Frankreich 2006

Reisezeit:

29. Juli bis 13. August 2006

Die Frankreichtour 2006 ist nun schon wieder vorüber, leider eine Woche früher, als geplant. In den zwei Wochen habe ich 4382 km zurückgelegt. Der Start in den Urlaub war gelungen, das Wetter einfach nur super und ich kam mit nur 120 km Autobahn, von Gelsenkirchen bis nach Bonn, aus. Die Rückreise nach zwei Wochen begann, plötzlich und unerwartet in Mens, und beinhaltete leider dann rund 1.000 Autobahnkilometer.

Der ausführliche Bericht ist fertig gestellt, die
Bilder sind in meinem Album verfügbar.

Von Gelsenkirchen nach Abreschviller


Es war nun mal wieder soweit, der langersehnte Urlaub sollte nun endlich losgehen. Meine Siebensachen hatte ich schon am Freitagabend gepackt und ich musste nun nur noch mein Moped beladen. Das Wetter sah gut aus und voller Freude ging es los. Um den Kilometerstand nicht zu vergessen, machte ich noch kurz ein Foto vom Tachometer. Die Qualität eines Motorradurlaubs lässt sich zwar nicht über die Kilometerleistung definieren, aber ich bin dann doch immer neugierig, wie viel Kilometer man so im Urlaub abgerissen hat.
Bild 1 Dann noch fix ein Foto von mir gemacht und es konnte losgehen. Zunächst galt es, meine Kumpel Uwe abzuholen. Die dritte im Bunde konnte leider nicht mitfahren. Uschi hatte einen kleinen Unfall (Umfall) mit bösen Folgen, in Folge eines Umfalles hat sie sich so schwer verletzt, dass ihre Motorradsaison leider schon im Frühsommer beendet worden ist. Uwe stand dann schon abfahrbereit im Garagenhof, so dass wir uns zügig auf den Weg machen konnten. In diesem Jahr galt wieder mal die Prämisse, so wenige Autobahnkilometer wie nötig zu fahren. Im letzten Jahr waren wir ja bis Namur auf der Autobahn geblieben, in diesem Jahr wollten wir weniger Autobahn fahren. Das Wetter ließ ja alles zu und so fuhren wir über die A40 und A52 bis zum Breitscheider Kreuz und wechselten dort auf die A3 in Richtung Frankfurt. An Düsseldorf und Köln vorbei fuhren wir bis zum Dreieck Heumar und wechselten dort auf die A59. Hier ging es weiter bis zum Kreuz Beuel, wo wir auf die A565 wechselten und bis zum Autobahnende in Meckenheim, Anschlussstelle Grafschaft, weiter fuhren. Ab hier ging es dann auf den Landstraßen weiter. Bild 2 Wir folgten der B257 bis Adenau und machten an der Nordschleife des Nürburgrings unsere erste Pause. Es war schon mächtig was los auf der Nordschleife, Fahrzeuge aller Art tobten sich mit der entsprechenden Geräuschentwicklung dort aus. Direkt an der Zufahrt zur Nordschleife setzten wir uns in einen Schnellimbiss und versorgten uns mit Kaffee und Limo. Bild 1 Die Regeln für das Abstellen von Fahrzeugen waren dort streng, parken durfte nur, wer auch Gast im Lokal war. Aber damit hatten wir ja keine Probleme. Wir überlegten kurz wie es weiter gehen sollte und waren uns einig, dass wir auf der weiteren Fahrtroute die größeren Städte wie Trier und Saarbrücken weiträumig umfahren wollten. Auf Stop-and-go in den Städten hatten wir nun wirklich keine Lust.

Wir fuhren auf der B257 weiter bis Daun und wechselten dort auf die B421 in Richtung Kinderbeuern. Ab dort ging es über die B49 und B50 über Wittlich bis Bitburg. Ab Bitburg fuhren wir über die B51 in Richtung Trier und versuchten dem Stadtkern fern zu bleiben. Das gelang auch ganz gut und wir blieben auf der B51 bis Saarburg. Hier machten wir eine weitere kleine Pause und kauften im Supermarkt etwas Essbares ein. Es gab hier Baguette und weil wir ja auf dem Weg nach Frankreich waren, stimmten wir uns mit einem Snack aus Baguette und Käse auf die Gewohnheiten in Frankreich ein. Landschaftlich hatte das Saartal einiges zu bieten und ich schoss einige Fotos. Bild 1 Das Gebäude fand ich ganz schön, wahrscheinlich war es der alte Schuldenturm von Saarburg, in dem säumige Schuldner bei Wasser und Baguette ihre Strafe absitzen mussten. Weil die Saarburger zu einem späteren Zeitpunkt Reue über die Behandlung der säumigen Schuldner hatten, errichteten Sie auf dem gegenüber liegendem Hügel eine Statue. Die Statue soll nun alle Saarburger daran erinnern, dass nicht Geld allein glücklich macht. Soweit meine Interpretation zu den Gegebenheiten in Saarburg, die allerdings frei erfunden sind. Bild 1 Bild 1 Bild 1

Ab Saarburg wechselten wir auf die B407 um endlich nach Frankreich zu gelangen. Bei Grevenmacher passierten wir die grüne Grenze und erstaunlicher Weise stellte sich sofort bei mir das typische Frankreich-Feeling ein. Die Straßen waren anders, in den Dörfern änderte sich ebenfalls das Straßenbild, insgesamt merkt man doch unmittelbar, dass man die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich überschritten hat. Unsere B407 wurde nun zur N153 der wir in Richtung Thionville folgten. Die Felder zur Linken und Rechten waren schon abgeerntet. In Thionville machten wir eine weitere Rast direkt auf einem Parkplatz einer Kirche. Ein Cafe war leider nicht zu finden und wir begnügten uns mit einem Schluck Wasser aus der Pulle, Uwe nahm ein Lungenbrötchen zu sich, damit der Nikotinentzug nicht zu dramatisch ausfallen sollte. Wir hielten uns hier nicht allzu lange auf und fuhren weiter in die grobe Richtung Vogesen. Bild 1 Bild 1

Auf der D918 ging es nun auf kleineren Straßen weiter. Wir hielten uns in Richtung Saarlois, bogen aber kurz davor in Bouzonville auf die D19 ab und fuhren bis Boulay-Moselle. Von dort aus ging es auf der D25 in Richtung Saint-Avold weiter. Dann folgten wir der D22 und fuhren über Francaltroff auf die D39. In Fènètrange wechselten wir auf die D42 und fuhren in Richtung Sarrebourg weiter. Auf der D45 ging es über Niderviller und dann über die D96 nach Troisfontaines. Bis Hartzviller blieben wir auf der D96 und wechselten dort auf die D44, wo wir über Voyer nach Abreschviller gelangten. Der Tank war fast leer und wir machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Der Tag war ja schon recht fortgeschritten und wir hatten ja schließlich Urlaub und mussten nichts überstürzen. In Abreschviller wurden wir auch direkt fündig, ein kleiner Campingplatz in ruhiger Lage fand unsere Zustimmung. Zunächst fanden wir die Rezeption des Campingplatzes nicht, aber im angrenzenden Gemeindezentrum wusste man Rat. Bild 1 Die zuständige Dame gab sich schnell zu erkennen und nahm mich mit in ihr Büro, was nach meinen Maßstäben eher eine als Arbeitszimmer umfunktionierte Abstellkammer gleich kam. Meine Französischkenntnisse haben sich leider seit dem letzten Jahr nicht wirklich verbessert, so dass nach kurzem Gestammel meinerseits die Dame schnell auf Deutsch umschaltete. Der Rest war dann schnell erledigt, ich bezahlte sofort für die eine Nacht und wir konnten mit den Bauarbeiten beginnen. Schnell waren die Zelte aufgebaut und der Hausstand eingeräumt. Bild 1 Nach üppigem Menü, was in meiner 5-Sterne-Trangia-Küche zubereitet wurde, waren wir satt und zufrieden. Am Abend machte leider ein kleines Gewitter einigen Ärger, den wir aber wie Männer wegsteckten. Bild 1 Zwischenzeitlich traf eine Gruppe Motorradfahrer aus den Niederlanden ein. Es waren 5 Fahrer, die auf den Platz kamen. Hier wurde uns dann vor Augen geführt, dass unser Minimalismus bei der Gepäckfrage längst noch nicht an die Grenzen gestoßen war. Die fünf Fahrer teilten sich 2 winzige Igluzelte, was bedeutete, dass in einem Zelt 3 Menschen schlafen mussten. Das Gepäck passte natürlich nicht mehr in die Zelte und lag mehr oder weniger in der Gegend herum. Durch Uwes neues Motorrad und dem dazugehörigen "Beauty-Case" hatte seine Siebensachen natürlich sehr viel Stauraum. Trotz seiner luxuriösen Ausstattung, wie z.B. zusätzliche Schlappen zum ausschließlichen Gebrauch im direkten Umfeld des Zelts, mehrere Jeans und kurze Hosen, etc. konnte er das Beauty-Case nicht vollständig füllen. Meinem Vorschlag doch Boule-Kugeln mitzunehmen ist er allerdings dann doch nicht gefolgt. Wir konnten so das Beauty-Case für gemeinsame Dinge nutzen was in Form der Küchenutensilien, wie Gewürze, Essig und Öl, Spiritus und ähnlich wichtige Dinge, erfolgte. Der Tag war anstrengend genug gewesen, so dass wir recht früh in die Säcke krochen.


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Von Abreschviller nach Quingey


Am nächsten morgen ging es dann wieder relativ früh los. Um 10 Uhr waren die Mopeds schon wieder vollständig beladen und es sollte bis nach Arbois gehen. Arbois kannten wir schon von unserer 2. Frankreichreise und hatten es gut in Erinnerung behalten. Der historische Dorfkern von Arbois ist sehr schön und der Campingplatz lag nahe einem Sportplatz und Freibad in fußläufiger Entfernung zum Dorf. Also ging es los in Richtung Arbois. Was wir nur nicht bedacht hatten war, dass es Sonntag war. Die Tanks unserer Stahlrösser waren fast leer und bekanntlicher Weise ist es nicht gerade leicht, am Sonntag eine Tankstelle zu finden, die geöffnet hatte. Insbesondere in kleinen Dörfern, und davon gibt es in den Vogesen ja reichlich, hat man in der Regel kein Glück.

