Frankreich 2007

Reisezeit:

30. Juni bis 16.Juli

© für alle Fotos: Ulrich Spittka

Das Jahr 2007 ist nun schon das 10. Jahr, in dem ich mit dem Motorrad in Urlaub gefahren bin und ich muss sagen, dass es nichts von seinem Reiz verloren hat. Die Unabhängigkeit, die durch die fehlenden Festlegungen über genaue Reiseroute und Unterkünfte entsteht, macht so einen Urlaub zu einem ganz besonderen Erlebnis.

In diesem Jahr wollte mein langjähriger Reisepartner nicht mehr mitfahren. Ich musste nun entscheiden, ob ich alleine losfahren wollte oder mich um Mitreisende kümmern sollte. Mitreisende zu finden war aber gar nicht so nicht so einfach. Insbesondere meine Vorlieben für das Zelten war und das spontane Reisen ohne genaue Tourenplanung waren die wesentlichen Hinderungsgründe für potenzielle Interessenten. Von den zwei zugesagten Mitreisenden ist letztendlich nur eine Person tatsächlich mitgefahren. Die Mitreisende hatte sich trotz eines erheblichen körperlichen Handicaps, eine noch nicht ausgeheilte Verletzung am Bein, entschieden, die Motorradtour nach Frankreich in Angriff zu nehmen.

Das Wetter war zunächst nicht ganz optimal, aber das kannte ich ja schon aus den Vorjahren. Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass Anfang Juli stabiles Hochdruckwetter vorherrscht. Und das gilt nicht nur für Deutschland, sondern mittlerweile auch für Frankreich. So fuhr ich mit wettertechnisch gemischten Gefühlen los. Ich bin auf der ganzen Reise nicht einmal nass geworden, musste meine Reiseroute aber aufgrund der Wetterlage recht stringent in den Süden Frankreichs umsetzen.

Häufige Standortwechsel wie in den Vorjahren, mit den gepäckbelasteten Fahrten auf den entsprechenden Etappen, trafen in diesem Jahr nicht auf den Geschmack meiner Mitreisenden. Wir blieben meist mindestens 2 Nächte vor Ort, was mich aber nicht wirklich störte.

Leider konnte die Alpenregion nicht so intensiv befahren werden, wie ich es mir gewünscht habe. In der ersten Woche ließ das Wetter keine Alpenrouten zu, es war einfach zu kalt und zu regnerisch in den Bergen.

Der längere Aufenthalt in der Provence mit den Tagesausflügen ins Umland, in die Alpen und an das Mittelmeer waren eine neue Erfahrung für mich. Diese Herangehensweise ging zwar zu Lasten der Herumzieherei durchs Land, aber hatte durchaus auch seine eigenen Qualitäten. Insbesondere die Möglichkeit ohne Gepäck die kurvenreiche Landschaft zu erfahren war eine tolle Sache.

In der letzten Woche war aufgrund des Zustandes des Hinterreifens meiner Mitreisenden und meines reichlich abgefahrenen Vorderrreifens eine direkte Rückfahrt erforderlich und somit konnte eine Route durch die Alpen auch nicht nachgeholt werden.

Letztendlich bin ich nach 4.504 km wieder zuhause angekommen, wobei ich die letzten 300 km alleine fahren musste. Meine Mitreisende hatte sich spontan für eine andere Route entschieden und ohne mich zu informieren ausgeklinkt, angeblich war mein Reisetempo vom ca. 120 km/h auf der Autobahn zu schnell. Nun denn, was soll's.

Es war eine schöne Reise mit vielen tollen Tagestouren und traumhaftem Wetter in der Provence. Für das nächste Jahr werde ich sicherlich wieder eine Motorradreise planen, die konkreten Rahmenbedingungen kann ich dabei noch nicht festlegen. Aber folgendes ist mir sicherlich bei zukünftigen Reisen wichtig.


Man sollte ;-)


Reise-Etappen:


Gelsenkirchen - L'Isle-sur-le-Doubs - 678 km

Der Start für meine Motorradreise begann durchaus vergleichbar mit den Vorjahren. Trotz der Jahreszeit, immerhin hatten wir den 30. Juni und damit Sommer, war das Wetter sehr bescheiden. Dichte Wolken mit dem Potenzial zu ausgiebigen Regengüssen bedeckten den Himmel. Zunächst griff ich also zum Telefon um abzustimmen, ob es heute eigentlich wirklich losgehen sollte. Die einschlägigen Wetterberichte aus dem Internet verhießen allerdings auch für die folgenden Tage keine durchgreifende Wetterbesserung. Weder für die Region Deutschland noch für Nord- und Mittel-Frankreich gab es Entwarnung, für das gesamte Gebiet waren Regenfälle, Gewitter und Sturmböen angesagt.

Wir ließen uns jedoch nicht ins Bockshorn jagen und beschlossen den Urlaub planmäßig zu beginnen. Mein Motorrad hatte ich noch nicht beladen, das Gepäch lag aber schon in meiner Garage bereit. Also wurden schnell die Sachen aufs Motorrad gepackt und los ging es. Frankreich ich komme. Urlaubsbeginn

Zunächst habe ich meine Mitreisende in Dortmund abgeholt, die schon mit startbereitem Motorrad auf mich wartete. Dann ging es wirklich los mit der Frankreichtour. Zunächst stand zur Entscheidung an, ob wir über die Eifel oder die Ardennen in Richtung Vogesen fahren sollten. Aufgrund der Großwetterlage konnten wir uns nur zu einer Autobahnetappe durchringen, die uns möglichst ein gutes Stück weiter in südliche Gefilde bringen sollte.

Über die A45 und A5 ging es zunächst nach Frankfurt und dann weiter bis kurz nach Freiburg. Am Kreuz Neuenburg wechselten wir auf die A36 in Richtung Muhlhouse und passierten endlich die französische Grenze. Direkt nach dem Grenzübergang hielten wir an einer Raststätte, um uns mit einem kleinen Imbiss zu verpflegen. Auch die Motorräder wollten mit einem Schluck Treibstoff bei Laune gehalten werden. Bis zur Abfahrt Montbéliard blieben wir auf der A36.

Rastplatz kurz hinter der Grenze Dunkle Wolken am Horizont Gut bepackt und gut geparkt

Das kostete zwar 1,60 Euro Maut, aber die waren gut zu verkraften weil durch diese letzten Autobahnkilometer doch einige Ortsdurchfahrten vermieden werden konnten. Nach der Abfahrt von der Autobahn habe ich mich (wie immer) an dem dirket folgenden Kreisverkehr verfahren. Zum Glück kam mir die Sache schon nach einigen hundert Metern mehr spanisch als französisch vor und ich machte eine 180 Grand-Wende und zurück ging es zu diesem irritierenden Kreisverkehr. Der zweite Versuch gelang mir besser, ich erwischte die Richtige Ausfahrt und wir fuhren in Richtung L'Isle-sur-le-Doubs.

Nun galt es zu überlegen, wo das erste Nachtlager aufgeschlagen werden sollte. Zwei Alternativen in der näheren Umgebung waren mir schon gut bekannt, zum einen L'Isle-sur-le-Doubs und zum anderen Arbois. In beiden Orten gab es Campingplätze, die ich aus den Vorjahren her kannte. Da es bis Arbois doch noch ein gutes Stück des Weges war und sich die vielen langweiligen Autobahnkilometer konditionell bemerkbar machten, entschlossen wir uns zum Camping in L'Isle-sur-le-Doubs zu fahren und dort zu übernachten. Wir hatten ja schließlich Urlaub und gleich am ersten Tag muss man sich ja nicht überstrapazieren.

Erster Campingplatz

Der Empfang am Campingplatz war unkompliziert. Der Patron ist bereits gewöhnt, dass viele Gäste den Platz nur als Zwischenstation für eine Nacht besuchen. Nachdem die Anmeldeformalitäten und das Finanzielle an der Rezeption geregelt waren, kaufte ich mir noch eine Dose Bier. Denn mit trockenem Hals sollte man niemals sein Zelt aufbauen. Das Vorabendprogramm wurde nun schnell erledigt. Wir suchten uns auf den Wiesen einen geeigneten Platz für unsere Zelte aus. Nebenan stand ein Wohnwagen, aus dem sofort nachdem wir den Platz für gut befunden hatten, ein Mann zu uns kam. Der deutsche Nachbar hattte große Befürchtungen, dass wir zu laut seien und seine wohlverdiente Ruhe stören würden. Ist ja auch klar, Motorradfahrer machen immer die ganze Nacht durch einen Höllenlärm. Wir versicherten dem guten Mann, dass wir mucksmäuschen still sein würden und er sich auch weiterhin angemessen erholen könnte. Ja, so sind die Deutschen, immer auf Ruhe und Ordnung bedachte. Die Zelte wurden nun aufgebaut und die Einrichtung wurde schnell verstaut.

