bruecke am Ende des LAc de Ste. Croix kur vor der Staumauer. Auch hier war die Aussicht auf den See richtig klasse.

Der Lac du Ste. Croix ZX 10 R auf der B

Wir hielten uns immer nah an das Seeufer und fuhren ueber die D249 bis Bauduen. Die Campingplaetze in Seenaehe gefielen uns nicht so richtig und so drehten wir in Bauduen wieder um. Wir entschlossen uns Aups mal wieder eine Stippvisite abzustatten. Dort kannten wir den Camping International bereits, aber es sollte ja noch ein weiterer Campingplatz in ortsnaehe sein. Den wollten wir uns auf alle Faelle mal anschauen, man muss ja auch mal neue Dinge in Augenschein nehmen. ueber die D49 fuhren wir bis St. Andrieux und ab hier auf der D957 nach Aups. Der andere Campingplatz war schnell inspiziert und fuer nicht vergleichbar mit dem Camping International bewertet. Also haben wir Kurs auf den Camping International genommen, der sich an der D60 befindet. Der Chef des Platzes heisst Pierre und kannte mich noch von frueheren Besuchen. Wir bekamen den Plan des Platzes und konnten zwischen verschiedenen Stellplaetzen auswaehlen.

Der Camping International

Wir entschieden uns fuer einen schattigen Platz und sagten Pierre, dass wir zwei Naechte bleiben wollten. Das war kein Problem und wir bauten rasch unserer Zelte auf.

Die Zelte standen schnell

Direkt auf dem Nachbarstellplatz waren zwei Korkeichen in genau dem richtigen Abstand fuer meine Reisehaengematte. Am Abend wurde sie in Betrieb genommen und von den beiden Haengemattentestern als hervorragend bewertet.

Praxistest bestanden Der unabhaengige Sachverstaendige bestaetigt das Textergebnis

Am fruehen Abend machten wir uns auf den Weg ins Dorf und hatten einen abwechslungsreichen Abend in einer Bar. Wir genossen es, die vorbeiflanierenden Menschen zu beobachten und unserer fachkundigen Kommentare ueber die Touristen abzugeben.

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8. Tag

Ruhetag in Aups.

Heute wollten wir es auch ruhig angehen lassen. Also war zuerst Ausschlafen angesagt und dann ging es zum Fruehstueck ins Dorf. Wir machten einen gemuetlichen Rundgang durch Aups und entdeckten einige architektonische Spezialitaeten der Provence. Hier kann man z.B. die Wohnungserweiterung um eine Toilette a la Fronkreisch bewundern.

So wird aus einer Wohnung ohne Bad eine Wohnung mit Bad

Bei der Fuehrung der Abwasserrohre gab man sich ebenfalls ganz ungezwungen und waehlte den einfachsten und kuerzesten Weg. Aber was solls, der Zweck heiligt ebend die Mittel. Den Abend verbrachten wir an der Bar des Campingplatzes. Hier wurde das Europameisterschaftsspiel Holland gegen Portugal auf einem Grossbildschirm gezeigt und dementsprechend war auch die Herkunft der Gaeste gepraegt. Ohne organgefarbenes T-Shirt stach man direkt aus der Masse hervor. Wir machten uns nichts draus und genossen bei Rosé und Pastis das Spiel. Der Ausgang des Spiels stimmte die hollaendischen Gaeste recht traurig und sie verließen fluchtartig nach dem Abpfiff die Bar. Wir tranken in Ruhe aus und machten uns dann auch auf den Weg ins koerbchen.

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9. Tag

Von Aups nach Cogolin.

Nach unserem Fruehstueck im Dorf beschlossen wir, eine kleine Rundfahrt mit den Motorraedern zu machen. So drehten wir eine kleine Runde ueber Tourtour, wo noch die Waldbrandschaeden aus dem Jahr 2002 zu erkennen waren. Dann ging es weiter ueber Ampus und la Clappe bis nach Draguignan und von hier ueber Flayosund Salernes zurueck nach Aups. Die Temparaturen waren wirklich sommerlich und wir ueberlegten, ob wir nicht noch eine weitere Nacht hier verbringen sollten. Also ging es wieder zu Pierre, um die Formalitaeten zu regeln. Aber erstens kommt es anders udn zweitens als man denkt. Pierre sagte uns, dass er fuer heute oder morgen neue Gaeste fuer unseren Stellplatz erwarte und wir umziehen muessten, wenn wir eine weitere Nacht bleiben wollten. Waehrend ich noch etwas unentschlossen war meinte Uwe, wenn er zusammenpacken muesste, dann wolle er auch richtig aufroedeln und weiterfahren. Wir bezahlten die Rechnung und bereiteten den Aufbruch vor.