Unser Start in den Tag begann also schon mit einer leichten Nervosität bezüglich der Tankfüllung. Wir fuhren auf der D44 weiter und hielten fleißig Ausschau nach einer offenen Tanke. Über die D145 und D392 fuhren wir nach Schirmeck. Dort gab es zwar einen Supermarché mit Tankstelle, aber auch das leidige Thema mit deutschen Kreditkarten an französischen Tankautomaten. Durch die abweichenden Kreditkartenausstattungen, die französischen besitzen noch einen kleinen Chip, akzeptierte der Tankautomat weder unsere EC- noch Kreditkarten. Da die Tanks schon recht leer waren, wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen und haben uns zunächst beraten, wie wir weiter vorgehen wollten. Glücklicherweise traf ein weiterer Kunde in der Zwischenzeit ein. Ein Franzose mit Kreditkarte wollte auch tanken. Ich erklärte ihm mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Französisch waren wohl auch dabei, dass wir in einer Energiekrise steckten. Er war dann so freundlich uns mit seiner Kreditkarte tanken zu lassen, natürlich gegen Vorkasse in Bar. Zumindest sahen wir wohl vertrauenswürdig genug aus uns weiterhin tanken zu lassen, auch als der Betrag, der auf der Zapfsäule angezeigt wurde, unseren Vorschuss überstieg. Bild 1

Ab Schirmeck fuhren wir zunächst auf der N420 bis Saales. Es stellte sich heraus, das es dort einige Tankstellen gab, die auch am Sonntag geöffnet hatten. Unsere Aufregung war also völlig überflüssig gewesen, aber wer kann das schon im Voraus ahnen? Von Saales ging es über die N159 weiter in Richtung Saint-Dié-Des-Vosges, und dann über die N415 nach Anould und über die D8 in Richtung Géradmer. Der Lac de Géradmer kam uns sehr bekannt vor, im letzten Jahr hatten wir auf der Rückreise dort die letzte Nacht verbracht. Nachdem wir auf kleinsten Straßen den See mehrfach unfreiwillig umrundet hatten, fuhren wir auf der D417 über Le Tholy und Saint-Amé bis Remiremont. Hier versorgten wir uns an einer Bäckerei mit unserem Frühstück, was eigentlich eher ein Brunch war. Ich kaufte Crossoints ein und da es kein Pain au chocolat mehr gab, nahm ich notgedrungen eine Quiche Fromage mit. Auf einen Brunch auf einem Parkplatz hatte ich heute keine Lust, schließlich war es ja Sonntag und man muss auch im Urlaub ein wenig auf die Etikette achten. An der D157 machten wir auf einem kleinen Rastplatz unsere Pause und verzehrten mit Genuss die Quiche. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1

Bei Plombiéres-Les-Baines trafen wir auf die N57, die autobahnähnlich ausgebaut ist. Nach den vielen kleinen Sträßchen in den Vogesen und den unfreiwilligen Schleifen und Runden um den Lac de Géradmer kam es uns ganz gelegen, dass wir nun etwas zügiger vorankamen. Über diesen Abschnitt läßt sich nicht viel berichten, es war mit einer Autobahnetappe zu vergleichen. Wir fuhren über Vesoul und Besancon weiter und kamen so auf die N85, die wir ja schon von früheren Touren her kannten. Landschaftlich ist es hier sehr schön. Bei einem Blick auf den Tageskilometerzähler erfasste uns die Sorge vom Vormittag. Er zeigte schon 210 km an und das bedeutet für meine ZX 10 R, dass der Durst nach Superbenzin schnell gestillt werden muss. Uwe machte auch schon ganz hektische Bewegungen in Richtung Tank, die ich ganz richtig mit "Bitte lass uns tanken" übersetzte. Warum hatten wir nicht in Besancon getankt, dort gab es bestimmt offene Tankstellen? Na ja, nun war es zu spät um zurück zu fahren und bis Arbois war es ebenfalls zu weit. Also runter von der N83 und dem Schild nach Quingey gefolgt. Dort gab es aber ebenfalls nur einen Supermarché und der hatte, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls nur eine Tanksäule, die mit der Kreditkarte gefüttert werden wollte. Am Sonntagnachmittag stellten sich leider keine weiteren Kunden ein, die wir überreden hätten können, uns ihre Kreditkarte zur Verfügung zu stellen. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz in Quingey. Bild 1 Wir hatten die Motoren gerade angelassen, da musste Uwe auch schon auf Reserve umstellen. Mit dem Campingplatz hatten wir Glück, direkt in Quingey gab es am Fluss La Loue den Camping Cap Loisirs, der uns auch aufnahm. Der Platz war schön gelegen und wir hatten unsere Parzelle quasi direkt am Fluss mit Blick auf das Dorf und die Brücke über die La Loue. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Es war auch eine Gruppe deutscher Kinder und Jugendlicher auf dem Platz, die uns sofort mit Fragen bombardierten. Warum habt ihr nur so kleine Zelte, warum bleibt ihr nur eine Nacht, wie schnell fährt das Motorrad und so weiter und so weiter. Zum Glück ließ das Interesse schnell nach und wir konnten uns auf die Suche nach einem Restaurant machen. Uwe ging noch einmal zur Rezeption, um sich nach den Verpflegungsmöglichkeiten zu erkundigen. Wir kochten dann doch selbst, da die Auskunft nicht gerade zu Begeisterungsstürmen beitrug. Nach dem Essen entschlossen wir uns dann, auf eigene Faust das Dorf zu erkunden. Das war dann doch recht übersichtlich und außer einem Restaurant, einer Pizzeria und einem Schnellimbiss war dort keine weitere Gastronomie zu entdecken. Das Restaurant hatte auch ein Straßencafe, in dem ich mir einen kleinen Krug Rosé gönnte. Die Speisekarte des Restaurants bot mir als Vegetarier auch keine große Auswahl an. Durch die Flussnähe bedingt gab es hier in erster Linie kleine frittierte Forellen und frische Froschschenkel. Uwe wollte trotz meiner Ermutigungen keine Portion Froschschenkel ordern, obwohl er noch etwas essen wollte. Nach einem gemütlichen Abend vertilgte Uwe dann noch ein gefülltes Baguette im Schnellimbiss bevor wir zurück zum Campingplatz gingen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1


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Von Quingey nach Briancon


Wir starteten wieder früh und fuhren auf der N83 weiter über Lons-Le-Saunier und Bourg-en-Bresse. Dort ging es über die N75 weiter weil wir beschlossen hatten, ins Hochgebirge vorzudringen. Der N83 folgten wir bis Grenoble. Die Stadt umrundeten wir dann doch auf der Autobahn, die Nationalstraßen sind hier nicht dazu angetan komfortabel Grenoble zu umfahren. Wir fuhren dann weiter auf der N85 bis wir in Vizille auf die N91 wechselten. Es ging weiter über Le Bourg-D'Oisans, in dem echt die Post abging. Das Dorf war vollgestopft mit Urlaubern, die hier wohl shoppen gingen. Trotz des starken Zulaufs machte der Ort einen attraktiven Eindruck, so dass ich erwog hier schon ein Nachtlager zu suchen. Die Campingplätze waren allerdings recht weit vom Ort entfernt, so dass wir weiterfuhren. Eigentlich hatte ich überlegt einen Abstecher zu Alp-Huez zu machen, aber dann habe ich wohl die Abzweigung verpasst und zurückfahren wollten wir auch nicht. Also ging es weiter über La Grave und dann nach Briancon. Wir schauten uns um und fanden einen ansprechenden Campingplatz. Uns wurden sofort zwei Stellplätze angeboten, die beide recht ansprechend waren. Wir entschieden uns für ein Eckgrundstück mit Sanitäranlagenblick und bauten unsere Zelte auf. Die Nachbarn zur Linken waren augenscheinlich nicht begeistert, als sie von ihrem Ausflug zurück kamen. Hatten wir doch den Stellplatz gewählt, der ihnen bislang als Parkplatz gedient hatte. Sorry, das hatten wir natürlich nicht ahnen können.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Wir kochten uns noch ein opulentes Fresserchen, dessen Grundzutaten wir aus dem kleinen Laden des Campingplatzes erstanden hatten. Es gab ein Reisgericht mit kleinen Anleihen an das landesübliche Ratatoille.


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Briancon oder auch Tortour de la Popo