Nun ging es noch um unser leibliches Wohl, der Körper verlangt schließlich auch nach seinem Recht. Abhilfe sollte eine Pizzeria schaffen; mir war aus den Vorjahren ein kleines Ristorante direkt am Dorfplatz bekannt, das in der Vergangenheit eine akzeptable Küche vorgewiesen hatte. Diese Pizzeria hatte leider keinen freien Tisch mehr, so das wir uns um eine Alternative bemühen mussten. Wir fanden in der Dorfeingangsstraße eine weitere Pizzeria in der wir mehr Glück hatten. Das war auch gut so, weil es nur zwei Pizzerien im Dorf gab und wir gehörigen Hunger hatten. Wir mussten zwar mit einem etwas abgelegenen Tisch vorlieb nehmen, aber das tat dem Essen keinen Abbruch. Wir bestellten Pizzen und eine Karaffe Wein, beides hatte nur eine kurze Lebensdauer, weil uns der Magen mittlerweilen auf den Knien hing.

Nach der Devise "Bauch voll - toll" ging es nach dem kulinarischen Ausflug wieder zurück auf den Campingplatz, um die Schlafstätten zu prüfen. Der Test verlief erfolgreich, so dass schnell die nächtliche Augenpflege gestartet wurde.

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L'Isle-sur-le-Doubs - Aix-les-Bains - 320 km

Morgens war es, wie üblich an der Doubs, durch den Tau recht feucht geworden und die Zeltplane war irgendwo zwischen reichlich klamm und etwas nass einzustufen. Das Motorrad war ebenfalls vom Tau ganz nass geworden. Da es im Zelt meiner Mitreisenden noch ganz still war beschloss ich, den Tag mit einer heißen Dusche zu beginnen. Die Sanitäranlagen auf dem Camping waren soweit ok und die Dusche weckte meine Lebensgeister.

Als ich zurück zum Zelt kam, weckte ich meine Mitreisende und ging zum Bäcker, der nur ca. 300 Meter vom Campingplatz entfernt war. Leider hatte dieses Geschäft am Sonntag geschlossen und auch sonst war im Dorf alles ruhig. Ich machte noch einen weiteren Versuch, an ein französisches Frühstück zu kommen, aber auch der zweite Bäcker hatte geschlossen. Das wirtschaftliche Leben stand hier am Sonntag völlig still. Aufgerödelt Meine Mitreisende konnte nicht glauben, dass es kein Frühstück geben soll, und war nicht gerade begeistert.

Letztendlich siegte die normative Kraft des Faktischen und wir bauten fix unsere Zelte ab, um weiter in Richtung Süden zu fahren. Meiner Mitreisenden war es völlig einerlei, wohin die Reise heute gehen sollte und fuhr mir immer brav hinterher. So beschloss ich, zunächst mal in die grobe Richtung Alpen bzw. Grenoble zu fahren. Unterwegs wollte ich dann schauen, ob wir in einem der nächsten Dörfer etwas zum Frühstück ergattern konnten.

gleich geht es aber wirklich los

Ich fuhr zunächst auf die N83 in Richtung Besancon und dann weiter in Richtung Lons-le-Saunier. Meine klassische Strecke in Richtung Süden also, die ich in den Vorjahren auch schon gefahren war. Meine Mitreisende fragte, ob wir nicht auf kleineren Straßen weiter fahren könnten. Ich hatte nichts dagegen und bat sie, dann einfach vorneweg zu fahren. Das führte interessanter Weise dazu, dass ich trotz Kritik weiterhin auf meiner Route vorfahren durfte.

Zunächst war nun das leibliche Wohl angesagt und im Randbereich von Besancon fand ich ein kleines Café, dass schon oder vielmehr noch geöffnet hatte.

Caffee in der Nähe von Besancon

Natürlich gab es nur Kaffee dort und leider nichts zu essen. Meine Mitreisende war empört, dass es keine belegten Brötchen und auch kein weich gekochtes Ei gab. Schließlich gibt es in ihrer Heimatstadt das auch in jedem Café zu bestellen. Meine Hinweise darauf, dass wir uns in Frankreich befinden und die Esskultur hier, insbesondere was das Frühstück anging, doch etwas von den deutschen Gewohnheiten abweichen würde, konnte nur mit Mühe akzeptiert werden. Ich genoss meinen Grand Cafe noir und beschloss auf dieser Motorradreise eine gehörige Portion Humor einfließen zu lassen. Offensichtlich hatte meine Mitreisende keine Vorstellung von Land und Leuten und war der Meinung, dass hier alles wie zuhause sein müsste.

Beim nächsten geöffneten Bäcker hielt ich dann an, um etwas feste Nahrung zu erstehen. Mein Standardfrühstück bestand aus einem Croissant und einem Pain au Chocolat, was mir beides vorzüglich mundete. Man merkt eben doch, ob man die Produkte direkt vom Erzeuger abnimmt oder im fernen Ruhrgebiet ersteht. Nach dem zweiten Frühstück fuhr ich weiter nach Lons-le-Saunier und Bourg-en-Bresse. Hier stellte sich die Frage, ob es am Genfer See entlang nach Annecy oder nach Aix-les-Bains gehen sollte. Wir entschieden uns für Aix-les-Bains und fuhren auf der N504 weiter in Richtung Belley. Hier wurde die Straßenführung endlich etwas interessanter und meine Mitreisende fand die ersten Kurven auch ganz schön.

In Belley machten wir eine ausgiebige Pause in einem Café. Plakete in Belley weisen auf einen Event im Motorradsport hin, aber da wir nicht wirklich den Text des Plakats übersetzten konnten, ordneten wir die Veranstaltung als überregionalen Motorradtreff ein. Café in Belley Es waren auch eine Menge Motorradfahrer unterwegs, aber es handelte sich wohl mehr um den üblichen Wochenend-Verkehr in Richtung Alpen. Unsere Pause dauerte etwas länger, aber es gab ja auch eine Menge zu sehen und wir mussten uns ja erst einmal an den Urlaub gewöhnen und das braucht halt seine Zeit.

Wir fuhren weiter in Richtung Chambéry zum Lac du Bourget. Die Straßenführung entsprach jetzt deutlich mehr meinem Geschmack, gut ausgebaut und übersichtlich zog sich der Asphalt durch die Landschaft. Ein bisschen am rechten Griff drehen und ab ging die Post. Die teilweise lang gezogenen Kurven machten bei entsprechendem Tempo viel Spaß. Vorsicht war nur bei Brücken geboten, vor denen teils rechtwinklige Kurven waren. Der Abstand zu meiner Mitreisenden vergrößerte sich teilweise erheblich, aber mit den vorgeschriebenen 80 km/h fuhr nun wirklich kein Motorradfahrer auf dieser Strecke. Selbst meine etwas verschärfte Gangart mit rund 120 km/h war den Einheimischen Zweiradfahrern noch deutlich zu lahm und ich wurde reihenweise überholt. Aber man will ja auch nichts übertreiben und mit den örtlichen Ordnungskräften nicht gleich am zweiten Tag in stressige Diskussionen verfallen. Wir näherten uns mit breitem Grinsen im Gesicht dem Tunnel, den es zunächst zu durchfahren galt. Nach dem Tunnel durch den Berg Mont du Chat hatten wir einen tollen Blick auf den Lac du Bouget.

Parkplatz für unsere Motos Immer noch zuviele dunkle Wolken am Lac du Bourget

Um nach Aix-les-Bains zu kommen, musste der See zur Hälfte umrundet werden. Der Camping du Sierroz liegt in unmittelbarer Nähe des Sees. Im Vorfeld der Reise hatte ich schon erfahren, dass die Zeltwiese einigen Mobilheimen weichen musste. Leider stellte sich diese Information als zutreffend heraus, die mir angebotenen Stellplätze waren allerdings völlig ok, so dass wir beschlossen zwei Nächte zu verweilen.

Im campingeigenen Supermarché, der eigentlich bezüglich seines Warenangebots und der Qualität bzw. Frische der Waren eine wirkliche Zumutung darstellt, eingekauft. Es sollte Nudeln mit einer Sauce aus Tomaten und Paprika geben. Mangels genießbaren Paprikaschoten gab es dann Nudeln mit Tomatensauce und ein Fläschen Wein dazu. Am nächsten Tag wollten wir eine Rundfahrt machen, um die ersten kleineren Pässe im Parc Naturel Regional Du Massif Des Bauges zu befahren. Es gibt hier kleine Straßen durch abgelegene Dörfer, die wir uns anschauen wollten.

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Tagestour Rund um Aix-les-Bains - ca. 120 km

In der Nacht hatte es leider zu regnen angefangen und auch am Morgen war das Wetter nicht besser geworden. So blieb ich erst einmal im Schlafsack liegen und wartete auf die Dinge, die da kommen sollten. Um 10 Uhr wurde der Regen abgestellt und ich verließ mein Zelt.