Schnell gepackt und weiter in Richtung Cote a'zur Schnell gepackt und weiter in Richtung Cote a'zur

Gesagt - getan, zusammenpacken, aufroedeln, ein bis zwei Liter Wasser trinken, Wasserflaschen auffuellen und los ging es nach Cogolin. Hier wollten wir ja Emmerich Stenger besuchen, den wir ueber biker.de per E-Mail kennengelernt hatten. Bei einer kleinen Pause auf dem Weg nach Cogolin riefen wir Ihn an und fragten, ob unser Besuch in seine Planung passte.

Er sagte uns, wir koennten jederzeit kommen, er muesste nur noch schnell die Sachen zum Grillen besorgen. Also ging es weiter ueber die D22 bis Silans-le-Cascade, ueber die D560 nach Salernes, ueber die D550 in Richtung Flayosc bis zur D10 und ab hier weiter nach Lorgues. Dann immer noch auf der D10 nach Taradeau und weiter in Richtung les Arcs. So hatten wir die Ortsdurchfahrt durch Draguignan vermieden und landschaftlich schoenere Strecken gewaehlt. Der Asphalt loeßte sich allerdings an vielen Stellen in seine Bestandteile auf und verwandelte sich zu schmierigen Pisten aus fluessigem Teer. Hier war wirklich Vorsicht geboten und in Kurven gab es bei mir den ein oder andreren Rutscher des Hinterrads.

Auf der N7 fuhren wir weiter bis kurz vor le Muy und bogen auf die D25 nach Ste. Maxime ab. Auch hier waren noch die Waldbrandschaeden des letzten Jahrs deutlich zu erkennen. Hier musste es ganz schoen heftig gelodert haben. In Ste. Maxime bogen wir auf die Kuestenstraße N98 ab und bewunderten den Golf von St. Tropez. Der Anblick ist doch immer wieder faszinierend und ich werde ihn wirklich nicht leid. Weiter ging es bis Port Grimaud und kurz danach bogen wir in Richtung Cogolin ab.

In Cogolin angekommen hatten wir natürlich keine Ahnung, wo Emmerichs Haus sein koennte. Also parkten wir auf einem Parkplatz mit dem namen Hugo sowieso und riefen erneut Emmerich an. Er war der Meinung, dass wir sein Haus nicht aus eigener Kraft finden koennten und bestellte uns zu einer Bar gegenueber dem Le Clerk-Supermarkt. Da wir kurz zuvor am Le Clerk-Supermarche vorbei gekommen waren, fanden wir den Treffpunkt schnell.

Dann kam auch Emmerich schon auf seiner brandneuen Honda CBR 1200. Nach einer herzlichen Begrueßung fuhr er vor und lotste uns zu seinem Haus. Wir tranke zunaehst mal eine Cola, um die Lebensgeister wieder zu wecken. An die Temperaturen mussten wir uns erst gewoehnen. Dann brachen wir zu dem Campingplatz auf, den Emmerich fuer uns ausfindig gemacht hatte. Er fuhr wieder vor und klaerte am Camping de L'Argentiere fuer uns die Formalitaeten.

Camping L'Argentière Camping L'Argentière Camping L'Argentière

Wir durften uns frei einen Platz auswaehlen. Wir verabredeten mit Emmerich, dass er uns so um 20 Uhr abholen wollte. Er kam schon um 19:30 Uhr und brachte gleich seinen Freund Kim mit, der ebenfalls aus Deutschland stammte. Wir stiegen in kurzen Hosen und mit Sandalen auf die Soziusplaetze und ließen uns chauffieren. Der Abend war wirklich super. Die Gastfreundschaft von Emmerich und seiner Frau war wirklich riesig. Wir grillten und fuer mich als Vegetarier gab es Salate und Ziegenkaese. Nachdem wir zunaechst Bier getrunken hatten, gingen wir zum Essen zu Rotwein ueber und das 5 Litergebinde hielt auch nicht lange durch.

Emmerich und Uwe Emmerich und ich

Mit anderen Worten, der Abend war recht weinselig und weit nach Mitternacht stellten wir uns die Frage, wie wir wohl den Campingplatz wiederfinden sollten. Emmerich war der festen Meinung, dass er uns mit dem Auto hinbringen wolle und ließ sich auch durch gute Worte nicht davon abbringen. Kim fuhr noch mit dem Motorrad nach Hause. Ich fuer meinen Teil muss zugeben, dass ich nicht mal in der Lage gewesen waere, auch nur auf ein Motorrad aufzusteigen. Irgend ein Glas Rotwein hatte ich wohl zuviel getrunken. Sei's drum, wir kamen gut am Campingplatz an und sowohl Emmerich als auch Kim kamen auch gut wieder Heim.