Heute wollten wir die günstige Lage Briancons ausnutzen und eine kleine Runde über die Berge drehen, um die relevanten Pässe zu befahren. Eine Tagestour sollte es werden - und es wurde auch eine, und was für eine. Wir starteten auf der D902 um zunächst den Col d'Izoard zu befahren.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Wir blieben auf der D902 und fuhren über Guillestre und Vars weiter zum Col de Vars. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Nach dem Col du Vars ging es zunächst weiter auf der D902 bis zur D900. Auf der D900 fuhren wir bis Barcelonette und bogen dort auf die D64 ab, um zum Col de la Bonette und zur Cime de la Bonette zu gelangen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Dann ging es weiter in Richtung Süden über St.-Etienne-de-Tineé. Dort habe ich mich dann geirrt, indem ich der Meinung war, dass wir schon in St.-Sauvieur-de-Tineé seien. Wir kurvten wie wild durch das Dorf und suchten die D30 um über Valberg nach Guillaumes zu gelangen. Dummer weise gab es noch eine Baustelle, die die von mir bevorzugte Richtung blockierte. Wir folgten der Umleitung und standen nach einigen Kilometern auf dem Parkplatz eines Skilifts. Das war definitiv eine Sackgasse, da weder eine Straße weiterführte noch der Lift in betrieb war. So kehrten wir um und kreisten wieder in dem Dorf umher. Dann trafen wir am Straßenrand einen Bauarbeiter, der weder Englisch noch Deutsch verstand. Eine bewährte gepflegte Konversation mit Händen, Füßen und der Straßenkarte folgte. Er war auch der Meinung, dass wir auf der richtigen Straße waren und so versuchten wir noch einmal unser Glück. Vielleicht hatten wir ja eine Abzweigung übersehen und konnten doch auf dieser Straße weiter fahren. Fehlanzeige, nach kurzer Zeit wurde klar, dass wir auf dem sprichwörtlichen Holzweg waren. Die Bauarbeiter der Baustelle kannten unser Problem offensichtlich schon und riefen uns zu, in Richtung Nizza weiterzufahren. Das klang alles nicht sehr beruhigend, an die Cote a'zur wollten wir eigentlich erst später reisen. Wir folgten trotzdem dem Rat, denn zurück über den Col de la Bonette wollte wir nicht zurückfahren. So gelangten wir schließlich über die D2202 bis nach St.-Sauvieur-de-Tineé, wo wir dann natürlich auch die Abzweigung zur D30 fanden. Der Tag war nun schon recht weit fortgeschritten und Uwe wollte etwas essen gehen. Davon hielt ich nun nicht viel, da wir ja noch einige Kilometer und auch Pässe vor uns hatten. Eine nächtliche Fahrt über die Passstraßen fand ich nicht sonderlich reizvoll und konnte auch Uwe davon überzeugen, dass wir zunächst noch ein paar Kilometer unter die Räder nehmen sollten. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Wir fuhren noch über den Col de la Couillole und kamen dann, wie geplant, über Valberg nach Guillaumes. Ab dort ging es auf der D902 über den Col de la Cayolle weiter nach Barcelonette. Dann über die D900 nach le Lauzet Ubaye und über die D954 am Lac Serré Pocon entlang bis nach Embrun. In Embrun kauften wir noch fix etwas am Supermarché ein und tankten unsere Motos voll. Dann ging es auf der D94 zurück bis nach Briancon. Bild 1 Bild 1 Boh ey, was das ein Ritt. Wir hatten uns total mit den Entfernungen verschätzt, was eigentlich mein Fehler gewesen war, da ich derjenige bin, der immer voraus fährt und die Route festlegt. So habe ich mich auch bei Uwe für meine Fehler entschuldigt, der wollte davon aber nichts wissen. So haben wir mal eben 500 km Passstraßen unter die Räder genommen, eine stramme Leistung für eine Tagestour, die ich aber so nicht unbedingt weiterempfehlen möchte. Wir kochten uns noch unser wohl verdientes Abendessen, zur Feier des Tages gab es nahrhafte Nudeln mit Käsesauce um uns nach dem anstrengenden aber auch sehr schönen Tag wieder aufzupäppeln.


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Von Briancon nach Luc en Diois


Nachdem wir uns von der Tortour de la Popo erholt hatten, wollten wir nach Millau weiterreisen, um uns die große Brücke anzuschauen. Als erste Etappe nach Millau orientierten wir uns von Briancon aus nach Westen. Über die N94 fuhren wir in Richtung Embrun weiter. Bei Savines le Lac überquerten wir den Lac de Serres-Pocon mit Hilfe der Brücke und fuhren weiter nach Gap. In Gap mussten wir uns leider durch die Innenstadt wuseln und kamen bei der D994 wieder heraus. Wir hielten uns weiter in Richtung Westen auf der D994. Bei Le Villard hielten wir nach einem Campingplatz Ausschau, aber das Dorf war so klein, dass es keine Chance gab. Nicht mal ein Cafe oder anderes Geschäft gab es dort.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Dafür aber eine kleine Kirche, an der für eine Ausstellung geworben wurde. Ich muss mich immer wieder darüber wundern, dass selbst kleinste Dörfer kulturelle Angebote vorhalten und auch an sich ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild bieten. Im Ruhrgebiet sieht das alles ganz anders aus, kein Geld für Nichts ist dort die Devise. In Frankreich hat man offensichtlich einen guten Weg gefunden, auch in kleinen Gemeinden attraktive Angebote und ein gepflegtes Äußeres sicherzustellen.

Wir fuhren dann zurück zur D994 und fuhren weiter. Dann kam wieder ein kleinerer Pass, an dem wir in der alten Passstation Rast machten. Hier am Col de Cabre tickten die Uhren noch anders. Alles war sehr beschaulich, als wir das Rasthaus betraten, wunderten wir uns jedoch über die vielen Gäste. Wir hatten Glück, dass noch ein kleiner Tisch frei war. Wir tranken eine Grand Cafe noir und Uwe sein obligatorisches Orangina. Bild 1 Bild 1

Nach der kurzen Rast fuhren wir weiter und gelangten nach einer kleinen Berg- und Tal-Etappe zur einer spektakulären Schlucht bzw. einem Felsdurchbruch. Wir querten diesen und gelangten nach Luc en Diois, wo wir dem Schild Camping Municipal folgten. Wir erreichten heute recht früh am Tag einen Campingplatz, aber das störte uns nur wenig. An der Rezeption hing ein Schild, das uns auf die Öffnungszeiten hinwies. Wir hatten jedoch keine Lust 3 Stunden auf die Öffnung zu warten und erkundigten uns in der Bar nach dem üblichen Prozedere. Meist ist es völlig unproblematisch sich einfach einen freien Platz zu suchen und später den Patron zu informieren. Hier riet man uns davon ab, der zuständige Mensch sei sehr genau und würde es nicht gerne sehen, wenn ungefragt Menschen ihr Zelt aufbauen. Die Beschreibung des Herrn über den Campingplatz fiel dann auch recht rustikal aus. Groß und stark, immer eine Baseballkappe auf dem Kopf, trägt immer Militärhosen, waren die wesentlichen Merkmale des Mitarbeiters der Rezeption. Na ja, vielleicht sollten wir wirklich besser abwarten. Das begeisterte uns zwar wenig, aber was soll's. Wir schauten uns trotzdem zunächst auf dem Platz um, und entdeckten eine Parzelle, die uns zusagte. Wir stellten dort die Motorräder schon einmal ab, beließen aber das Gepäck noch auf den Motos. Glücklicherweise tauchte der Mitarbeiter schon früher auf, als geplant und ich ging sofort zu ihm, um die Formalitäten zu klären. Zunächst gab er sich recht muffelig und sprach ausschließlich französisch mit mir. Ich gab mir alle Mühe, um ihm klar zu machen, dass wir nur 2 Nächte bleiben wollten und auch nur eine Parzelle benötigen würden. Er taute dann allmählich auf und war plötzlich auch der englischen Sprache mächtig. Wir wurden uns schnell einig und konnten dann unsere Zelte aufbauen. Bild 1 Bild 1

Anschließend brauchten wir dringend eine Stärkung und gingen zurück zur Bar. Die grenzte direkt an das Freibad, wo sich ein reges Leben tummelte. Wir bestellten uns einen Salade de chevre chaud, um nicht den ganzen Tag mit knurrendem Magen herumlaufen zu müssen. Es gab hier sogar Bitburger Pils, was in Frankreich zu den echten Raritäten zählen dürfte. Ich begnügte mich mit einem Glas Rosé zum Essen. Wir fühlten uns richtig wohl, so geht Urlaub. Bild 1 Bild 1

So gestärkt erkundeten wir das Dorf. Es war ein kleines Dorf in dem man sich aber auch wohlfühlen konnte. Wir entdeckten die Alimentation und deckten uns mit Lebensmitteln und Getränken ein. Nachdem wir der Bar im Orte noch einen Besuch abgestattet hatten, kehren wir zum Campingplatz zurück. Bild 1 Bild 1 Bild 1

Die Lage von Luc en Diois war doch sehr attraktiv. Rundum gab es kleinere Berge, die wir am nächsten Tag erkunden wollten. Abends kochten wir uns noch ein leckeres Abendessen, der Platzwart schaute noch einmal nach dem Rechten und schaute auch skeptisch auf unser Essen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Am späten Nachmittag kam noch ein Motorradfahrer, der aus der Nähe von Straßburg stammte. Er wies mich auf die schlaffe Kettenspannung hin und so hatte ich am Abend auch keine Langeweile. Mit dem Bordwerkzeug ausgestattet machte ich mich daran die hintere Radmutter zu lösen. Zu meiner Überraschung war das sogar ohne vollständige Zerstörung des Spielzeug-Werkzeugs zu machen. Die Kette war schnell gespannt und damit war die kleine Inspektion abgeschlossen. Uwe prüfte, wie fast jeden Abend, akribisch den Ölstand. Aber für ihn gab es nichts zu tun, die Bandit hatte keinen großen Durst auf Öl entwickelt. Am frühen Abend traf dann ein weiterer Motorradfahrer ein, er kam aus der Hamburger Ecke und war ein gutes Stück mit dem Autoreisezug angereist. Etwas fachsimpeln war dann noch angesagt und der Abend verging wie im Flug.