Regentropfen auf dem Tank-wer will das?

Meine Mitreisende schnarchte noch selig vor sich hin und hatte vom Regenguß noch nichts mitbekommen. Ich kümmerte mich ausgiebig um meine Morgentoilette und anschließend kaufte das Standardfrühstück im Lebensmittelladen des Campingplatzes ein. Der Laden hatte weder eine besonders große Auswahl an Waren noch machten die Lebensmittel in den Regalen eine sonderlichen frischen Eindruck. Kaffee gab es nur in großen Paketen zu kaufen, so dass ich zunächst darauf verzichtete mich mit einem Kaffeepaket zu belasten, dass warscheinlich für den ganzen Urlaub gereicht hätte. Mangels Kaffee gab es eine Schluck Wasser aus der Pulle zum Frühstück, das galt es in den nächsten Tagen auf jedenfall besser zu machen. Ein Kaffee am Morgen muss schon sein. Immer noch dunkle Wolken Wir berieten ausgiebig über die Großwetterlage und das Mikroklima, konnten aber keine wesentlichen Wettertendenzen ableiten. So beschloss ich fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen und in der Rezeption nach der Wettervorhersage zu fragen. Das Resultat war sehr unerfreulich, bis mindestens Donnerstag war für diese Region wechselhaftes Schauerwetter angesagt. Da hatte ich doch eigentlich ganz anderes Wetter bestellt. Es ist einfach kein Verlass mehr auf die Reiseveranstalter.

Ruhe am Morgen

Somit war klar, dass wir am nächsten Morgen weiter in Richtung Süden fahren würden.

Um die Mittagszeit brach die Wolkendecke etwas auf und ich schlug vor, die Motorräder etwas zu bewegen. Die Straßen waren zwar noch nicht ganz abgetrocknet, aber für eine kleine Runde sollte es allemal ausreichen. Ich wollte zum Lac d'Annecy fahren und durch die Montagne du Semnoz zurück nach Aix-les-Bains fahren.

Dabei war noch sehr wichtig, dass wir für meine Mitreisende irgenwo Tabak einkaufen mussten. Leider übersah ich einen Supermarkt auf der Strecke nach Annecy und wir mussten ein Stück zurückfahren. Im Supermarkt gab es natürlich keinen Tabak, eigentlich komisch, wo es in Deutschland doch in jedem Supermarkt Rauchwaren zu kaufen gibt.

Wir fuhren weiter in Richtung Annecy und genossen die Uferstraße mit ihren vielen Kurven. Ich übte schon mal die französische Überholtechnik, fing mir aber einen Rüffel von meiner Mitreisenden dabei ein. So zu rasen wäre nicht ihr Ding, sie wolle genüsslich Motorradfahren. Das konnte ja heiter werden, wenn Tempo 80 - 100 schon ein Rasen darstellte.

Kurz vor Annecy stellte sich eine schwarze Wolkenwand entgegen. Innerhalb kurzer Zeit waren auch die Berge der Montagne du Semnoz in dichte und dunkle Wolken gehüllt und uns erreichten die ersten Regentropfen. Wir machten eine 180-Grad-Wende und fuhren zurück in Richtung Lac du Borget.

Das alte Kloster auf der westlichen Seeseite wollte ich aber noch auf jeden Fall ansteuern udn so bog ich in Chadieu rechts auf die D914 ab und fuhr über Conjus zur Abbaye de Hautecombe. Ich wurde von einem deutschen Touristenpaar mit den Worten: "Wer macht denn hier so einen Lärm" begrüßt. Das Entfernen der DB-Killer aus der Auspuffanlage zeigte also Wirkung.

Die Abtei war reichlich renoviert und restauriert worden. Leider war aufgrund der fortgeschrittenen Nachmittagsstunden schon alles geschlossen. Ich machte den Vorschlag, auf einen Kaffee nach Aix-les-Bains zu fahren. Wir fuhren zurück zur D991 und machten im Stadtkern von Aix-les-Bains, direkt am Kurhaus halt. Der Platz davor war zwar mit Pollern abgesperrt, aber die Motorradfahrer interpretierten dies als für Motos reserviert. Wir stellten unsere Motorräder dazu und machten einen kleinen Rundgang durch die Fußgängerzone. Anschließend gab es noch den Kaffee und danach ging es zurück zum Camping du Sierroz.

Wir kauften unsere Lebensmittel für das Abendessen diesmal in einem Supermarché in der Nähe ein. Es gab Ratatouille und die Zutaten in diesem Supermarkt waren deutlich frischer als auf dem Campingplatz. Nach dem Essen war meine Mitreisende müde und nahm um 20 Uhr mit dem Schlafsack tuchfühlung auf.

Das war wahrhaftig ein beeindruckendes Zeugnis von Temperament und Tatendurst, aber die frische Luft und das ungewohnte Essen waren halt sehr anstrengend und darüber hinaus sprachen die Leute hier so eine komische Sprache. Das ist natürlich sehr belastend für Leib und Seele und konnte auch sehr früh müde machen. Na ja, dass waren wirklich tolle Aussichten für einen unterhaltsamen Urlaub. Ich machte mich noch auf und besuchte die Bar am Campingplatz. Viel war hier auch nicht los, aber immer noch besser, als alleine am Zelt zu sitzen. Ich kam somit auch recht früh in den Sack und somit entwickelte sich die Motorradtour zu einem echten Welleness-Erlebnis mit sehr viel Natur und noch mehr Schlaf.

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Aix-les-Bains - Montbrun-les-Bains - 366 km

Auf zu neuen Taten! Das Wetter war bescheiden, es regnete zwar nicht aber dafür war es kalt und bedeckt. Die Alpenetappe hakte ich zunächst ab, vielleicht konnte sie auf dem Rückweg stattfinden. Eine wirkliche Abstimmung über die grobe Richtung kam nicht zustande und ich fuhr, unter der Kritik eines fehlenden Frühstücks (Nein, es gibt wirklich keine belegten Brötchen oder ein weich gekochtes Ei) somit einfach in Richtung Süden.

Über die N201 ging es nach Chambery. Dann fuhr ich weiter auf der N90 nach Grenoble. Auf etwa halben Weg fand ich eine Art Schnellimbiss, der mir einen Grand Café noir und meiner Mitreisenden ein halbes Baguette mit einem großen Stück Butter und einem Café au Lait kredenzte. Die Wolkendecke war aufgerissen und vom Massif de la Chartreuse stürzten sich einige Paraglider vom Himmel.

Am Imbiß Steilwand für die Paraglider

Die Aussicht auf die Chaîne de Belledonne war ebenfalls sehr imposant, die Gipfel waren noch mit Schnee bedeckt, obwohl sie nur rund 2.500 Meter hoch sind. Nach dem Frühstück ging es weiter nach Grenoble, hier nahm ich die Stadtautobahn, um dem Innenstadtverkehr zu entgehen. Bei le-Pont-de-Claix ging es wieder auf der N75 weiter und wir folgten dem Tal des Drac nach Süden. Die ersten Kehren waren zu befahren und wir erklommen den Col de la Haute Croix.

Felsformation am Col de la Huate Croix Heiß war es noch nicht wirklich

Dann ging es wieder bergab und ab Serres führt die Straße auf einer Art Hochebene weiter, die mir durch hier oft vorkommenden böigen Wind in Erinnerung geblieben war. Zum Glück hatte der Wind heute Pause und wir erreichten Sisteron. Das Wetter näherte sich mit riesigen Schritten der Wunschmarke. Blauer Himmel mit, nun gut noch einigen wenigen kleinen Wölkchen und angenehme Temperaturen. Am Ortseingang, am Parkplatz vor dem Tunnel, machten wir eine Pause.

Panorama mit Durance Richtung Süden Gute Laune

Meine Mitreisende war empört, dass ich ihre Zeichen nicht bemerkt hatte und wir erst jetzt angehalten hatten. Zeichen hatte ich leider nicht wahrgenommen, was sollte das nur gewesen sein? Wenn ich auf mich aufmerksam machen wollte, hätte ich einfach überholt und den Blinker rechts gesetzt, bevor ich recht heran gefahren wäre. Aber wahrscheinlich hat meine notorische Raserei mit Tempo 100 und rücksichtlose Fahrweise, die sich durch das Überholen von langsameren Fahrzeugen ausdrückte, daran Schuld, dass ich selbst nicht überholt werden konnte.