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10. Tag

Ruhetag in Cogolin.

Am fruehen Morgen machte uns Emmerich seine Aufwartung, wir waren aber einstimmig der Meinung, dass heute kein Motorradfahren angesagt sei und wir einen ruhigen Alkoholverdunstungstag fuer angemessen hielten. So legten wir uns noch einmal hin und verlagerten uns mittags zum campingeigenen Swimmingpool. Der Campingplatz war wirklich gut und preiswert. Der Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse und wir waren froh, dass wir am Swimmingpool Liegen im Schatten ergattern konnten.

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11. Tag

Tagesausflug.

Schluss mit faulenzen. Ein Tagesausflug war angesagt. Nach kurzer ueberlegung entschieden wir uns durch das Massif des Maures zu fahren. Von Cogolin ging es ueber die N98 ueber la Môle. Wir wollten kurz vor Bormes-les-Mimosas links zum Col de Babaou abbiegen. Die Abfahrt zur D41 war aber so versteckt, dass wir in den Genuss der "Serpentinen" des Col de Gratteloup auf der N98 kurz vor Bormes-les-Mimosas kamen. Also kehrt gemacht und die Serpentinen wieder hoch, das macht ja doch viel Spaß und der kleine "Umweg" war es allemal wert. Die D41 zum Col de Babaou ist recht einsam und abgelegen. Der Blick vom Col zum Mittelmeer ist super.

Der Blick aufs Meer Die einsamen Schatten kann auch schoen sein

An der Abzweigung D14 hielten wir uns rechts nach Collobriers. Hier wurde getankt. Im Oertchen spielte eine Dixiband und wir entschlossen uns, eine kurze Mittagsrast einzulegen.

Mittags im Cafe

Hier sprach uns ein baertiger Mann, Marke vergessener Hippie, an und behauptete frech wir seien wohl aus Deutschland. Zu dieser Erkenntnis kam er, weil wir brav in unserer Motorradkluft unterwegs waren. Er war gebuertiger Bayer, lebte aber schon sein ca. 20 Jahren an der Cote. Biker war er ebenfalls und fuhr eine Einzylinder Chopper, deren Vorderreifen noch aus seinem ersten Jahr an der Cote stammen musste. Erstaunlich, dass der Reifen ueberhaupt noch die Luft hielt, das Gewebe schimmerte schon auf der kompletten Laufflaeche durch. Der Bayer war nach der Landestracht motorradmaeßig gekleidet. Schlappen, kurze Hose, T-Shirt und Jeansweste. Seine Lederklamotten hatte er schon vor langer Zeit verscherbelt. Er verriet uns nach seinem 5. Pastis auch, dass er frueher in Bayern auch immer in T-Shirt und Latschen bei Wind und Wetter gefahren sei - nur im Winter haette er wegen der Kaelte Socken angezogen. Ein echter Naturbursche war er gewiss! Er zog sich noch ein paar Glaeschen Pastis rein und fuhr dann seiner Wege. Nach der Pastisdroehnung in der Mittagshitze haette ich mein Bike wohl nicht mehr bewegen wollen, aber andere Laender, andere Sitten.

Wir machten uns auch auf die Socken und fuhren ueber die D39 hoch zum Col des Fourches und wieder runter bis kur vor Gonfaron. Hier ging es ueber die D75 wieder in Richtung Osten, um auf die D558 zu kommen, die nach la Garde-Freinet fuehrt. Nach la Garde-Freinet kommt eine supergute Strecke runter bis Grimaut. Das ist die Haus und Hofstrecke von Emmerich und wir ließen es auch etwas krachen. Als wir zurueck in Cogolin waren, beschlossen wir den Nachmittag am Strand zu verbringen. Das Meer wollten wir ja auch genießen!

Einfach nur blau Der alte Mann und das Meer :-) ohne Worte

Als wir abends zurueck am Campingplatz waren, planten wir noch unsere weitere Route. Nach drei Tagen Cote a'zur wollten wir wieder zurueck ins Inland fahren. Wir verabschiedeten uns am Abend noch von Emmerich und genossen den letzten Abend an der Cote.

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12. Tag

Von Cogolin nach Seyne.