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Luc en Diois


Heute wollten wir die umliegenden Berge erkunden und einige Pässe fahren. Das Wetter war leicht bewölkt, aber trocken und warm. Also starteten wir auf der D93 in Richtung Die. In Die war die Hölle los, weil Markttag war und die Durchgangsstraße kurzerhand gesperrt worden war. Parkplätze gab es zwar einige, aber die waren alle proppenvoll, so dass wir unser Frühstück hier nicht einnehmen wollten. Also folgten wir der Devitation und es ging weiter in Richtung Die. Wir hatten zunächst eine Runde geplant, die mit dem Col de Romeyer und Col de Rousset beginnen sollte und dann eine Rundfahrt über la Chapelle und Vassieux, mit Abstecher zum Col de la Rama beendet werden sollte. Wir bogen in Die rechts ab und fuhren auf der D518 in Richtung Col de Rousset. Die Berggipfel lagen in dichten Wolken und auch der Blick ins Hochtal ergab auch keinen wirklichen Durchblick, da dort Nebel oder Wolken waberten. Nach kurzer Strecke setzte leichter Nieselregen ein und Uwe fuhr schon sehr zögerlich. Den Col de Romeyer sind wir dann auch gefahren, aber der Nieselregen gedieh prächtig und entwickelte sich zu einem Landregen. Nicht sehr doll, aber beständig plätscherte es vom Himmel. In Chamaloc hielt ich an, um mit Uwe zu besprechen, wie es weitergehen sollte. Die Perspektive in Richtung Col de Rousset sah wirklich nicht gut aus, da die Wolkendecke keine Lücken erkennen lies. Eine Frühstückspause in Chamaloc erschien aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch als keine gute Alternative. So kehrten wir um und fuhren Mittlerweilen in strömendem Regen wieder den Col de Romeyer hinunter nach Die. Hier war es wieder trocken, als ob keine Wolke am Himmel zu sehen sei. Nur die Berge lagen in dieser dicken Wolkenschicht. Zunächst entschieden wir uns weiter in Richtung Crest zu fahren und machten unsere Frühstückspause in einem Dorf namens Saillans, wo direkt am Anfang des Dorfes ein Restaurant geöffnet hatte. Unser Standardfrühstück konnten wir hier nicht ordern, es gab weder Croissants noch Pain au Chocolat. So blieb es dann beim Grand Cafe noir und beim Glas Orangina. Das Personal des Restaurants nahm auch draußen an einer langen Tafel platz, um mit dem Inhaber zu Mittag zu essen. Für ein Frühstück war es wahrscheinlich auch sowie so etwas spät. Nachdem wir unser Frühstück eingenommen hatten, schauten wir noch einmal auf die Karten und entschieden uns, zu diesem Steindurchbruch zu fahren, der uns auf der Hinfahrt nach Luc en Diois so beeindruckt hatte. Also ging es auf der D93 wieder zurück über Luc en Diois hinaus in Richtung Beaurières. Der Steindurchbruch hat den Namen le Claps und war auch bei näherem Hinsehen wirklich schön. Der Fluss la Drôme bricht sich hier seine Bahn und hat wohl die kleine Schlucht und die Felsbrocken so im laufe der Jahre geformt. In der Steilwand an der südlichen Seite war ein Klettersteig gebaut, von dem auch Gebrauch gemacht wurde.
Bild 1 Ansonsten waren die Felsformationen wirklich gigantisch. Ein kleiner, aufgestauter See war auch da und eine kleine Restauration in Form einer Imbissbude gab es auch. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Ich wollte Uwe dann mal auf den Klettersteig schicken, aber ohne Klettersteigausrüstung wollte er einfach nicht hochsteigen. Auch der Hinweis, seine Motorradkleidung hätte ja genug Protektoren und er könne seinen Helm ja auch noch aufsetzten, haben Uwe nicht überzeugen können. So blieb es bei einem vorgetäuschten Aufstieg in die steile Wand. Bild 1 Bild 1 Nachdem wir diesen Durchbruch intensiv besichtigt hatten, ging es wieder zurück nach Luc en Diois. Wir schauten noch einmal nach oben, aber die Wolkendecke wurde dichter und zog nun auch ins Tal. Ein zweiter Versuch noch einige Pässe zu sammeln war daher aussichtslos und wir regelten zunächst unsere Abreise für den nächsten Tag. Die Rezeption war diesmal mit einer hübschen Französin besetzt, die meinen Versuch in der Landessprache unsere Abreise zu erklären mit einem Lächeln und einer Antwort in fließender Deutscher Sprache quittierte. Sie hatte einige Jahre in der Freiburger Gegend gelebt und sprach fast akzentfrei Deutsch. Ich fragte noch nach den Wetterbericht für die nächsten Tage und die Dame schaute im Internet nach. Das Resultat war allerdings wenig erfreulich, die Temperaturen sollten weiter fallen und der Regenanteil dafür steigen. Damit stand unsere Entscheidung fest. Da auch in Richtung Millau dieser Wettertrend vorhergesagt wurde, entschieden wir uns zunächst in die Provence zu fahren. Für die Provence war Sommer vorhergesagt, mit Sonne satt und über 30 Grad. Und das ist ja neben der tollen Landschaft ein Hauptgrund für uns, immer wieder nach Frankreich zu fahren. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1Wir verbrachten den Nachmittag auf dem Campingplatz und gingen dann noch zum shoppen ins Dorf. Dort fiel uns das Boulodrome auf, in dem einige ältere Herrschaften ihr Spiel machten. Der Zugang war mit Weinreben überrankt, an denen auch blaue Trauben hingen. Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten, nahmen wir noch einen Schluck in der Dorfbar und kehrten dann zum Campingplatz zurück, um unser Essen zuzubereiten. Heute solle es was Leckeres geben, gebratenen Auberginen, Zucchini, Champignons, Paprika und Zwiebeln in Knoblauchyoghurt. Das dauert zwar seine Zeit beim Braten des Gemüses und verbraucht auch Unmengen an Spiritus für den Brenner, aber man wird auch mit einem super leckeren Gericht für die Mühen belohnt. Nur sollte man sich für den Abend und vielleicht auch für den nächsten Tag keine zu intensive Kommunikation mit Mitmenschen vornehmen. Die Ausdünstungen aufgrund des Knoblauchkonsums könnten zu Irritationen der Geruchsnerven des Gesprächspartners führen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Wir überlegten derweil, wohin wir eigentlich nun in der Provence fahren wollten. Da kam uns die Idee, noch einmal Quinson einen Besuch abzustatten. Wir kannten das Dorf aus früheren Reisen und waren uns einig, dort eine Kanutour auf dem Verdon zu unternehmen. Damit war alles Wichtige geklärt und wir konnten nach der anstrengenden Planung den Abend mit Freizeit genießen.


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Von Luc en Diois nach Quinson


Am heutigen Morgen war das Wetter noch schlechter, als gestern Abend. Es sah nachdrücklich nach Regen aus. So rödelten wir fix unsere Sachen auf und fuhren auf der D93 in Richtung Aspres. Der Col de Cabre, der auf der Hinfahrt nach Luc en Diois so schön zu fahren war, stellte sich in strömenden Regen und bei einer empfindlich kalten Temperatur nun ganz anders dar. Wolkenschwaden zogen über die Straße und wir waren nicht böse, als wir auf der anderen Seite des Berges wieder hinunter ins Tal fahren konnten. Bei strömenden Regen ist Passfahren wirklich nicht mein Ding, aber im Tal wurde es sofort wieder wärmer und die Wolkendecke war auch nicht so dicht. In Aspres bogen wir auf die N75 in Richtung Serres ab und folgten ihr weiter nach Sisteron. Hier blies der Wind zwar wie immer kräftig, aber die Sonne hatte sich schon durchgesetzt und die Temperaturen waren auch so, wie ich es mir vorstellte. Wir tankten in Sisteron und machten eine Pause beim Bäcker, wo wir unser Standardfrühstück einnahmen. Dann ging es weiter auf der N96 bis Oraison, wo wir von der gut ausgebauten Nationalstraße abbogen, um über die D4 und D15 nach Valensole fuhren. Wir blieben auf der D15 und fuhren nach Allegmagne en Provence, dort ging es weiter auf der D15 uns wir gelangten über Albiosc nach Quinson.
Bild 1 Bild 1 Die Gegend war wieder einmalig, obwohl die Lavendelfelder schon abgeerntet waren. Das Panorama mit den Alpen im Hintergrund war einfach nur prächtig und der Lavendelduft in der Luft so intensiv, als würden die Felder noch in voller Blüte stehen. Ja, das war meine Gegend, hier kann ich mich ohne Probleme auch längere Zeit aufhalten. Bild 1 Bild 1 Wir fanden den Camping Municipal, was aufgrund der Ortgröße und dem Umstand, dass ich schon einmal hier war, keine besondere Leistung darstellte. Es war richtig heiß hier und leider war die Rezeption wieder einmal mehr nicht besetzt. Ich klingelte frech, da sich die Wohnung des Mitarbeiters an die Rezeption anschloss hatte ich gute Hoffnung, dass wir auch in der Mittagszeit eine Parzelle auf dem Campingplatz bekommen würden. Die jungen Leute, die den Campingplatz betreuten, waren trotz der mittäglichen Störung sehr freundlich und gaben uns zunächst mal den Zugangscode für die Schranke an der Campingplatzzufahrt. Anmelden sollten wir uns dann später, einen Platz konnten wir uns frei aussuchen. So fuhren wir über den Platz und suchten nach einem schönen Fleckchen. Als wir einen Platz in die nähere Auswahl einbezogen hatten, stellte ich mein Motorrad auf den Seitenständer uns ging mich weiter umschauen. Nachdem ich ca. 50 Meter gegangen war, hörte ich Uwe's alarmierende Rufe. Mein Moped war umgefallen, da der Boden plötzlich nachgegeben hatte und der Seitenständer eingesunken war. Da das Gepäck noch am Motorrad befestigt war, scheiterte der erste Versuch das Moped wieder aufzurichten. Also schnell die Spanngurte abgeschnackt, das Gepäck zur Seite geworfen und das Moto wieder auf die Räder gestellt. Ich schaute gleich nach Kupplungshebel und Spiegel, es war aber alles unbeschädigt geblieben. Der Motor ließ sich auch anstandslos wieder starten und Flüssigkeiten waren auch nicht ausgetreten. Noch mal Glück gehabt. Wir wählten dann doch einen anderen Platz aus, der uns besser gefiel. Am Nachmittag erledigten wir die Anmeldung an der Rezeption und nahmen dann das Freibad in Augenschein. Das war sehr klein und voll, so dass wir zunächst in Richtung Dorf marschierten. Dort kehren wir ins beste Restaurant ein, natürlich auf der Gartenterrasse und bestellten Rosé und Orangina. Wir fragten nach der Speisekarte, aber dafür war es für Mittagessen schon zu spät und für das Abendessen noch zu früh. Die Kellnerin bot uns Kuchen an und Uwe schlug auch sofort zu und orderte sich ein Stück Kuchen. Anschließend gingen wir in das Dorf und kauften ein. Die Alimentation war winzig, aber wir konnten die wesentlichen Dinge dort trotzdem bekommen. Die Bäckerei hatte auch geöffnet und wir betraten sie, um ein Baguette zu kaufen. Das Baguette sah wirklich lecker aus, aber die Bedienung war einfach umwerfend hübsch. Ich glaube, das Brot konnte hier sein, wie es wollte, die Männer kauften hier auf jeden Fall ein.