Grund für den Missmut meiner Mitreisenden war, dass der Liter Milch, den sie am Vortag im Supermarkt eingekauft hatte, einfach nicht in seinem Tetrapack bleiben wollte und nun das Innere des Tankrucksacks erkundetete. Die Milch wollte aber auch nicht nur langweilig im Tankrucksack herum schwappen, sondern sickerte durch und benässte frecher weise die Kombi meiner Mitfahrerin. So eine Sauerei! Also war erst einmal Großreinemachen angesagt, der Tankrucksack wurde geräumt und mit Wasser aus der Flasche und Papiertaschentücher gereinigt. Die Regenkombi, die sich auch im Tankrucksack befunden hatte, musste ebenfalls abgewischt werden. Milch ist eben chemisch betrachtet nicht wie Regen zu bewerten und kann unter ungünstigen Umständen eine Regenkombi vollständig zerstören, die Kombi war mit weißen Sprenkeln und Flecken besudelt worden. Unsere Pause, die eigentlich eine kurze Rast sein sollte, wuchs sich zu einem richtigen Hausarbeitstag aus. Aber, was muss das muss, und ich vertrieb mir meine Zeit mit der Streckenplanung.

Ich wollte zum Mount Ventoux und stellte dieses Ziel gar nicht erst zur Diskussion, meine Mitreisende war ersten sehr mit Reinigungsarbeiten beschäftigt und zweitens waren ihr die Etappenziele einerlei, Hauptsache die Strecke war gut und sie musste selbst nicht vorfahren.

Kurz nach Sisteron bog ich rechts auf die D946 ab, die durch einsames Gebiet in Richtung des windigen Berges führte. Gut dass ich in Sisteron noch an der Zapfsäule Halt gemacht hatte. Wer hier mit leerem Tank liegen bleibt, ist im wahrsten Sinne des Wortes von allen guten Geistern verlassen. Landschaftlich war es sehr schön hier und bei so gutem Wetter zwischen den Bergen Motorrad zu fahren ist schon eine tolle Sache. Die D946, die plötzlich zur D546 geworden war, gabelte sich und ich entschied pragmatisch auf links herum. So ging es auf der D542 nach Montbrun-les-Bains, einem kleinen Dorf dem man den Titel "Bad" gar nicht zugetraut hätte.

Wofür dieser Titel verliehen worden war wird wohl für immer ein Geheimnis des Bürgermeisters und der Dorfbewohner bleiben, wir fanden jedenfalls einen akzeptablen Campingplatz am Freibad. Der Platz war überschaubar und ich ging zum Patron des Campingplatzes und fragte nach einem Stellplatz nach. Er machte einige Vorschläge, die man als "suche Dir war aus" kurz zusammenfassen konnte. Der Platz war auf mehreren Ebenen angelegt, die man über eine Schotterpiste erreichen konnte. Also ging ich zurück zu den Motorrädern und schlug vor, zwei Nächte zu verweilen. Dies stieß auf ungeteilte Zustimmung und ich fuhr die Schotterpiste mit Schwung bis zu unserer Ebene und bog links auf den Weg ein.

Meine Mitreisende hatte viel Rspekt vor allem, was auch nur ansatzweise nach Schotter aussaht und quälte sich vorsichtig die leichte Anhöhe hinauf. Letztendlich kamen wir gut an dem ausgewählten Platz an und bauten die Zelte auf.

Dummerweise ließen sich die ca. 30 cm lange Draht-Häringe meiner Mitreisenden nicht wirklich überreden, in den harten Untergrund Halt zu finden. Ich hatte lediglich Häringe für mein Zelt mitgenommen und nicht daran gedacht, Ersatzhäringe mitzunehmen. Mein Vorschlag, im nächsten Supermarché nach geeigneteren Equipment Ausschau zu halten, wurde abgelehnt, weil es in Supermärkten kein Campingzubehör geben würde. Na, dann eben nicht.

Ich machte mich dann auf den Weg ins Dorf, um die Zutaten für das Essen einzukaufen. Da meine Mitreisende aufgrund ihrer Verletzung schlecht zu Fuß war, wurde es zu meiner Aufgabe die fußläufigen Arbeiten zu verrichten. Der Supermarché war am anderen Ende des Dorfs und so konnte ich schon mal einen Eindruck von den kulturellen und architektonischen Highlights des Bads gewinnen. Der Supermarché war gut sortiert und ich kam mit einem umfangreichen Einkauf zurück.

Das einzige Störende auf diesem Campingplatz war die recht seltsame Geräuschkulisse. Von einem in der Nähe befindlichen Gewerbebetrieb, der wohl irgend etwas in Fässer abfüllte, ertönte in regelmäßigen Abständen ein Geräusch ähnlich einem Hundekläffen. Zunächst hatten wir das Geräusch wirklich erst als Hundekläffen eingeordnet, als es sich aber mit einer eintönigen Regelmäßigkeit wiederholte, kamen uns bezüglich des Verursachers einige Zweifel. Vermutlich handelte es sich um eine Art von Überdruckventil, dass regelmäßig seiner Funktion nachkam. Glücklicherweise arbeitet der Betrieb nicht im 3-Schicht-Betrieb, so dass in den Abendstunden endlich Ruhe einkehrte.

Nach dem Essen verabschiedete sich meine Mitreisende schnell in die Nachtruhe, so dass ich ebenfalls einen ruhigen Abend vor meinem Zelt genießen durfte. Man will ja auch am nächsten Tag gut ausgeschlafen zum Mont Ventoux aufbrechen und dafür sind 12 Stunden Schlaf ja wohl das Minimum.

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Tagestour Mount Ventoux - 128 km

Heute sollte es endlich stattfinden, der Mount Ventoux sollte sich in die Liste der von mir befahrenen Pässe einreihen. Das Wetter war prima und wir machten uns auf den Weg. Zunächst auf der D942 nach Sault, auch in der Hoffnung dort eine Tankstelle zu finden. Die Tankstelle fand ich jedoch schon am Ortsausgang von Montbrun, so dass mein Motorrad schon ein Mal versorgt war.

Also weiter nach Sault, dort dann weiter auf der D164 in Richtung Mount Ventoux. Kurz nachdem ich den Ortsausgang von Moutbrun passiert hatte, fuhren vor mir einige Motorräder. An einer Abzweigung nach rechts bogen diese auch dort ab. An der Abzweigung standen zwei Motorradpolizisten und rechneten wohl nicht damit, dass ich gerade aus fahren würde. Der erste fuhr los und der Abstand zu mir war noch ok, beim zweiten Motorradpolizisten musste ich doch recht hart in die Bremse greifen. Er schaute mich auch ganz erschrocken an. Sollte meine Auspuffanlage doch nicht die notwendigen db-chen absondern, um rechtzeitig Aufmerksamkeit zu erzeugen?

Nach diesem kleinen Schrecken ging es weiter nach Sault. Sault ist ein schönes, kleines Dorf mit dem typischen Charme Südfrankreichs. Hier war eine Kaffeepause fällig und da gerade auch der Wochenmarkt stattfand, bot sich ein kurzer Aufenthalt mit Shopping auf dem Markt ja geradezu an. Die Parkplatzsituation war selbst für Motorräder dramatisch. In den engen Gassen waren die wenigen Nischen durch die Markstände in Beschlag genommen worden. Ich fuhr weiter in Richtung Ortsausgang und sah an einem Kriegerdenkmal ein Motorrad stehen. Ein französischer Herr wies mit lebhafter Gestik auf die noch freie Fläche am Denkmal, der Platz war durch Poller abgesperrt und so von Ständen und größeren Fahrzeugen frei geblieben. Dieser freundlichen Aufforderung konnte ich nicht ablehnend gegenüber stehen und parkte mein Motorrad dort. Meine Mitreisende sah nur den Sandbelag und schon traten die ersten Schweißtropfen zutage. Das Motorrad, welches schon dort parkte, kam aus meiner Nachbarschaft, es war in Dortmund zugelassen.

Lavendel bei Sault

Ich schlug vor, einen Rundgang über den Markt zu machen und dann den Kaffee zu trinken. Meine Mitreisende schlug die entgegen gesetzte Reihenfolge vor, erst das Frühstück einnehmen und dann shoppen gehen. Bei einem Bäcker kaufte ich die üblichen Zutaten ein und hielt Ausschau nach einem geeigneten Café. Meine Mitreisende suchte ein Restaurant aus, um dort zu frühstücken. Mein Hinweis, dass in einem Lokal, welches eigene Gerichte anbietet, der Verzehr von mit gebrachten Speisen nicht wohl gelitten sei, wurde nicht weiter beachtet. So trennten sich hier unsere Wege bezüglich des Frühstücks und ich suchte mir ein Café an einem schönen Platz im Dorfzentrum aus. Wir trafen uns dann später auf dem Markt wieder.

Weiter ging es von Sault auf der D164 zum Mount Ventoux. Mount Ventoux aus der Ferne Frisch gestärkt ging es zwischen Feldern weiter, dann wurde die Straße steiler und ich kam durch den Vegetationsgürtel mit Nadelgewächsen, dann folgte auch schon das charakteristische Bild des Mount Ventoux.