Morgens, relativ frueh, machten wir uns auf und fuhren zunaechst ueber Grimaud und la Garde-Freinet bis nach le-Cannet-des-Maures ud bogen hier auf die N7 in Richtung Brignoles ab. In Brignoles ging es weiter ueber die D554 nach Bariols bis Taveners. Ab hier ueber die D71 und D13 nah Montmeyan. Hier war mal eine Pause faellig, denn es war wieder bannig heiss geworden.

Uwe, der Eroberer der Provence ... .. und Ulrich, sein getreuer Knappe

Wir wollten ja noch unbedingt noch einmal in die Lavendelfelder. Uwe hatte seinem Bruder versprochen, ihm einen Strauss Lavendel mitzubringen.

Wir orientierten uns in Richtung Quinson und danach ging es ueber die D15 nach Esparron-de-Verdon. Hier wurde der Verdon wieder einmal aufgestaut und an dem See wuerde sich vielleicht ein Campingplatz finden lassen. Dort angekommen, waren wir doch recht enttaeuscht. Der See war zwar klasse, aber der Ort bestand eigentlich nur aus ein paar Souvenierlaeden und Restaurants. Abends, wenn die Touristenbusse wieder von dannen gezogen waren, werden hier wohl die nicht vorhandenen Bordsteine hochgeklappt. Die Campingplaezte lagen auch ein gutes Stueck ausserhalb des Orts, so dass wir dann doch lieber weiterfahren wollten.

Die Straße (D15) wurde immer mehr zur Piste und ich war schon ordentlich durchgeruettelt. Wir machten noch an einem kleinen Lavendelfeld halt, wo Uwe einen erheblichen Lavendeldiebstahl begang. Bei Allemagne-en-Provence, komischer Ortsname, fuhren wir auf die D952 nach Riez und ab Riez auf der D953 ueber Mézel bis zur Route Napoleon, der N85. Weiter ging es nach Digne-les-Baines, wo wir wieder Rast machten und uns die weitere Strecke ueberlegten.

Entweder in Richtung Sisteron oder noch einmal ins hoehere Gebirge. Die Berge haben gewonnen und wir fuhren ueber die D900 weiter. In la Javie aergernten wir uns darueber, dass wir in Digne-les-Baines nicht vollgetankt hatten, in le Vernet aenderte sich das Ärgern in arge Befuerchtungen, dass der Sprit doch eher zu Ende gehen koennte, als die naechste Tankstelle erreichbar war. Wir schafften es noch bis Seyne. Die Tankstelle hatte zwar schon geschlossen, aber wir wollten sowieso ein Nachtquartier aufsuchen.

Der erste Campingplatz war sehr naturverbunden und kinderreich, dafuer waren es ca. 5 km zum Ort. Wir nahmen dann den zweiten Platz, den Camping Les Prairies, der war zwar auch gute 2 km vom Ort entfernt, aber deutlich weniger von laermenden Kindern bevoelkert. An der Rezeption wurden wir uns schnell einig, wir durften uns den Stellplatz aussuchen.

Camping Les Prairies

Wir entschieden uns fuer den Platz E5 und bauten fix die Haeuser auf.

Ein eleganter Schwung aus dem Handgelenk ... ... aber wie geht es weiter ?

Tja, bei der Unordnung kann selbst ein erfahrener Camper, wie Uwe, leicht den Überblick verlieren. Aber wir haben dann doch noch unsere Piselotten zusammengekriegt. Danach gab es dann die wohlverdiente Belohnung an der Campingplatzbar.

Kritischer Blick des Tourguides ... und Prost

Bier und Pastis sind doch eine typisch franzoesische Kombination, oder? Im Kohlenpott wuerden wir das als ein Herrengedeck bezeichnen. Da am Abend das Europameisterschafts-Endspiel Griechenland gegen Portugal bevorstand, tranken wir uns schon mal warm - denn Aufwaermen verhindert ja bekanntlich Verletzungen! Das Fussballspiel war Klasse. Wir besprachen nebenbei, dass wir den Mont-Cenis noch bei guter Sicht befahren wollten.

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13. Tag

Von Seyne nach Lanslevillard.

Der erste Weg am Morgen ging natuerlich zuerst zum Bankautomaten und dann zur Tankstelle. Die Moppeds hatten einen fuerchterlichen Durst und standen kurz vor dem Austrocknen. Danach folgten wir der D900 bis St. Vincent-Forts und dann bis kurz vor le Lauzet-Ubaye. Wir bogen auf die D954 ab, um am suedlichen Ufer des Lac de Serre-Poncon nach Embrun zu fahren. Ich frage mich, wie die Franzosen ihre Seen so unverschaemt blau bekommen. Wenn da mal nicht Tintenfische ihre Tentakel im Spiel haben.