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Quinson oder auch Lederstrumpf und seine Abenteuer


Am 8. Tag sollte es einmal ohne Motorrad gehen. Wir hatten beschlossen, heute eine Flussfahrt zu unternehmen. Natürlich nicht mit einem Dampfer oder Motorboot, sondern mit purer Muskelkraft wollten wir den Verdon befahren. Da der Campingplatz direkt am Verdon liegt und ein Kajakverleih dort ebenfalls seine Leistungen anbietet, haben wir dort auch für einen Tag ein Wasserfahrzeug ausgeliehen. Zunächst war die Frage des Gepäcks zu klären. Wollten wir die Badesachen mitnehmen oder nicht? Was nehmen wir auf unserer Paddeltour zu Essen mit? Welchen Lichtschutzfaktor muss die Sonnencreme haben? Solche, und viele weitere wichtigen Fragen wollten zunächst gesammelt, erörtert und dann einer Antwort zugeführt werden. Also öffneten wir unsere Plastiktüte, warfen das ein oder andere Teil dort hinein und gingen zum Kajakverleih. Natürlich haben wir traditionsbewusst einen Zweier-Kanadier ausgeliehen, der ja bekanntlich mit Stechpaddeln angetrieben werden muss. Ein modernes Kajak sollte es nicht sein, wir wollten ja schließlich auf den Spuren Lederstrumpfs wandeln. Als erfahrene Kanuten kamen wir mit dem Kanadier natürlich sofort zurecht, Uwe saß vorne im Boot ich war der Steuermann. Wir durchpflügten nur so das Wasser und fuhren in die Schlucht ein. Fotos dazu gibt es nicht, da meine digitale Fotomaschine das Verdonwasser nicht wirklich abkann. Die Fahrt war schön, die Schlucht war lang und wir haben es nicht wirklich geschafft, die Schlucht ganz zu durchqueren. Schließlich mussten wir ja mit jedem Paddelschlag beachten, dass wir den gleichen Weg wieder zurückfahren mussten. Glücklicherweise hat der aufgestaute Verdon praktisch keine nennenswerte Strömung, so dass die Hin- und Rückfahrt die gleiche Qualität hatte. Wir wären natürlich auch mit Stromschnellen jeglicher Art fertig geworden und hätten von unseren körperlichen und mentalen Fähigkeiten her, auch Wasserfälle bis zu einer Höhe von 7,35 Metern bewältigen können. Aber für die Rückfahrt sind solche Wasserfälle echt anstrengend zu befahren und wir waren auch mit den vorgefundenen Bedingungen sehr zufrieden. Nachdem wir nach 7 Stunden fahrt wieder zurückgekehrt waren, machten wir noch eine kulturelle Exkursion zu dem Außengelände des in Quinson ansässigen Naturkundemuseums. Dort sind urzeitliche Unterkünfte nachgebaut worden und es finden praktische Kurse statt, in denen man lernen kann mit dem Schleuderspeer Dinosaurier zu erlegen. Nur das Grillen der Dinos wird hier nicht gelehrt und auch nicht gerne gesehen. Auf dem Bild ist ein originalgetreues Modell im Maßstab 1:75,35 zu sehen, dass eine Behausung aus dem 4. Jahrtausend vor Christus darstellt. Ich habe es in stundenlangen Arbeiten rekonstruiert, um den nachfolgenden Campern ein Anschauungsobjekt zur Verfügung zu stellen.
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Ich konnte mein Glück kaum fassen, es ist mir dann auch tatsächlich gelungen einen Bewohner dieser urzeitlichen Unterkünfte abzulichten. Man beachte den glücklichen Gesichtsausdruck des Urzeitmenschen, er legt eindrucksvoll Zeugnis über die hohe Lebensqualität und eine harmonische Beziehung zur Umwelt und Natur ab. Bild 1 Der Tag endete mit einem tollen Lichtspiel am Himmel der Provence, der durch Fotos leider nur unzulänglich wieder zugeben ist. Bild 1 Bild 1


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Von Quinson nach Aups


Eigentlich wollten wir einen Tagesausflug machen und die Verdonschlucht unter die Räder nehmen. Unser permanentes Problem mit den Tankstellen am Sonntag verfolgte uns auch an diesem Tag. Ich fragte an der Rezeption des Campingplatzes nach einer geöffneten Tankstelle. Die junge Frau machte den Vorschlag, zu einem Supermarché zu fahren, dort gäbe es Tankstellen mit Kreditkartenautomaten. Es war gar nicht so einfach ihr zu erklären, dass unser Plastikgeld an Frankreichs Tanksäulen nicht akzeptiert wird. Dann machte sie uns den Vorschlag zu einer Garage in Montmeyan zu fahren, der dortige Renaulthändler hat auch einen Werkstattbetrieb und eine Tankstelle. Unsere Erwartungshaltung bezüglich der sonntäglichen Öffnungszeiten des Renaulthändlers war nicht sehr hoch. Die Wegbeschreibung der netten Dame an der Rezeption war ganz einfach, am Ortsausgang von Montmeyan liege unsere Tankstelle. Nun ja, so viele Ortsausgänge kann das Dorf schon nicht haben. Wir machten uns auf den Weg und fuhren über die D13 nach Montmeyan. Am ersten Kreisverkehr musste ich mich für eine Richtung entscheiden und so ging es weiter in Richtung Fox-Amphoux. Bei diesem Weg fuhren wir gar nicht durch Montmeyan, sondern streiften das Dorf nur am Ortsrand. Als ich nach vorne blickte, konnte ich nichts erblicken, das nach einer Renaultvertretung oder Tankstelle aussah. Üblicherweise waren doch weithin sichtbare Reklametafeln aufgestellt, doch hier waren keine zu erblicken. Ich blieb trotzdem noch auf dieser Straße und nach einer kleinen Erhebung tauchte tatsächlich hinter einem kleinen Baumbestand die Renaultvertretung auf. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich auf der richtigen Straße bin und war umso überraschter, dass die Tankstelle tatsächlich geöffnet hatte. Also galt es den Tankrüssel in den Einfüllstutzen einzuführen und fix voll zutanken. Nach vollbrachter Tat fuhren wir zurück nach Montmeyan und bogen am Kreisverkehr rechts auf die D30 ab, um über Régusse nach Aups zu kommen.

Bild 1 Aups war uns aus den Vorjahren wohl bekannt und wir hielten am Brunnen des Dorfes an, um unser Frühstück einzunehmen. Es war Marktag und dem entsprechend voll in Aups. Wir setzten uns ins Café und ich ging erst einmal los, um unser Standardfrühstück zu besorgen. Beim Bäcker war es ebenfalls sehr voll, aber ich konnte noch zwei Croissants und Pain au Chocolat ergattern. Mit den Leckerchen kehrte ich zum Café zurück, Uwe hatte schon die Getränke geordert. Wir genossen unser Frühstück und ließen die Menschen an uns vorüberziehen. Hier pulsierte das Leben schon deutlich intensiver als im verschlafenen Quinson. Als ich den Trubel so auf mich wirken ließ kam mir die Idee, noch ein bis zwei Nächte hier in Aups zu verbringen. Ich sprach mit Uwe über diese Idee und er war sofort begeistert. Etwas weniger Beschaulichkeit in Quinson zu tauschen gegen ein lebhaftes Provencedorf wurde sofort in unsere Spontanplanung eingebaut. Nachdem unser Frühstück beendet war, fuhren wir zum Camping International und wurden von Piérre, dem Chef des Platzes begrüßt. Er schaute in seinem Computer nach und konnte uns einen schattigen Platz anbieten, der für mehrere Tage frei war. Mit Blick auf unserer Motos war er etwas erstaunt, da wir natürlich kein Gepäck dabei hatten. Wir erklärten ihm, dass wir erst gegen Abend eintreffen würden und dann auch wie gewohnt bepackt sein würden. Die Platzbesichtigung viel positiv aus, der Untergrund unserer Parzelle war zwar recht steinig, aber dafür lag der Platz im Schatten und wir hatten direkt an unserem Platz auch eine Wasserzapfstelle. Die Campingwiese war gerappelt voll, so dass dort sowie so keine Möglichkeit bestanden hätte.

Wir machten heute keinen Ausflug in die Verdonschlucht mehr, sondern kehrten nach Quinson zurück, um unsere Siebensachen zu packen und die Rechnung zu begleichen. Das war schnell erledigt und unsere Motos hatten sich wieder in Packesel verwandelt. Bild 1 Bild 1 Ich war ganz entspannt und freute mich auf den ersten Abend in Aups. Bild 1 Als wir wieder dort ankamen, bauten wir schnell unsere Zelte auf und machten uns stadtfein. Heute sollte die Küche kalt bleiben und wir wollten auswärts essen. Schließlich war Sonntag und wir hatten zudem ja Urlaub, da darf man sich ja mal etwas gönnen. In der führenden Dorfpizzeria ergatterten wir einen Tisch und hatten so einen guten Ausblick auf die Straße. Die Menschen flanierten hin und her und wir konnten die eine oder andere Lästerei über die Passanten austauschen. Ich bestellte einen Salade de Chevre chaud und der war auch richtig lecker. Hier im Süden sind die Ziegen echt gut drauf und geben genau die richtige Milch um leckeren Käse daraus zu bereiten. Der Rosé war auch in guter Qualität, so dass wir etwas länger unseren Tisch belegten. Die Kellnerin sprach sehr gut deutsch, was uns doch verwunderte. Das war schon die zweite Französin in diesem Urlaub, die uns mit ihren Sprachkenntnissen überraschte.