Flügelschlagen und los

Wie in einer Mondlandschaft kommt man sich vor, karge Berghänge mit weis-grauem Gestein prägt das Bild. Und seinen Namen machte der Mont Ventoux alle Ehre, oben blies der Wind mich fast vom Motorrad.Panorama

Die Aussicht vom Gipfel des 1.912 Meter hohen Mount Ventoux ist wirklich sehr spektakulär. Nach Süden hin kann man das Mittelmeer erahnen, das Luberon und die Provence breiteten sich vor mir aus. Nach Norden sieht man die Gebirgszüge in einem Atem beraubendem Panorama.Der karge Gipfel

Bei der Bergab-Etappe fuhr ich die D938 über Carpentras, dann die D7 bis La Bègude und von dort aus über die D 977 nach Vaison-la-Romaine. Dann weiter auf der D938 in Richtung Nyons, aber nur bis zum Ort Tuilliér.

Kleine Schlucht Ganz schön eng, die Straße

Ab hier auf der D46 über Pierrelongues und der D5 bis Cost, dann weiter über die D5 nach Buis-les-Baronnies. Ab Buis-les-Baronnies über die D546 bis Séderon und weiter über die D542 nach Montbrun. Der Tank wurde gleich wieder gefüllt, denn am nächsten morgen sollte es weiter in die Provence gehen.

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Moutbrun-les-Bains - Aups - 426 km

Also, weiter im Takt. Die Provence war das nächste Ziel und ich wollte dort bei einem alten Bekannten das Lager aufschlagen. Der International Camping in Aups war mir von den letzten Reisen her gut bekannt und ich schätze die freundliche Aufnahme und den komfortablen und sauberen Platz.

Von Montbrun-les-Bains ging es zunächst auf der D942 nach Sault, hier gab es ein schnelles Frühstück, und von dort aus weiter auf der D950 in Richtung Revest-du-Bion. Es blies wieder ein frischer Wind und man musste aufmerksam fahren. Die Landschaft war wieder einmal sehr schön und die ersten kleineren Lavendelfelder tauchten auf. Die Straße zeichnete sich durch schöne, übersichtliche Kurven aus, die man mit zügigem Tempo (also rasend) durchfahren konnte.

In Banon bekam mein grüner Renn-Frosch etwas Superbenzin zum Frühstück und ich machte mich auf der Karte kundig, wie es weitergehen sollte. Ich blieb auf der D950 und folgte der Richtung Forcalquier, dann ging es bis zur N96 weiter und dort nach Süden bis Manosque. Durch Manosque gequält folgte ich der D907, der D4 und der D82 nach Gréoux-les-Bains. Ste.Croix-de-Verdon Dann folgte ich der D952 nach Riez, ich wollte noch gerne große Lavendelfelder sehen. Leider geht der Lavendelanbau immer weiter zurück, die Bauern setzen zunehmend auf den Getreideanbau. Wirtschaftlich gesehen kann das durchaus Sinn machen, für mich, den gemeinen Touristen, ist das sehr bedauerlich. Ein charakteristisches Landschaftsmerkmal verschwindet so immer mehr von der Bildfläche, schade. Nach Riez ging es weiter auf der D11 und D111 nach Ste.Croix-de-Verdon, ein malerisches Dorf am Ufer des Lac du Ste.Croix. dieses Blau ist einmalig

Dann fuhr ich über die Staumauer und folgte dann der D71 nach St.Andrieux, von hier aus weiter auf der D957 bis Aups.

Der International Camping war natürlich schnell gefunden und der Patron, Monsieur Pierre, begrüßte mich sofort sehr herzlich. Ich teilte ihm mit, dass wir für 7 Nächte verweilen wollte und das erstaunte ihn doch sehr, weil er mich nur als kurzverweilenden Gast kannte. Aber nichts desto trotz markierte er einige freie Plätze auf dem Lageplan und empfahl mir direkt den Platz 216, den aus seiner Sicht schönsten Platz. Wir besichtigen die Plätze und ich teilte die Bewertung von Monsieur Pierre völlig. Die Parzelle war durch 4 Bäume an den Ecken begrenzt und mit einer Hecke umgeben. Also hatten wir neben der Sonne auch schattige Bereiche. In der Nähe war auch noch eine Wasserzapfstelle, alles perfekt.

Wir holten die Motos auf den Platz und begannen mit dem Aufbau der Zelte. Unsere Nachbarn waren Franzosen, Engländer und Niederländer, also machte der International Camping seinem Namen Ehre. Als ich dann Monsieur Pierre unsere Platzwahl mitteilte sagte er, dass er uns schon längst auf diesem Platz eingetragen hätte. Das nenne ich eine gute Kundeneinschätzung.

Am Nachmittag erkundeten wir gemeinsam die Campingplatz-Bar und das Dorf Aups. Der Abend verlief wie üblich, früher Rückzug meiner Mitreisenden, ich suchte noch die Campingplatz-Bar auf. Das Wetter war an diesem Tag super gewesen, keine Wolke am Himmel der Provence.

Endlich blauer Himmel Sogar der Mond ist noch zu sehen

Die Temperatur war angenehm warm, aber nicht so brütend heiß, wie man es zu dieser Jahreszeit hätte erwarten können. Abends war der Sternenhimmel für mich, als Bewohner eines Ballungsraums, wieder einmal faszinierend. Das breite Band der Milchstraße war klar zu erkennen und die Pracht der Sterne war einfach überwältigend.

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Tagestour Gorges du Loup - 121 km

Eine Tagestour zur Gorges du Loup stand auf dem Programm. Ich startete morgens von Aups über die D557 nach Draguignan. Die Fahrt durch die Stadt ist meist ziemlich stressig. Viel Verkehr und die Temperaturen machten das nicht gerade zum Vergnügen. Am Marktplatz machte ich Frühstückspause und kaufte in einer nahe gelegenen Bäckerei das Standardgebäck Pain au Chocolat und Croissant.

So gestärkt ging es weiter auf der D562 in Richtung Grasse. Die Straße ist einfach klasse, gut ausgebaut und Kurve an Kurve. Man kann das Motorrad gut laufen lassen und ich hatte eine Menge Spaß. Auf halbem Wege machte ich dem Lac de St. Cassien meine Aufwartung, dazu bog ich rechts auf die D37 ab.

Lac de St. Cassien

Nach wenigen hundert Metern kam der See in Sicht. An der Brücke machte ich halt, weil hier die Aussicht besonders schön ist. Es waren nur wenige Menschen am See, einige fuhren mit Kajaks über den See, andere wollten baden.

Zurück auf der D562 fuhr ich weiter nach Grasse. Hier war ebenfalls viel Verkehr und mitten in der Stadt sollte ein Musikfestival stattfinden. Es war mächtig warm und ich war froh, als ich den richtigen Weg aus Grasse in Richtung Gorges du Loup gefunden hatte. Das ist gar nicht so einfach sich in den vielen Kreisverkehren zu orientieren und die D2085 zu finden.

Kurz nach Châteauneuf bog ich links auf die D2210 in Richtung le Bar ab. Ich wollte die östliche Strecke der Schlucht befahren, die auf dem Grund der Schlucht verläuft und dem Flusslauf des Loup folgt.

Tunnel zur Gorges du Loup

Einige Menschen waren nach einem Tunnel an der Straße, die dort nach einem Einstieg ind die Schlucht Ausschau hielten. Sie frönten dem Canyoning, bei dem man mit Neoporenanzug und Kletterausrüstung durch Fluss- und Bachläufe wandert, schliddert und kleine Wasserfälle herunter springt. Neugierig wie wir nun mal waren, schauten wir den Vorbereitungn auch interessiert zu. Da es sich aber wohl um eine größere Aktion handelte, die entsprechend Zeit beanspruchte, fuhren wir weiter bevor der Einstieg in die Schlucht begann.

Beim Saut du Loup machte ich eine Pause um etwas zu trinken. Für einen Euro Eintritt kann man das Naturschauspiel bewundern.

Kleiner Swimmingpool Ausgewaschenes Flussbett Wasserfall Noch ein Wasserfall

Meiner Mitreisenden was das zu teuer und so zog ich alleine los, um die Wasserfälle zu bestaunen.

Bei Bramafan endet die Gorges du Loup und ich entschied, die westliche, höher gelegene Route, nicht zu befahren. Ich fuhr weiter auf der D3 nach Norden und bog dann bei Canieres nach links auf die D2 ab. Ich kam über ein weitläufiges Hochplateau, das einen recht bayerischen Charakter darbot.

Hochtal Dorf

An Thornece vorbei, ging es bis zur Route Naopleon, die in der Nähe von le Logis du Pins erreicht wurde. Über die D21 ging es dann nach Comps-sur-Artuby nach Draguignan. Von dort aus fuhr ich direkt, wie beim Hinweg, zurück nach Aups.