Der Ubaye geht in den Lac de Serre-Poncon Beim Pullern erwischt

Bei soviel Wasser ueberkommt auch den staerksten Mann mal ein gewisses Beduerfnis. Wir machten die sogenannte Pinkelpause und Uwe nutzte das auch hemmungslos aus.

Wir blieben auf der D954 bis zum Ort Savines-les-Lac. Hier wurde dann das Fruehstueck serviert. Natuerlich in grandioser Umgebung und mit viel frischer Luft.

Berge ... Berge und Mohnblumen Berge und See ... Wir warten aufs Fruehstueck

Nach der Staerkung sollte es dann weitergehen.

Auf geht's

Über die N94 fuhren wir nach Briancon und dann ueber die N91 bis zum Col du Lautaret. Das Hotel lud zu einer Pause ein und wir bewunderten den Gletscher des le Goleon.

Ob das ueberhautp ein Gletscher ist? Nicht am Mopped packen !

Uwe wartete auf sein Wasser und behielt derweil unserer Moppeds scharf im Auge. Nun stand der Col du Galibier auf dem Programm. Den kannten wir ja schon aus dem Vorjahr, wo wir ihn allerdings von der anderen Seiter aus befahren hatten. Nicht nur Motorradfahrer und Radfahrer waren ganz verrueckt nach den Paessen, auch Wanderer erobern diese Regionen zu Fuss.

Jetzt geht's los.

Paesse fahren ist doch ein besonderes Vergnuegen. Nach ein paar Windungen blickte ich mal zurueck, und kaum das man ein paar Hoehenmeter gemacht hat, stellen sich die Serpentinen im besten Licht dar.

leichtes Kurvengeschnoerkel

Die naechsten Bilder sprechen eigentlich fuer sich allein. Die hochalpine Umgebung finde ich persoenlich immer wieder auf's Neue beeindruckend. Fuer Mitte Juli lag noch erstaunlich viel Schnee auf den Paessen. Hier am Col du Galibier war wieder einmal die Hoelle los. Man bekam kaum einen Parkplatz, so voll war es auf der Passhoehe.

Da sind sie wieder, die Berge. Ob wohl schon Schneeketten notwendig sind? Der Beweis Und wieder abwaerts

Links und rechts der Straße gab es noch die ein oder andere Schneewand zu bewundern.

Noch viel Schnee im Juli

Das Hochtal, dass bis zum Col du Télegraph fuehrt, gefaellt mir sehr gut. Es ist so ruhig hier, dass man glaubt man ist alleine auf der Welt.

Echt einsam hier, oder ...

Aber dann kommt doch wieder die Zivilisation zu ihrem Recht und ein Auto ist zu sehen.

... etwa doch nicht ?

In Valloire machten wir eine Pause und die hat sich richtig gelohnt. Hier findet wohl in jedem Jahr ein Wettbewerb der Quadfahrer statt und so war maechtig viel los. Eine wahnsinnig große Anzahl von Quads saeumten die Straße.

Quad-Manie

Und auch im Gelaende waren sie nicht gerade selten. Im Gebirgsfluss hatte man sogan eine Quad-Waschstraße eingerichtet, wo zwei junge Quadbegeisterte mit Hochdruckreinigern nicht nur die Fahrzeuge vom Schlamm befreiten, sondern die Fahrer gleich mit in einen sauberen Zustand versetzten.

Quad in Aktion.

Wir machten uns auf den Weg zum Col du Télegraph und fuhren hinunter ins Tal zur N6, der wir nach Modane folgten. Hier waren wir am Urlaubsanfang aus der Gegenrichtung gekommen. Wir tankten kurz und wollten dann noch bis nach Lanslevillard, wo wir einen Campingplatz kannten, den wir unbedingt wieder aufsuchen wollten.

Camping in Lanslevillard

Auf dem Camping Municipal bauten wir an einer speziellen Stelle unsere Zelte auf.

Der Platz am Gebirgsbach

Direkt hinter unseren Zelten ging es zum Gebirgsbach Arc hinunter, der froehlich vor sich hinrauschte. Zur anderen Seite unseres Stellplatzes blickten wir auf den Mont-Cenis, den wir ja noch befahren wollten.

Blick auf den Mont-Cenis

Der Arc war hier wirklich wildromatisch. Er hatte sich tief in das Gelaende reingefressen und machte in der Schlucht maechtig viel Rabatz.