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Aups oder auch Grand Canyon du Verdon Nordseite


Heute nahmen wir einen zweiten Anlauf um die Verdonschlucht zu befahren. Wir wollten zunächst an den Lac de Ste. Croix und von dort aus nach Moustiers-Ste.-Marie, um die Sehenswürdigkeiten dort in Augenschein zu nehmen. Am See war es wieder echt Klasse, wir beobachteten zunächst die Klippenspringer. Manche trauten sich recht hoch an der Felswand hinaus, um dann mit einem mutigen Sprung in das kühle Nass des Verdon einzutauchen. Bei dem recht hohen Verkehr durch Kajaks, Tretboote und Elektroboote war das gar nicht ungefährlich und gehörte auch zu den wenigen Verboten in der Nutzung der natürlichen Umgebung in Frankreich.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Uwe schaute skeptisch von der Brücke auf den Fluss, ob er wohl auch herunter springen wollte? Meine aufmunternden und motivierenden Worte zeigten leider keinen Erfolg, der Sprung wurde verweigert. Selbst mein Hinweis, Uwe könne ja aus Sicherheitsaspekten den Helm aufbehalten und ich würde den Bootsverkehr wirksam unterbinden, konnte Uwe nicht überzeugen. So fuhren wir ohne Uwes Flachköpper weiter nach Moustiers-Ste.-Marie. Dort gibt es in die Felsen gebaute Häuser, die man besichtigen kann. Nachdem wir über eine superenge Straße ins Dorf gefahren waren und einen winzigen Platz zum Parken gefunden hatten, schauten wir uns den Weg zu den Felsgrotten an. Ein steiler enger Pfad mit ungezählten Treppenstufen führte in die Höhe. Ein kurzes Brainstorming von Uwe und mir ergaben, dass wir den anderen Touristen den Vortritt lassen wollten und uns eventuell im nächsten Jahr an die Besichtigung der Felshöhlen machen wollten. Also blieb ja nur noch eine Alternative, um den Tag weiterhin zu begehen. Wir wollten die Nordroute um die Verdonschlucht fahren. Bevor wir weiter fuhren wollten wir jedoch auf einer Wiese Frühstücken, natürlich das Standardfrühstück, und danach nahmen die Verdonschlucht dann auch sofort in Angriff. Die Fotos sprechen für sich, eine spektakuläre Landschaft mit bizarren Felsformationen erwartete uns. Bei la Palud entschieden wir uns über die Barre de l'Escalés zu fahren, die wir noch nicht kannten. Diesen Abstecher kann ich jedem empfehlen, der Straßenbelag ließ zwar einige Wünsche offen, aber landschaftlich war das eine tolle Sache. Wer sich nun fragt, was dort an spektakulärer Landschaft noch kommen kann und ob die übliche Route nicht ausreichend Eindrücke hinterlässt, sollte diese Straße ruhig fahren. An einer 400 Meter abfallenden Steilwand zu stehen ist wirklich imposant. Sogar einige Raubvögel konnten wir beim Segeln in der Thermik beobachten. Uwe, der alte Vogelexperte war sich sogar sicher, dass es sich nur um dem äußerst seltenen Verdon-Adler handeln kann, der im Mittelalter wegen seiner gefürchteten Ziegenräubereien erbarmungslos mit der Steinschleuder gejagt und fast ausgerottet worden ist. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Die Südroute haben wir dann doch nicht mehr geschafft. Es war einfach schon etwas zu spät und unser übliches Spritproblem machte uns auch wieder zu schaffen. So vertagten wir die Südroute auf den nächsten Tag. Der Abend verabschiedete sich noch mit einem herrlichen Sonnenuntergang, der in natura natürlich viel eindrucksvoller ist, als er auf einem Foto wirkt. Bild 1 Bild 1


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Aups oder auch Grand Canyon du Verdon Südseite


Heute sollte die Südroute der Verdonschlucht befahren werden. Wir starteten wieder zeitig und fuhren über die D957 und die D619 bzw. D19 in die Schlucht ein.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Nachdem wir die Schlucht zum größten Teil durchquert hatten, bogen wir auf die D90 nach Trigance ab. Trigance ist ein ganz verschlafenes Dorf, das vom Trubel im Gand Canyon du Verdon verschont geblieben ist. Wir machten einen Abstecher in Richtung der Burg von Trigance und folgten der schmalen Straße hinauf. Die Burg entpuppte sich als Restaurant und die letzten 100 Höhenmeter waren nur den Restaurantgästen vorbehalten, so dass wir uns mit dem Anblick aus der Froschperspektive zufrieden geben mussten. Dort machten wir auch die Bekanntschaft einer Heuschrecke, die sich partout nicht fotografieren lassen wollte. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1

Wir fuhren dann weiter auf der D955 bis zum oberen Eingang der Schlucht und dann weiter auf der D952 nach Castellane. In Castellane machten wir eine Pause und gaben den Motos auch ordentlich etwas zu trinken. Die weitere Etappe ging über die N85 bis Logis-du-Pin. Dort bogen wir rechts ab auf die D21 nach la Bastide. Eine kurze Strecke nach la Bastide entschlossen wir uns links auf die D25 abzubiegen und den Col-du-Bel-Homme zu bezwingen. Von hier aus hat man eine tolle Fernsicht bis hin zum Mittelmeer. Wir fuhren weiter nach Bargemon und Callas, um dann nach Draguignan zu gelangen. Über Flayosc ging es dann zurück nach Aups. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1


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Aups oder kleine Rundfahrt


Nicht jeder Urlaubstag besteht nur aus Faulenzen oder Motorradfahren, es sind auch wichtige Pflichten enthalten, die zum Teil keinen Aufschub dulden. So stand heute das Thema frische Kleidung ganz oben auf der Liste oder anders ausgedrückt, der Tag musste zum allgemeinen Waschtag deklariert werden. Also wurden die entsprechenden Wäschestücke, es handelte sich um nahezu meine kompletten Kleiderschrankinhalt, zusammen gesucht. Dazu kam die obligatorische Tube Rei, die auf keiner Motorradreise fehlen darf und dann ging es ab zum Sanitärgebäude. Schnell wurden je 2 Handwäschebecken annektiert, eines für die Vorwäsche das andere für den Hauptwaschgang. Die alternative Waschmaschine, die über Jetons aktiviert werden konnte, fand nicht unser Interesse. Erstens muss man untätig vor der Maschine warten, damit die teuren Markenklamotten nicht abhanden kommen, und zweitens entspricht das maschinelle Waschen nicht unseren Qualitäts- und Umweltansprüchen. Handgewalkte Wäsche trägt massiv zum Wohlbehagen bei und schont die Umwelt, da jede Menge Energie und Wasser gespart wird. Also rackerten wir uns unter skeptischen Blicken der ortsansässigen Hausfrauen an den Handwäschebecken ab und wuschen im Schweiße unseres Angesichts die Wäsche. Mit einem Vor- und Hauptwaschgang war es dabei nicht getan und das Rei in der Tube war danach eben nicht mehr in der Tube.
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Nach vollbrachtem Werk musste die Wäsche natürlich auch auf die Leine und damit begann das erste Kapazitätsproblem. Die Leine reichte zwar genau von einem Baum bis zum anderen, so als hätte ich sie genau für diesen Abstand bemessen, aber trotzdem war zu wenig Platz für alle Kleidungsstücke. Uwe wich einfach auf die Leine des Nachbarn aus, der das freundlich gestattete. Wäscheklammern hatten wir natürlich auch dabei, obwohl wir zu Optimierungsmaßnahmen bei der Befestigung der Wäsche zurückgreifen mussten. Letztendlich ergab sich ein buntes Bild Westdeutscher Dessous und Oberbekleidungsstücke auf der Leine und meiner Meinung nach hatte es schon ein Stück von künstlerischer Performance an sich, das durchaus preisverdächtig war.

Wer nun glaubt, wir waren nach dieser Aktion fettich mit Schönschreiben, der hat sich aber gehörig getäuscht. Trotz der anstrengenden Hausarbeit konnten wir uns noch zu einer kleinen Mopedtour aufraffen. In der Hoffnung, dass bei unserer Rückkehr meine wertvollen Seidenschlüpfer immer noch auf der Leine hängen würden, starteten wir auf der D77 zum schönen kleinen Dorf Tourtour. Dort war heute Markttag - eigentlich war immer Markttag, wenn wir in kleinere Ortschaften kamen - und wir nahmen unser Frühstück ein, das eigentlich von der Uhrzeit her eher ein Brunch war. Somit hatte der Wochenmarkt auch etwas Gutes, ich erstand bei einer Schönheit vom Lande ein gutes Stückchen Ziegenkäse. Das dazu gehörige Baguette war wesentlich schwerer zu beschaffen, auf dem Markt gab es nur noch Gebäck und andere Süßwaren, die nicht recht zum Brunch passen wollten. Also machte ich mich auf die Suche im Dorf, irgendwo musste doch der Bäcker zu finden sein. Bei der Suche lernte ich das Dorf kennen, dass wirklich ein Schmuckkästchen der antiken Baukunst war. Die alten Gassen, für Autos aufgrund der mangelnden Breite nicht befahrbar, waren so herausgeputzt, als wenn sie gestern erst für den fußläufigen Verkehr freigegeben worden wären. Nur eines hatten sie nicht zu bieten, ein Bäckerladen war nicht zu finden. Frustriert machte ich mich auf den Rückweg, da kam mir ein Mann entgegen, der stolzer Besitzer einiger Baguettestangen war. Eher ich ihn fragen konnte, war er schon wieder verschwunden, aber ich wusste nun, dass eine Bäckerei da sein musste. Nach gründlichem Umsehen am Dorfplatz entdeckte ich an einem kleinen Geschäft für Fotobedarf ein Zusatzschild, das in Baguetteform auf den hiesigen Brotdealer hinwies. Ich betrat das Geschäft und tatsächlich konnte ich hier neben Filmen und anderem Fotozubehör auch die hiesigen Brotspezialitäten erstehen. Nun stand dem Frühstück nichts mehr im Wege. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1

Nach erfolgter Stärkung fuhren wir weiter auf der D51 über Ampus nach Châteaudouble. Die Aussicht hier war ebenfalls toll und wir machten auch hier eine kurze Rast. Im einzigen Restaurant bekamen wir nur den Katzentisch, da wir lediglich unseren Durst stillen und nichts verzehren wollten. Das ganze Restaurant bestand auch nur aus dem Außenbereich mit den Tischen für die Gäste und einer Art zur Küche umfunktionierte Werkstatt. Beim Besuch der Toilette lernte man den kompletten Gastronomiebetrieb umfassen kennen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1

Nach der Stärkung fuhren wir durch die Gorges da Châteuadouble auf der D955 in Richtung Draguignan. Nachdem wir uns durch die Stadt gequält hatten ging es wieder Richtung Aups über die D557 weiter. Wir durchquerten Flayosc und bogen auf rechts die D560 ab. Dann ging es wieder auf der D557 nach Villecroze weiter. In Villecroze wollten wir die Felsenwohnung der heiligen Mathilde besichtigen. Leider war Mathilde nicht zu Hause und die historische Stätte war geschlossen. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Wir ließen uns nicht abschrecken und inspizierten den Park und die von außen sichtbaren Teile der Ruine. Unser Entdeckergeist brach förmlich durch und wir durchkämmten jeden Winkel. So fanden wir interessante Relikte aus vergangenen Zeiten und dokumentierten sie auf den Fotos. Bild 1 Bild 1 Bild 1

Hier war auf jeden Fall der Ort, an dem die Mathilde abends die untergehende Sonne genießen konnte und bestimmt das ein oder andere Stündchen mit dem ortsansässigen Schäfer verbracht hatte.