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Tagestour Grand Canyon du Verdon - 131 km

Meine Mitreisende kam heute nicht aus dem Quark, ein ausgiebiger Ruhetag sollte es für sie werden und da muss man ja nicht unbedingt so früh aufstehen. Ich war zunächst am Swimmingpool des Campingplatzes und erfrischte mich aber gegen Mittag hielt es mich dann doch nicht mehr. So beschloss ich eine Fahrt ins Blaue zu unternehmen und zog den Lederkombi an. Zunächst ging es ins Dorf, dann viel mir das Hinweisschild zum Canyon du Verdon ins Auge und ich dachte mir, das wäre doch was für mich.

Über die D957 fuhr ich zunächst bis zur Brücke über den Lac de St.Croix und bewunderte den Mut einiger Jugendlicher, die sich von den Felswänden in den Verdon stürzten.

Viel Bootsverkehr

Das war nicht ganz ungefährlich, der Tret- und Paddelbootbetrieb war doch erheblich und die Klippenspringer mussten aufpassen, dass sie nicht zu unfreiwillige Passagieren wurden. So sieht übrigens das Wasser bei einer Fahrt ins Blaue aus.

BLAU

Ich beschloss zunächst die Nordroute auf der D952 zu fahren und am Point Sublime dann zur Südroute Corniche Sublime zu wechseln. Was soll ich groß über den Canyon du Verdon schreiben? Einfach grandios, den Rest sagen die Fotos besser aus, als es eine Beschreibung jemals könnte.









Mein Renn-Frosch Karge Bergflanke Blick in die Schlucht Der Stausee von der Schlucht aus gesehen
Kurze Fotopause Auch hier gibt es Lavendel Lavendel von Nahem Hotel auf der Bergspitze
Pause an der Route de Cretes bizarre Gegend Die Schlucht zieht sich hin Tiefe Einschnitte in die Landschaft
Am Ende der Schlucht Schlößchen auf dem Hügel Auf zur Südseite der Schlucht Blick auf das Gebirge
Blick auf das Gebirge Beginn der südlichen Route Hochebene Guter Straßenbelag
Da geht es tief hinunter Tolles Licht
Felsformationen Der See ist schon wieder in Sicht Die letzten Meter in der Schlucht Ich war nicht ganz alleine Unterwegs
karges Land Wie ein Waschbrett

Was ich noch erwähnen möchte, ist der sehr gute Zustand der Straßen. Es ist schon erstaunlich, wie gepflegt auch abgelegene, kleine Straßen sind. Darüber hinaus findet man an den meisten Leitplanken Schutzvorrichtungen, die das durchrutschen unter der Leitplanke verhindern. Da sollten die Verantwortlichen in Deutschland vielleicht einmal in die Lehre gehen, damit unsere Schlaglochpisten wieder befahrbar werden.

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Tagestour Grand Canyon du Verdon - 173 km

Die Verdonschlucht habe ich mit meiner Mitreisenden noch ein zweites Mal befahren. Allerdings in umgekehrter Richtung zu meinem ersten Ausflug, also zunächst über die Corniche Sublime und dann die Nordroute. Fahrspaß garantiert Allerdings hatte ich die Runde noch durch die Route de Crete erweitert, die weitere tolle Ausblicke in die Schlucht zu bieten hat. Fotos habe ich nur noch wenige gemacht und mich mehr auf den Fahrspaß konzentriert.

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Tagestour Gorges Supres du Cians - 357 km

Heute wollte ich eine etwas längere Tagestour unternehmen. Ziel waren die Schluchten Gorges Supres du Cians und Gorges de Deluis. Es war zwar etwas windig, der Mistral war recht fleißig, aber dafür war die Luft frisch und die Temperaturen angenehm. Zunächst war die Frage zu klären, ob ich durch die Verdonschlucht oder die Gorges de Châteauxdoubles fahren wollte. Ich entschied mich für die zweite Route und so ging es dann um 10 Uhr los.

Von Aups fuhr ich zunächst über die D557 durch Villecroze und weiter nach Draguignan. Dann weiter über die D955 durch die Gorges de Châteauxdoubles bis Copms-sur-Artuby und über die N85 nach Castellane. An der Route Napoleon machte ich einen kleinen Zwischenstopp an einer Gebirgswiese. Das Panorama war wieder einmal super und auf der Wiese wuchsen bunte Blumen.

Ob das eine Diestel ist? Blume

Hier gab es erst einmal eine kleine Pause und es sollte auch getankt werden, was an einem Sonntag ja nicht immer ohne Probleme sein muss. Die deutschen Kreditkarten funktionieren an den französischen Tankstellen nicht und da sonntags die Tankstellen an den Supermärkten meist auf Kartenbetrieb gestellt sind, kann es mit dem Treibstoff schon mal eng werden. Leider war keine offene Tankstelle zu finden und so ging es erst einmal ohne nachfüllen weiter.

Frühstückspause in Castellane

Ab Castellane ging es dann am Ufer des Lac de Castillon auf der D955 weiter, dann bog ich rechts auf die N202 in Richtung Annot ab. Der Wind war nun doch sehr kräftig geworden und ich musste acht geben, um auf meiner Fahrbahn zu bleiben. Besonders unangenehm war dabei, dass es sich um kräftige Windböen handelte, die nur schwer vorauszusehen waren. Die Straße führt durch ein breites Tal und ist mit einigen Tunneln und Durchfahrten versehen, nach denen man besonders auf den Wind achtgeben sollte.

Hochtal Gut ausgebaute Straßen

An der Abzweigung zu Annot versuchte ich mein Glück bei der Tankstellensuche in Annot. Ich war erfolgreich und tankte an einer doch sehr herunter gekommenen kleinen Tankstelle. Eigentlich war es keine Tankstelle mit Selbstbedienung, aber der Tankwart verfolgte gerade die Tour de France in seinem Häuschen und so war ich selbst aufgefordert, den Tank zu befüllen. Mit vollem Tank ging es auf der N202 weiter in Richtung Puget-Thériers und kurz vor Touêt-sur-Var bog ich dann links in den Gorges Supres du Cians auf der D28 ab.

Loch im Berg Eingang zur Schlucht

Sofort zu Beginn zeigte sich diese Schlucht von ihrer imposantesten Seite. Die Straße schlängelt sich zwischen hohen und steilen Felswänden durch, der Geruch nach Pinien strömte durch die Schlucht. Ich kam mir etwas winzig vor, zwischen diesen hohen Felswänden. Es ist doch enorm, was die Natur für Landschaften hervor bringt. Durch die Erosion entstehen Schluchten und Felswände, die sich so tief in das harte Felsgestein eingraben.



Blick in die Schlucht Hohe Zinnen Schmale Straße Die Schlucht wird breiter Erosion an den Wänden

Im weiteren Verlauf war der "rote Berg" noch sehr auffällig. Das Felsmassiv war aus tiefrotem Gestein und viel somit sofort ins Auge. Dann ging es hoch hinaus und es wurde richtig alpin.

Motos in der Schlucht Dunkelrote Felsen aus der Ferne kurze Pause

Zunächst kam das Dorf Beuil, dass im Winter eindeutig mit Wintersport die Touristen anlockte. Immerhin befindet sich Beuil in einer Höhre von 1440 Metern über dem Meeresspiegel. Von Beuil ging es auf der D28 weiter nach Valberg, ebenfalls ein Wintersportort auf rund 1673 Metern Höhe. Direkt nach Valberg wurde man durch ein grandioses Panorama der Bergwelt gefangen genommen.

Der Ort Valberg

Der Blick über die Bergmassive im Parc National du Mercantour. Das Foto kann den gewaltigen Eindruck leider nicht vollständig vermitteln.

Gebirgspanorama bei Valberg

Nach dem Fotoshooting ging es weiter nach Guillaumes. Hier beginnt die Gorges de Dalauis, die sich durch die zahlreichen kleinen Tunnels auszeichnet. Landschaftlich natürlich ebenfalls beeindruckend, hier gibt es den roten Fels ebenfalls reichlich zu sehen. Einige Wasserfälle schmücken die Schlucht und kleine Raststätten an besonderen Natur-Sehenswürdigkeiten laden zur Pause und vor allem zum Staunen ein.

Die Straße schlängelt sich am Schluchtrand entlang Wasserfall Immer noch reichlich rote Felsen

Am Ende der Schlucht trafen wir wieder auf die N202, der ich nun in Richtung Annot folgte. Der böige Wind war immer stärker geworden und es machte nun doch mehr Mühe, ordentlich zu fahren. An der Durchfahrt eines Felsbogens am Col de Toutes Aures erwischte eine Windböe mich dann so kräftig, dass mein Motorrad auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde. Gegenwehr war völlig zwecklos und ich konnte von Glück sprechen, dass es gerade keinen Gegenverkehr gab. Es war eine sehr hohe Konzentration notwendig und so wurde es doch auch anstrengend, diesen Ausflug ordentlich zu beenden.

windiges Tal

Auf dem Teilstück zwischen Annot und St-Julien-du-Verdon machte ich dann erst einmal eine Kaffeepause. Das Lokal durch die Straße von seinem "Biergarten" getrennt, in dem schon eine Gruppe Motorradfahrer pausierte. Bestellen musste man im Lokal, geliefert wurde dann durch die Bedienung, die auch gleich das Geld kassierte. Durch ein kühles Getränk und eine Kaffee gestärkt ging es nur weiter heimwärts.