Der Arc Am Abgrund Uwe stellte sich auch mutig an den Rand der Schlucht

Wir gingen noch zum Einkauf in den Ort und blieben auf dem Rueckweg in der Campingplatzbar haengen. Abends war es hier auf 1600 Metern Hoehe empfindlich kuehl. Nach dem Abendessen genehmigten wir uns noch ein paar Bierchen und gingen dann schlafen. Am naechsten Tag wollten wir auf den Mont-Cenis zum Col du Mont-Cenis.

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14. Tag

Ruhetag in Lanslevillard.

Heute morgen sollte der Mont-Cenis-Pass bei guter Sicht befahren werden. Vor einigen Jahren hatten wir den Col du Mont-Cenis schon einmal befahren, aber der Mont Cenis lag damals in einer dicken Wolkenschicht. Die Fahrt war schon eher horrormäßig, weil die Sicht seinerzeits gerade bis zum Vorderrad reichte und wir hatten von dem großen See, der sich auf der Passhoehe befinden soll, rein gar nichts gesehen.

Das sollte in diesem Jahr anders werden! Wir machten uns frueh am Tage auf und das Wetter war geradezu toll. Es gab zwar einige Wolken, aber der Mont Cenis war davon unberuehrt. Die Bergfahrt ging erstaunlich schnell von statten. Das hatten wir ganz anders in unserer Erinnernung. Seinerzeit haben wir die Fahrt durch den Wolkendunst als sehr lange empfunden, heute ging es ruck-zuck und wir waren oben auf dem Hochplateau. Und da konnten wir den See auch schon sehen.

Da war der Teich endlich

So groß sah er eigentlich gar nicht aus und wir waren schon fast etwas entaeuscht. Aber vielleicht erstreckte der See sich ja noch weiter nach hinten. Der 2. Weltkrieg scheint hier auch einige Spuren hinterlassen zu haben. Das Mahnmahl wies auf den franzoesischen Widerstand hin.

Zum Gedenken an die franzoesischen Widerstandskaempfer

Wir fuhren weiter am See entlang und er war dann doch graeoeßer, als es zunaechst den Anschein hatte. Es gab natuerlich einige Restaurants am Seeufer und wir entdeckten auch, dass es kein natuerlicher See ist, sondern ein Stausee.

See mit Kapelle und Restaurant Die Staumauer

Es waren auch einige Leute hier oben, um die Aussicht zu genießen. Die Berghaenge sind schon eher karg bewachsen, obwohl es hier so hoch ja auch nicht ist.

G

Als wir hinter der Staumauer bis an die italienische Grenze fuhren, bot sich ein interessantes Bild. Die Franzosen haben den Italienern mit der Staumauer hier praktisch das Wasser abgegraben.

Wasserstopp

Dabei ist wohl auch ein Dorf dem Stausee halb zum Opfer gefallen. Einige Ruinen standen hoch jenseits der großen Mauer. Einige Leute in historischen Trachten hielten sich hier ebenfalls auf. Wenig spaeter sahen wir einen Produktionswagen einer Filmgesellschaft.

Die Reste des Dorfs

Viel los war hier nicht und mein Mopped fuehlte sich sehr einsam hier oben.

Einsam und allein

Nach Italien 'rueber wollten wir heute nicht und so machten wir kehrt und fuhren zurueck in Richtung Lanslevillard. Bei der Talfahrt ergab sich eine tolle Aussicht ins Tal und auf die Zufahrt zum Col de l'Isèran. Das wollte natuerlich im Bild festgehalten werden und ein Gruppenbild war auch mal wieder faellig.

Gruppenbild ohne Dame Lanslevillard von oben Die Zufahrt zum Col de l'Isèran

Als wir auf dem Campingplatz zurück waren, waren die Wolken auch recht dicht geworden. Hätten wir eine Nachmittagstour zum Mont Cenis gemacht, wären wir wohl wieder in den Wolken gelandet. Die Gegend ist ja sehr schön hier, aber mit dem Wetter hatten wir bisher hier im Tal des Arc kein Glück. Schon als wir vor einigen Jahren hier waren, bekamen wir einen kräftigen Schauer ab.

Wir unternahmen noch einen Speziergang durchs Dorf und stellten fest, dass hier wohl alles schon auf die Wintersaison wartete. Die Ferienanlagen wurden überall instandgesetzt. Zumindest hat man hier Augenmaß bei der Bebauung gehabt, was man nicht unbedingt von allen französischen Wintersportorten behaupten kann. Nach kurzer Inspektion des Ortes bekann es zu tröpfeln und wir suchten Unterschlupf in einer Bar. Hier genossen wir einige Bierchen und beschlossen heute mal nicht selbst zu kochen, sondern die französische Haute Cusine zu bemühen.