Wir fuhren auf der D557 weiter nach Aups und kauften im Supermarkt noch die Zutaten für unser 3-Gänge-Abendmenü ein. Unsere Wäsche wartete schon auf uns und nachdem wir alles gebügelt, gelegt und weggeräumt hatten, bereiteten wir das Essen zu und ließen es uns gut gehen.


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Aups oder Ausflug an die Cote A'zur


Wir waren insgesamt sehr unschlüssig, ob wir einen Badeaufenthalt an der Cote A'zur machen wollten. Einerseits ist es ja immer sehr voll, teuer und laut an der Cote andererseits ist das Baden im Meer ja auch sehr schön. So entschlossen wir uns, zunächst mal eine Erkundungsfahrt an die Küste durchzuführen und heute sollte es losgehen. Die Grundüberlegung war, früh zu starten um in der Mittagshitze nicht an der Cote A'zur nach einem Campingplatz Ausschau zu halten, sondern schon am Strand zu liegen und das Meer zu genießen. Also starteten wir schon um 9 Uhr und wollten von Le Lavandou die Küste in Richtung Saint Tropez nach einem Campingplatz absuchen. Der Campingplatz unserer Vorstellung sollte nicht zu weit vom Meer entfernt liegen, so dass man fußläufig sowohl den Strand als auch einen Ort erreichen können sollte. Hohe Ansprüche zumal die Jahreszeit ein Garant für eine völlig überfüllte Küste war. Wir starteten also und fuhren zunächst über die D22 nach Sillans-la-Cascade und von dort aus weiter auf der D560. Wir wollten über Cotignac, Carcés, Besse und Collobriérs nach Le Lavandou gelangen. Dummerweise verpasste ich die Abzweigung und statt auf der D22 zu bleiben, fuhr ich auf der D560 in Richtung Barjols weiter. Da ich keine Karte auf meinem Tank hatte, Uwe war mit dem Tankrucksack ausgestattet, bemerkte ich meinen Fehler erst recht spät. Ich bog auf die D13 nach Cotignac ab und nahm damit ca. 15 km Umweg in Kauf.

Wir machten in einem kleinen Dorf unsere Frühstückspause, ich denke es war ein vorgelagerter Teil von Contignac. Zum Frühstück gab es, welch Wunder, Croissants und Pain au Chocolat. Dann ging es weiter im Takt und wir fuhren weiter auf der D13 nach Carcés und am Lac de Carcés vorbei. Am Ende des Sees verpasste ich wiederum eine Abfahrt und fuhr so auf der D24 in Richtung Brignoles. Eine Rückkehr zur geplanten Route war nicht sinnvoll, also ging es durch Briognoles weiter und von dort aus über die D43 in Richtung Hyéres. Wir waren viel zu weit westlich Abgedriftet, also war ich der Meinung, dass wir uns vor der Küstenstraße wieder nach Osten orientieren sollten.In Pirrefeu-du-Var blieb ich auf der D14 und fuhr so in Richtung Collobiérs zurück. Kurz vor Collobriérs bog ich rechts auf die D41 ab, um nach Bormes-les-Mimosas und Le Lavandou zu gelangen. Die D41 war eine kleine Passstraße mit guten Straßenbelag und vielen Kurven und ich hatte so richtig Spaß beim Fahren. Nach dem Passgeschlängel wartete ich auf Uwe und wir fuhren gemeinsam weiter. Wir kamen "von oben" nach Bormes rein und Uwe war direkt hinter mir, aber nach dem ersten Kreisverkehr war er aus meinem Rückspiegel verschwunden. Zu allem Ärgernis ging die enge Straße hier bergab und ich hatte keine Wendemöglichkeit. Die Autofahrer hinter mir hatten auch kein Verständnis für derartige Manöver, mein Ausschauhalten nach einer Einfahrt oder ähnlichem wurde schon mit dosiertem Hupeneinsatz kommentiert. Also hieß es runter bis nach Bormes, dort war Markt und alles rappelvoll. An der ersten Kreuzung wendete ich und fuhrt wieder den Hügel hinauf. Siehe da, Uwe stand am besagten Kreisverkehr und wartete auf mich, sein Moped hatte er schon geparkt. Irgendwie war Uwe recht angefressen, ich würde zu schnell fahren und es sei auch schon so spät, wir wollten doch früh an der Küste sein, waren seine Kritikpunkte. Ich hatte auch die Pappe auf und schlug so vor, er könne seine pfadfinderischen Fähigkeiten gleich unter Beweis stellen und ab hier selber vorfahren. Das wollte er aber auch nicht und so ging es weiter wie bisher. Kurzum war es ein etwas angespanntes Klima und so war es auch kein Wunder, dass wir uns auf keinen Campingplatz einigen konnten. Viel Auswahl war auch nicht gegeben, die noch etwas frei hatten, lagen für Uwe zu weit entfernt, Fußmärsche über 1000 Meter waren für ihn nicht akzeptabel. Mir war es eigentlich auch schnuppe, ob wir ein paar Tage am Meer waren oder nicht. Baden wollte Uwe auch nicht, es hatte einen kleinen Schauer gegeben und er hatte keine Lust am nassen Strand zu liegen, mir war es so auch recht und wir fuhren ohne positives Ergebnis zurück nach Aups.


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Aups oder Piérre's Jubiläum


Nach den kleinen Unstimmigkeiten des Vortags wollte ich eine Runde drehen, mit Baden im Lac Sta. Croix. Uwe war etwas unpässlich und überlegte, ob er überhaupt Motorradfahren wollte. Letztendlich konnten wir uns auf eine kleine Runde einigen. Im Prinzip war es das Standardprogramm, losfahren und dann nach einem Frühstück Ausschau halten. Das war schnell geschafft und wir landeten in einem kleinen Dorf. Die Runde ging über Fox-Amphoux und Montmeyan nach Quinson. Von dort aus über D11 nach Riéz. Dort machten wir noch eine kleine Pause mit Café Noir und fuhren dann über Moustiers an den Lac de Ste. Croix.
Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1 Uwe war immer noch nicht wirklich fit, aber wir wollten trotzdem zum Baden fahren, denn das Wetter war einfach toll.

Am See war es dann auch wirklich schön, obwohl es sehr voll war. Aber mit den Motorrädern hat man ja keine Parkplatzsorgen und wir suchten uns ein Plätzen in der Sonne aus. Sehr komfortabel ist das Ufer nicht gewesen, mit unseren zarten Füßen eierten wir ganz schön auf dem felsigen Boden herum, aber wir schafften es trotzdem bis ins Wasser. Das türkisfarbene Wasser hatte eine überraschend angenehme Temperatur, wenn man erst einmal den Temperaturschock verdaut hatte. Wenn man aus der prallen Sonne kommt, fühlt es sich zuerst recht eisig an, aber nachdem man einmal eingetaucht war konnte ich das Wasser genießen. Unser Platz am Ufer war in der Nähe von einem Tretboot und Kajakverleih und was dort abging war kaum zu glauben. Die Menschen standen Schlange nur um eine Wartemarke zu ergattern. Wartezeiten von einer Stunde wurden geduldig ertragen, bis man endlich für ein horrendes Entgeld ein Tretboot zugewiesen bekam. Wir ließen uns durch das geschäftige Treiben nicht beirren und genossen den Sommertag am See mit ausgiebigem Plantschen. Bild 1 Bild 1 Bild 1

Am Nachmittag ging es zurück zum Campingplatz weil heute ja das große Fest stattfand. Wir hatten uns Plätze für das Abendessen reservieren lassen und wollten so an Piérre's Jubiläumsfest teilnehmen. Seit 25 Jahren gab es nun den Camping International und das wollte gefeiert werden. Gestartet wurde am späten Nachmittag mit einer Parade. Ein Oldtimer von Citroen machte den Anfang, ein Militärjeep aus dem 2. Weltkrieg mit Anhänger das Schlusslicht. Dazwischen lief die Blaskapelle und strapazierte unsere Ohren. Der Jeep hatte Sangritafässer geladen und es wurde freizügig ausgeschenkt. Bild 1 Bild 1

Jeder, der wollte, bekam auch noch einen Panamahut geschenkt, der Aufgrund der verwendeten Naturmaterialien ungeheuer steif und unbequem war. Aber was tut man nicht alles, um eine Party zu unterstützen. Im Abendbereich war dann das gemeinsame Abendessen mit dem traditionelle Gericht Ail de Provence angesagt. Es bestand aus Pellkartoffeln, Knoblauchmajonaise, gegrillten Auberginenscheiben und Möhren sowie aus gegrilltem Fisch und Muscheln. Meine Portion Fisch und Muscheln tauschte ich bei Uwe gegen Aubergine und Möhre ein. Dazu gab es Baguette und Wein soviel man trinken wollte. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Bild 1

Wir saßen zwischen Franzosen und Holländern an der Tafel und unterhielten uns prächtig. Zum Glück wurde beim Essen nicht soviel geredet und die Konversation mit Händen und Füßen funktionierte ebenfalls nicht, da die Hände ja auch mit anderen Dingen, wie z.B. eine saubere Besteckführung, beschäftigt waren. Ganz witzig dabei war noch, dass es kein Geschirr gab. Jeder war aufgefordert, sein eigenes Geschirr und Besteck mitzubringen. Ich hatte ja nur einen tiefen Essteller, meine Blechtasse und mein Campingbesteck dabei und erregte damit gleich die Aufmerksamkeit der Tischnachbarn. Die Franzosen wollten nicht glauben, dass man Rotwein aus der Blechtasse trinkt, aber sie wurden eines Besseren belehrt. Die Tasse hatte auch ein gutes Fassungsvermögen, so dass ich nicht zu kurz kam. Nach dem Essen, was immerhin durch die diversen Nachschlagrunden und dem Dessert ca. 2 Stunden dauerte, ging die Party los. Live-Musik wurde geboten und das sogar in guter Qualität. Als Single hatte man allerdings kaum Chancen auf ein Tänzchen und die Gäste waren in der Regel Paare. So ging ein schöner Abend zu Ende und am nächsten Tag stand ja auch die Weiterreise auf dem Plan. Bild 1 Bild 1