Bis Castellane kam ich nur schleppend weiter, weil ein französischer Sonntagsfahrer eine beträchtliche Autoschlange hinter sich versammelt hatte und das Überholen auf der kurvigen, unübersichtlichen Strecke etwas Zeit brauchte. Nach Castellane fuhr ich die Strecke des Hinweges zurück. In Castellane war eine weitere Pause fällig. Hier bot sich eine Überraschung dar, eine Militärparade der besonderen Art fand hier statt. Ob es sich wohl um ein schottisches Regiment handelte? Die Musik mit den Dudelsäcken war jedenfalls sehr beeindurckend und nur ganz wenig mediterran geprägt.

Musikalischer Umzug in Castellane Ob das Schotten waren?

Eigentlich wollte ich auf der D51 über Châteaudoubles, Ampus und Tourtour abkürzen, aber durch eine Übung des Militärs war die Strecke nach wenigen hundert Metern gesperrt, so dass ich dann doch über Draguignan gefahren bin. Die letzten 30 Kilometer gingen dann noch gegen die tief stehende Sonne, was das Fahren nicht gerade angenehm gestaltete. Zurück auf dem Campingplatz war ich dann doch etwas erschöpft, eine 350 km Runde in den Seealpen ist nun doch keine Kleinigkeit. Wie viele Kurven mochte ich heute wohl gefahren sein?

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Tagestour Moustiers-Ste.-Marie - 103 km

Heute war meine Mitreisende also Tourguide gefordert. Ich weigerte mich strikt wieder vorneweg zu fahren und ihr blieb nun nichts anderes übrig, als entweder alleine loszuziehen oder sich der Situation zu stellen. Sie schlug vor, zunächst nach Moustiers zu fahren. Da hatte ich nicht gegen und wir machten uns einmal mehr in Richtung Verdonschlucht auf den Weg.

Das Dorf Moustiers An eine Felswand geduckt Hier geht es zur eigentlichen Sehenswürdnigkeit hinauf

Sie wählte die D957 und wir gelangten schnell nach Moustiers. Hier besichtigen wir das Dorf, zu den historischen Stätten auf dem Berg wollten wir jedoch nicht wandern. Bei den Temperaturen kann es kein Vergnügen sein, in der Lederkombi einen Berg hinauf zu klettern. Das Dorf war schön anzuschauen, es war ganz nebenbei auch eine Skulpturenausstellung zu bewundern.

Künstlicher Stern Die alte Kirche Ritterspron als Unkraut Skulpturen am Bach

Es ging auf der D56 weiter in Richtung Digne, nach wenigen Kilometern zweigt die D952 links nach Riez ab, der wir folgten. Bei Riez gibt es zum Glück noch einige ausgiebige Lavendelfelder. Sie kündigen sich schon lange bevor man sie sehen kann durch ihren intensiven Geruch an. Machne Menschen fühlen sich bei dem betörenden Geruch an Badewasser erinnert, aber die meisten genießen den lieblichen Lavendelduft. Nachdem wir einige lila Fotos gechossen und mit den vielen Bienen im Lavendelfeld gekämpft hatten machten wir uns wieder auf den Weg. Es ging weiter auf der D11 nach Quinson, über die D13 nach Montmeyan, über die D71 nach Tavernes bis Bariols. Anschließend fuhren wir über die D560 in Richtung Salernes und ab Sillians ging es links auf die D72 nach Aups zurück.

Es gibt ihn also doch noch Moto im Lavendelfeld

Es ist schon ein Unterschied, ob man als erster Fährt oder nur hinterher fahren darf. Es ist wesentlich entspannter, sich um nichts kümmern zu müssen und einfach links und rechts die Landschaft zu genießen, anstatt auf Straßenverlauf, Verkehr, Mitreisende und die Route achten zu dürfen. Dies stellte sogar meine Mitreisende fest, die nach dieser gewaltigen Tagestour von rund 100 km am Abend wieder einmal mehr sehr früh und rechtschaffend müde in den Schlafsack kroch. Ich machte noch eine Stippvisite ins Dorf, dort war aber auch tote Hose und ich kehrte bald zum Campingplatz zurück.

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Tagestour Fayence - 145 km

Meine Mitreisende war wieder mit der Tourguide-Rolle bedacht. Sie suchte eine kleine Rundfahrt aus, bei der das Dorf Fayence Ziel sein sollte.

Zunächst ging es über Vilelcroz nach Draguignan und dann über die schöne D562 in Richtung Grasse weiter. Hier sollte es eigentlich bis zur D563 gehen, um dort links nach Fayence zu kommen. Aber wie das eben so ist, kann man schon mal die Orientierung verlieren und meine Mitreisende bog links auf die D54 in Richtung Figaniéres ab. Warum auch nicht, der Ortsname liest sich schließlich fast wie Faynece und vielleicht ist es dort ja auch ganz schön. Kurze Zeit später wurde bemerkt, dass die Lanschaft und Ortsnamen nicht mehr mit der Karte übereinstimmen. Was konnte nur passiert sein? Wie konnte der Kartograph sich nur so irren? Oder lag es einfach nur an dem Miniaturkartenwerk in Form eines kleine Buchs im Postkartenformat, dass man oder frau beim Umblättern so leicht den Anschluss verlor?

Plan B musste nun greifen, meine Mitreisende bezog mich in die weitere Planung intensiv ein und wir beschlossen, die geplante Runde quasi in umgekehrter Reihenfolge zu fahren. Von Figaniéres ging es weiter nach Callas und dann über die D25 nach Bargemon.

Eigentlich sollte der Col du Bel-Homme bezwungen werden, aber da die Straßen wieder so widerspenstig waren, ging es dann doch direkt über die D10 nach Seillans und Fayence. In Fayence sollte dann ein Kaffee genommen werden, die Straße in den Ort folgt einigen Serpentinen. Ein Schlepper mit Kran fuhr vor uns und meine Mitreisende kroch im Dieseldunst hinterher. Nachdem ich schon unter mittelschweren Erstickungsanfällen leiden musste, überholte ich das Gespann einfach. Meine Mitreisende begründete ihre Fahrtaktik damit, dass sie ja schließlich nach einem Café Ausschau halten musste und aus diesem Grund hinter dem LKW geblieben ist.

Aus dem Kaffee wurde dann für meine Mitreisende ein Crepe mit Kaffee, ich blieb weiter auf Diät und genoss meinen Grand Café noir. Dann ging es die Serpentinen wieder abwärts auf der D563 erreichten wir die Dd562 und fuhren zurück in Richtung Draguignan.

Auf dieser schnellen und kurvenreichen Strecke konnte ich leider nicht weiter hinter der Genussfahrerin herfahren und drehte etwas mehr am Griff. Nach guten 20 km fuhr ich dann rechts heran und machte eine kleine Pause, um auf meine Mitreisende zu warten. Nach kurzer Beratschlagung wollten wir die Tour noch etwas ausdehnen und über les-Arcs nach Lorgues fahren.

Da die Abzweigung nach les-Arcs nicht gefunden werden konnte, ging es dann doch durch Draguignan und dann über die D562 nach Lorgues. Weiter ging es in Richtung Carcés, ich hatte mittlerweile die Führung der Tour geerbt. Dann ging es über kleinste Straßen (D31) nach Entrecasteaux und Salernes. Von hier aus fuhr ich über die D31 weiter nach Aups.

Am Supermarché machten wir unsere Einkäufe und kehrten zum Campingplatz zurück. Die Beschreibung der, wie immer aufregenden, Abendgestaltung lasse ich heute mal aus.

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Tagestour Cote A'zur und Massif des Maures - 230 km

Für heute hatten wir uns einen Ausflug zum Mittelmeer vorgenommen. Ich wollte Emmerich besuchen, den ich aus den Vorjahren her kannte und der in Cogolin wohnte. Außerdem wollten wir das Meer mal in Augenschein nehmen. Erstes Ziel war also Cogolin.

Wir fuhren über Salernes und Lorgues nach Vidauban. Dann ging es weiter über die D48 nach la Planes. Hier wird schon viel Wein angebaut und das Massif des Maures kam immer näher.

Wein Es gibt auch gerade Straßenabschnitte Massif des Maures

Ab les Planes ging es über la-Garde-Freinet und Grimaud nach Cogolin. Die Bergaufetappe nach la-Garde-Freinet ist sehr kurvenreich, aber leider auch viel befahren. Meinen Überholmarathon stellte ich ein, als auf der doch recht engen Straße mehrere Reisebusse vor mir auftauchten, die in den Kurven doch die ganze Straßenbreite nutzten. Wer weiss, ob der Busfahrer in den Rückspiegel schaut, bevor er ausschert.