Uwe hatte Durst ... ... und ich ebenfalls

Nachdem der Schauer sich verzogen hatte, wollte ich meinem Mopped noch etwas Gutes tun. Die Kette sollte ihr Fett auch abkriegen und ich griff zur Dose, um sie ordentlich einzusrühen.

Wer gut schmiert, der gut fährt

Die Frage war nur, welches Mittel wurde hier verwendet, um die Kette geschmeidig zu halten? Richtig, an mein Mopped kommt nur Wasser und 33er Export!

Auf das richtige Fett kommt es an!

Zum Abschluss machte ich noch einige Fotos von der grandiosen Natur.

Der Klee blüht ungemein Und noch einmal die Schlucht

Und dann ging es zum Essen ins Restaurant. Das Essen war zwar nicht gerade billig, aber dafür sehr lecker. Als Vorspeise wählten wir Salade Chevre chaud, mein persönliches Leibgericht hier in Frankreich. Chevre chaud besteht aus Baguettescheiben, die mit Knoblauchöl bestrichen werden und dann mit Scheiben von Ziegenkäse belegt werden. Obendrauf kommen noch frische Kräuter der Provence und dann geht es ab in den Backofen. Wenn der Ziegenkäse etwas braun geworden ist, werden die Baguettescheiben auf ein Salatbett gelegt und mit einem Honig-Senf-Dressing beträufelt. Echt lecker!

we konnte nach den vielen Tagen vegetarischer Kost mal wieder ein Stück totes Tier auf den Teller bekommen. Er wählte ein Entecrote und als das Essen serviert wurde konnte man nicht sagen, dass sie hier mit dem Fleisch gegeizt hatten. Bei Uwe lag fast ein halbes Rind auf dem Teller. Ich hatte mich mit einem Nudelgericht begnügt, das auch sehr lecker schmeckte. Beim Essen beschlossen wir, dass die Rückfahrt nicht zuviele Autobahnkilometer in Deutschland enthalten sollten. Wir planten über die Vogesen zur Champagne zu fahren, um den Urlaub mit einem heimischen Trunk zu beenden. Champagner direkt von Erzeuger sollte doch wohl lecker sein.

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15. Tag

Von Lanseviallard nach Géradmer.

Wir wollten ursprünglich über den Col de l'Isèran fahren, um dann über Alberville und Chambery weiter zu reisen. Das Wetter war aber wolkenverhangen und wir versprüten keine große Lust den Col de l'Iseran im Nebel zu befahren. Also ging es zurück über die N6 bis zur Isère und dann auf der N90 in Richtung Chambery weiter.

Von Chambery aus fuhren wir zum Lac du Bourget, den wir auch schon von früheren Fahrten her kannten. Auf der N504 fuhren wir durch den Tunnel des Mount de la Charvaz und an Belley vorbei. In Pugie fing es an zu tröpfeln und dann kam ein kräftiger Regenschauer runter. Wir flüchteten in einen kleinen Wald am Straßenrand und warteten den Regenguss ab.

So langsam kam schon wieder Rückfahrtstimmung auf und der Regen trug seinen Teil dazu bei. Als der Guss vorbei war und wir weiterfahren wollten, leuchtete an meinem Mopped die Ölkontrolleuchte. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Ich hatte ja gestern erst alles kontrolliert, da musste dann ja wohl ein ernsthafterer Defekt vorliegen. Die Sichtprüfung ergab aber eine Undichtigkeit am Motor oder Getriebeblock, wo sollte also das Öl abgeblieben sein? Ich fuhr langsam weiter und je mehr Regenwasser abtrocknete, desto schächer leuchtete die Kontrollleuchte. Da war wohl doch nur etwas Feuchtigkeit eingedrungen. An der nächsten Tankstelle prüfte ich nach einer kurzen Pause, das Öl sollte ja Zeit zum zurücklaufen haben, den Ölstand und siehe dar, es war alles in bester Ordnung. Wir fuhren weiter über Amberie-en-Bugey udn wechselten hier auf die N75 nach Bourg-en-Bresse, die Stadt der Brathähnchen. Das Wetter hatte sich auch erheblich gebessert und wir legten eine kleine Rast ein.

kleine Pause

Der Pullover durfte auch wieder zurück ins Gepäck.