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Von Aups nach Cagnes sur Mer


Nun soll es weiter gehen, wir wollten noch eine Abstecher in die Seealpen machen und hatten uns überlegt ein Dorf in den Alpen mit Meerblick zu suchen. Irgendwo in der Gegend von Sospel sollte es schon sein. Also früh aufgestanden und die Sachen gepackt. Wir fuhren zunächst über die D557 nach Draguignan und von dort aus weiter über die D562 bis nach Grasse. Grasse ist für meine Orientierung ein Graus, die Straßenführung und Ausschilderung kann ich nicht wirklich verstehen. Zu Uwe hatte ich schon vorab die Direktive "klebe in Grasse an meinem Hinterrad" ausgegeben und so durchquerten wir die Stadt. Eigentlich klappte es ganz gut, so dass es auf der D2085 über Roquefort-les-Pins weiterging. In Roquefort-les-Pins orientierten wir uns nach Norden und fuhren über die D6 nach Vence. In Vence begann mein persönliches Waterloo bezüglich meiner Fähigkeiten als Tourguide. Eigentlich fühlte ich mich bislang nicht unbedingt für die Routenfindung verantwortlich, bislang galt als Sprachregelung "ich fahre einfach hinter Dir her", aber in diesem Urlaub habe ich das Ganze individuell anders erlebt. So erging es mir in Vence schlecht, weil ich mich derart in dem Ort verfahren habe, wie es noch nie vorher geschehen ist. Wir lernten den ganzen Ort kennen und kamen letztendlich immer an derselben Stelle aus. Irgendwie führen alle Straßen zunächst in die gewünschte Richtung, aber auf die D2210 nach Gattières gelangten wir nie. Immer wieder fanden wir Schilder nach Cagnes sur Mer und Nizza, nie aber in die Richtung Gattières.
Bild 1 Bild 1 Das Wetter hatte sich auch sukzessive Verschlechtert und es setzte leichter Nieselregen ein, der im Moment zwar nicht wirklich störte, aber der Blick in die Berge ließ nichts Gutes erwarten. Die Gipfel lagen in einer dichten Wolkendecke und die Wolken waren fast schwarz. Nacht der x-ten Runden durch Vence besprachen wir unsere weitere Planung. Da alle Schilder nur immer in Richtung Meer zeigten, beschlossen wir der normativen Kraft des Faktischen nachzugeben und runter nach Cagnes zu fahren. Über die D36 ging das auch ganz einfach und wir fanden gleich nachdem wir die Stadtgrenze passiert hatten ein Hinweisschild zu einem Campingplatz. Nach der ganzen Gurkerei in Vence hatten wir die Nase sowie so voll und beschlossen den Campingplatz mal in Augenschein zu nehmen. Für eine Nacht sind die Ansprüche ja nicht so hoch. Gesagt getan, wir fanden den Platz auf Anhieb und schauten uns die angebotene Parzelle an. Direkt am Zaun des Campingplatzes angrenzend an ein kleines Feld mit Weinreben sollte unser Nachtquartier aufgeschlagen werden. Preislich schlug sich die Nähe des Meeres direkt auf der Rechnung nieder, aber damit hatten wir ja schon gerechnet. Ansonsten ist dieser Campingplatz nicht empfehlenswert. Die Sanitäranlagen stammten sicherlich aus dem frühen 16. Jahrhundert und der Baumbestand zierte sich mit einer Menge Leuchtstoffröhren, die den Campingplatz auch nachts in ein kaltes Licht tauchten.

Wir ließen uns nicht beeindrucken und machten uns am späten Nachmittag noch auf den Weg an den Strand. Strand ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, ein schmaler Kiesstreifen direkt an der Küstenstraße und am Hippodrom ermutigte einige unerschrockenen Menschen zum Baden. Da gerade Rushhour war fühlten wir uns nicht zum Baden eingeladen und hatten hier einen kurzen Aufenthalt. Bild 1 Bild 1 Bild 1 Abends machten wir dann noch einen Spaziergang in die Stadt, aber auch hier war tote Hose angesagt. Der meiste Rummel war wohl doch direkt an der Küstenstraße und das war uns dann doch zu weit. Zurück am Zelt krochen wir schnell in die Säcke und hofften auf besseres Wetter am nächsten morgen.


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Von Cagnes sur Mer nach Mens


Leider wurden unsere Wünsche für diesen Tag nicht berücksichtigt. Das Wetter war stark bedeckt und der Wetterbericht in der Zeitung ließ auch nichts Gutes hoffen. In den Seealpen waren bei 10 Grad Höchsttemperatur starke Regenfälle und Gewitter angesagt, für Cagnes war ebenfalls für die nächsten Tage nur Regenwetter auf der Wetterkarte verzeichnet. Was nun? Weiter südlich ging es mit dem Motorrad in Frankreich nun nicht mehr, da wir uns ja schon an der Cote A'zur befanden. Aus der Richtung Spanien/Pyriänen kam das schlechte Wetter, also war das auch keine Option für die Weiterfahrt. Wir hatten ja noch eine Woche Zeit und wollten die auch Nutzen. Nach Italien wollten wir auch nicht hinüber, da hätten wir über Turin gemusst und dann auch nur weiter nordwärts gekonnt. Also wurde wieder beratschlagt, wie die weitere Richtung zu wählen sei. Wir wollten in Alpennähe bleiben und uns zunächst nordwärts orientieren. Dann wollten wir mal spontan schauen, wo uns die allgemeine Lage besser gefallen würde. Wir fuhren über die D2085 wieder bis Grasse zurück und folgten dort der N85, also der Route Napoleon. Bei Escragnolles hatten wir noch einmal einen sensationellen Blick über die Provence und die Cote A'zur, wirklich in Ansichtskartenqualität und schon fast zu kitschig um wahr zu sein. Weiter ging es über Castellane bis nach Digne-les-Baines. Hier galt es zu entscheiden, ob wir uns tiefer bzw. höher in die Alpen wagen wollten oder nicht. Das Wetter war zwar noch trocken, aber es war empfindlich kalt geworden. Eigentlich wäre die Richtung Embrun nicht schlecht, wenn die dunklen Wolken nicht so gedroht hätten und es 10 Grad wärmer gewesen wäre. Also beschlossen wir, zunächst auf der Route Napoleon zu bleiben. Sisteron war die nächste Etappe und wir beschlossen nicht weiter auf der Route Napoleon zu bleiben und über Gap zu fahren, sondern auf die N75 in Richtung Grenoble weiter zu fahren. Das Wetter klärte etwas auf, die Temperaturen fühlten sich überhaupt nicht nach August an. Wir fuhren weiter nach Serres und dann über den Col de la Croix Haute. Dort erwischte uns dann ein kräftiger Regenguss und die gute Laune litt doch erheblich. Nach dem Aufklaren wenige Kilometer zuvor hatten wir schon wieder frischen Mut geschöpft, der nun einfach wieder vom Regen weggespült wurde. Nach dem Pass erinnerte ich mich an ein Dorf namens Mens, in dem wir schon einmal Station gemacht hatten. Uwe war nach der Devise, ich fahre einfach hinterher, sofort einverstanden und wir bogen von der N75 auf die D66 ab. Das Wetter wurde wieder besser und wir erreichten guten Mutes Mens. Es war zwar nicht sehr warm, aber ich konnte mich zu Shorts und T-Shirt durchringen udn wir verbrachten noch einen schönen Nachmittag in Mens.
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Wir wunderten uns nur über die ganzen Menschen, die mit Fleece-Pullovern und Mänteln bewaffnet durch die Gegend schlenderten. Als die Sonne untergegangen war, fanden wir die Erklärung recht schnell heraus, es wurde schlagartig kalt und unser Platz im Freien am Café war plötzlich nicht mehr so gemütlich und interessant. Wir hatten ja schon eingekauft und gingen zügig zum Campingplatz zurück, um unser Essen zu bereiten. Neben uns war eine Gruppe Jugendlicher oder besser junger Erwachsener, die im Hippie-Look herumliefen und Janice Joplin hörten. In ganz Mens waren uns schon die Menschen aufgefallen, die von ihrer Kleidung her eher in die 60er Jahre passten. Unsere Nachbarn jedenfalls schauten ganz neidisch auf unsere Küche, von der leckere Gerüche über den Platz zogen. Bei den Kids waren nur Tütensuppen auf der Speisekarte, aber jeder sollte so leben, wie er mag. Uwe schlug vor, bei weiterhin schlechter Wetterlage, am nächsten Tag weiter zu fahren. Mit gemischten Gefühlen bezüglich der weiteren Reise gingen wir in den Sack.


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Von Mens nach Gelsenkirchen

Wir wachten recht spät auf, es war schon 10 Uhr als ich hörte, wie Uwe sich aus dem Zelt pellte. Ich bewegte mich zunächst nicht und wartete erst mal in meinem warmen Schlafsack den Bericht zur Nation von Uwe ab. Für Uwe war nach seinem kurzen Ausflug zum Sanitärgebäude klar, er fährt auf jeden Fall weiter Richtung heimwärts. Das kam mir dann doch etwas überraschend und endgültig vor, aber meine Hinweise auf die fortgeschrittene Tageszeit und dass es doch auch nach aufklarendem Wetter aussehen würde, wurden nicht akzeptiert. Es war nass und kalt und somit einfach zuviel für Uwe. Also schloss ich mich an und packte meine Sachen ebenfalls. Wir reisten ab in Richtung Grenoble, die Straßen waren nass und glitschig und meine Laune auf minus 90 Grad angelangt. Das Wetter klärte zwar etwas auf, aber richtig schön wollte es auch nicht werden. In Grenoble wechselte ich auf die Autobahn und dort blieben wir auch für die nächsten 1.000 Kilometer. Um 23:30 Uhr kam ich in Gelsenkirchen an und der Frankreichurlaub war gute 5 Tage vor unserer Planung beendet. Ich brachte Uwe noch bis nach Hause und für mich war klar, dass dieser Urlaub der letzte dieser Art gewesen war. Für das nächste Jahr muss auf jeden Fall ein neues Konzept her, das alte, nach der Devise Ulrich fährt vor und Uwe hinterher, hat nun ausgedient. Ich bin gespannt, wie das neue Konzept aussehen wird.
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