Es wurde wieder angenehm warm

Wir überlegten, ob wir an dem Imbisswagen, der hier an der Raststätte stand, eine Kleinigkeit zu uns nehmen sollten. Aber ein erster Blick auf die Preistafel ließ mich doch etwas zurückschrecken. Eine Dose Cola sollte 3 Euro kosten, das fand ich doch ein wenig happig. Die Würstchen sahen aus, als wenn sie schon den ganzen Sommer über in der Sonne gelegen hatten und Uwe wollte einfach keine davon probieren. Das Öl für die Pommes hatte wohl auch schon seine Mindesthaltbarkeit mehrfach überlebt, zumindest der Geruch des heissen Öls ließ uns ohne etwas zu Essen schlagartig satt werden.

Also ging es so gestärkt auf der N83 bis nach Lons-le-Sauniers und weiter bis Besancon. Sonst waren wir hier immer auf die Autobahn nach Mühlhouse gefahren, dieses Mal ging es weiter auf der N57 nach Vesoul. Unser heutiges Etappenziel waren die Vogesen, die wir dann Morgen in nördlicher Richtung durchqueren wollten, um zur Champagne zu kommen. Die Straße war dann doch autobahnähnlich ausgebaut. Wir kamen zwar schnell voran, aber mit Fahrspaß hatte das nicht wirklich etwas zu tun. Über Luxeuil fuhren wir nach Remiremont und von dort nach Gérandmer. Hier gab es einen See, an dem wir Campingplätze vermuteten. Tatsächlich wurden wir nach einer Seeumrundung fündig und schlugen unsere Zelte auf.

Ein kleiner Supermarché war auch da, Uwe hatte ihn schon inspiziert und für gut sortiert befunden. Als wir den Supermarkt dann aufsuchten stellte sich heraus, dass Uwe wohl mittelschwere Halluzinationen gehabt haben musste. Das Gemüse war verschrumpelt, die zwiebeln vertrocknet und das Baguette schien aus Vollgummi zu bestehen. Also prüfte ich die Hühnereier, die es hier in einem Sechserpack als letztes Exemplar seiner Art noch gab. Die sahen ganz ok aus und wir entschieden uns für Rührei mit Bier.

Rührei mit Bier

Der Himmel ließ nichts gutes ahnen, doch der Abend verlief noch recht trocken und der Platz am See war gar nicht so übel.

Dunkle Wolken am Horizont Unser Platz

Nachts ging es dann richtig zur Sache. Bis zum frühen Morgen jagte ein Gewitter das nächste.

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16. Tag

Von Géradmer nach Gelsenkirchen.

Am Morgen schaute ich aus dem Zelt und war auf Anhieb wenig begeistert. Es regnete so leise vor sich hin.

Regen am Morgen bringt Kummer und Sorgen

Wir besprachen uns in einer Konferenzschaltung von Zelt zu Zelt und waren uns einig, dass es wenig Spaß macht, bei Regenwetter durch die Vogesen zu fahren um dann im Regen in der Champagne sich den Champus verwässern zu lassen. Also warteten wir ab, bis der Regen etwas nachließ und packten die nassen Zelte fix ein.

Wir hatten beschlossen, zunächst in Westlicher Richtung durch die Vogesen zu fahren, um zu sehen, wei im Breisgau das Wetter so ist. Wri nahmen noch den Col de la Schlucht mit und fuhren über die D417 nach Colmar. Die Regenwand war teilweise nur 100 Meter hinter uns und wir sputeten uns, um nicht geduscht zu werden. Ab Colmar ging es weiter in nördlicher Richtung auf der Autobahn A35 in Richtung Straßburg. Das Wetter wurde nicht wirklich besser und die Regenschauer wurden zu einem ständigen Begleiter. Wir tankten noch und beschlossen, einen Tag früher als geplant nach Hause zu fahren.

Bei Offenburg wechselten wir das Land und waren wieder in Deutschland. Mensch, was war die Zeit wieder schnell vergangen. 2,5 Wochen sind ja praktisch nichts. Den Rest der Reise verbrachten wir auf den bundesdeutschen Autobahnen und kamen am späten Nachmittag in Gelsenkirchen an.

Zuhause

Wir waren uns mal wieder darin einig, dass der Urlaub ein voller Erfolg war. Ich fuhr weiter nach Hause und war froh, dass es keine Polizei in der Nähe gab. Meine Reifen waren restlos runter, obwohl ich vor Antritt der Fahrt hatte Neue aufziehen lassen. Was soll's.

Das war's

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