Die Taletappe in Richtung Grimaud war mit einem frischen Straßenbelag versehen und ist sehr breit ausgebaut. Hier kann man es so richtig fliegen lassen. Viel zu schnell erreicht man Grimaud und muss sich ab hier wieder an schmalere Straßen gewöhnen.

In Cogolin angekommen versuchte ich Emmerich auf seinem Handy zu erreichen. Fehlanzeige, ein mir unverständlichern Ansagetext tönte aus meinem Handy. Beim Festnetzanschluß meldetet sich auch nur der Anrufbeantworter. Nun gut, dachte ich mir, dann wird Emmerich wohl nicht zuhause sein. Angemeldet hatte ich meinen Besuch ja nicht.

Also ging es weiter nach Saint Tropez, wo wir die Mittagszeit verbringen wollten. Meine Mitreisende war wohl über den dichten Verkehr und die Fahrweise der Franzosen irritiert und verlor mich, obwohl sie eigentlich ganz dicht hinter mir war. Nun gut, wir hatten ja die Handys dabei und würden uns wohl wiederfinden.

Blick auf den alten Hafen Das Meer ist doch schön ... Mehr Meer

Wir kauften noch etwas essbares ein und vor allen Dingen kaufte ich mir eine große Flasche Wasser. An der Küste war es doch deutlich wärmer als in Aups und ich hatte das Gefühl, das Mineralwasser verdampfte direkt auf meiner Zunge. Nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt. Am Hafen war das übliche Getümmel, das nach wie vor sehenswert ist.

Wir wollten uns noch die Küstenstraße in Richtung Hyéres gönnen und machten uns auf den Weg. Zunächst ging es am Strand Plage de Pampelonna entlang und in la-Croix-Valmer fuhren wir auf der wunderschönen Küstenstraße bis nach Bormes. In Bormes bewunderte ich die blühenden Mimosen, die in voller Pracht an den Mauern wuchsen.

Bormes Mauer mit Mimosen

An einem Parkplatz machte ich noch Rast, um einen Blick über das Mittelmeer zu werfen. Die Boule-Spieler schauten mich an, als ob ich von einem anderen Stern kommen würde. Ob das wohl an der Leder-Kombi lag? Immerhin zeigte das Thermometer etwas über 30 Grad an und mir lief zugegebener Weise, der Schweiß schon aus den Stiefeln. Der Blick auf das Mittelmeer entschädigte mich aber für diese Strapazen.

Der Nationalsport in der Provence Super Meerblick

Die Autofahrer, die hier ihr Fahrtzeug geparkt hatten, mussten ein großes Vertrauen in die Boule-Spieler haben. Ob das wohl alles ohne Beulen abgegangen ist?

Die Autos stören beum Boule nicht wirklich

Dann verließen wir Bormes wieder in Richtung Colobieres. Es ging auf einer ganz kleinen Passtraße über das Massif des Maures, die für LKW gesperrt ist. Über den Col de Babaou ging es nach Collobriers. Hier gab es noch eine kleine Kaffeepause direkt am Marktplatz.

In der Wildnis Kaum Platz zum Parken

Von Collobriers fuhren wir auf kleinsten Straßen weiter nach Gonfaron und Flassance. Dann ging es über Cabasse zum Lac de Carces, an dem wir eine kleine Pause machten. Zu guter letzt ging es über Cotignac und Salernes wieder zurück nach Aups.

Der Ausflug ans Meer hatte mir sehr gut gefallen. Zum einen sind die Straßen hier ebenfalls super geeignet, um schön Motorrad fahren zu können. Zum anderen ist das Flair an der Cote a'zur immer noch etwas ganz besonderes für mich. Hier könnte es mir schon sehr gut gefallen, wenn nur die Preise nicht so astronomisch hoch wären.

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Tagestour Dörfer der Umgebung - 107 km

Heute sollte es noch einmal eine kleine Dörferrundfahrt geben. Über die D9 ging es zunächst nach Moissac-Bellevue. Die schöne Aussicht war hier tatsächlich gegeben. Dann weiter nach Baudinard und Montpezat. Hier waren die Straßenverhältnisse wirklich schlecht und es schüttelte mich heftig durch. Ich folgte dem Seeufer bis nach St.Laurent-du-Verdon und dann weiter nach Quinson. Hier gab es eine Kaffeepause. Dann weiter nach Montmeyan und Tavernes bis Bariols. Hier war die nächste Pause im Café am Dorfplatz fällig. Über die D560 fuhr ich dann nach Sillians und über die D22 zurück nach Aups. Das war wahrlich keine große Tour, aber durch die teilweise schlechten Straßen und die häufigen Pausen dauerte die Tour dann doch recht lange.

Aufgrund der Festivitäten am Abend konnten wir ja auch keine lange Tagestour machen. Immerhin war heute Nationalfeiertag und in allen Dörfern war Fête angesagt. Auch Pierre hatte etwas vorbereitet, in seinem Restaurant gab es Livemusik und Tanz.

Tanz auf dem Campingplatz

Ich hatte am Vorabend einen Tisch reserviert, damit man nicht nur den ganzen Abend stehend verbringen musste. Die Parties bei Pierre waren immer gut besucht und auch die Stimmung lies nichts zu wüschen übrig. Die engagierte Combo gab alles, vom französischen Chanson bis hin zu moderner Tanzmusik reichte das Programm. Das Essen war sehr gut, ich genoss den Salade chevre chaud. Abends um 23 Uhr gab es im Dorf noch ein Feuerwerk, leider verpasste ich den Beginn und vom Campingplatz konnte man es nicht so gut sehen. Erstaunlich war, dass trotz der Waldbrandgefahr völlig hemmungslos riesige Fererwerke abgebrannt wurden. Das es nicht zu neuen Waldbränden kam, ist wirklich ein Wunder.

Lecker Rosé

Meine Mitreisende verschwand dann auch in Richtung Zelt, was soll man dazu nur sagen, bis 23 Uhr aufzubleiben war absoluter Rekord auf der nach oben offenen Skala für Feierlichkeiten. Das schadet bestimmt dem Teint.

Ich war meinem Körper gegenüber da rücksichtsloser und blieb noch ein Weilchen auf der Fête.

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Ruhetag

Durch den hohen Reifenverschleiß, insbesondere am Hinterreifen meiner Mitreisenden und an meinem Vorderreifen, beschlossen wir die Rückreise. Ob wir noch eine Alpenetappe einlegen sollten, wollten wir in Digne entscheiden, dass auf unserer Rückreiseroute eine geeignete Stelle war, um in die Hochalpen abzubiegen. Ansonsten verbrachte ich den Tag am Pool und im Dorf und machte ganz auf Urlaub.

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Aups - Arbois - 546 km

Der Tag der Rückwärtsbewegung war nun gekommen. Aufgrund der Materialsituation, abgefahrene Reifen, hatten wir beschlossen, die Rückreise anzutreten. Die Entscheidung war nicht leicht gefallen, das Wetter sowie Land und Leute tragen nicht gerade zu Heimweh bei. Aber auf die Schnelle einen Reifenhändler zu finden, der die benötigten Fabrikate vorrätig hat, schien uns zu illusorisch. Zumal noch die Sprachbarriere hinzugekommen wäre, die aber sicherlich lösbar gewesen wäre. Die Idee, auf der Rückfahrt die Alpen ausgiebig zu befahren, wurde ebenfalls verworfen. Wer möchte schon mit abgefahrenem Vorderreifen über die Alpenpässe kacheln? Die Entscheidung stand fest und wir brachen unsere Zelte ab. Die Geschwindigkeit des Abbaus und das Aufrödeln des Gepäcks war dabei durchaus unterschiedlich. Während ich schon eine dreiviertel Stunde hätte unterwegs sein können, stand das Zelt meiner Mitreisenden immer noch. Das löst dann doch bei mir ein leichtes Grummeln aus.

Nach dem Aufstehen Immer noch nicht abgebaut

Wir brachen dann doch endlich auf und fuhren zunächst nach Digne-les-Bains. Dann ging es weiter über Sisteron in Richtung Grenoble. Als Tagesziel hatten wir und "nördlich von Grenoble" gesetzt. Pausen wurden nicht so viele gemacht, lediglich zum Frühstück und Tankpausen waren notwendig.


Frühstückspause in Serres

Mittags machten wir am Col de la Croix Haute Rast, die Passhöhe war wohl ein beliebter Treff für Motorradfahrer aus Grenoble und Umgebung.

Am Col de la Croix Haute Rast Karges Mittagsmahl Voll bepackt

Nach Grenoble ging es nördlich weiter und über Chambêry und Aix-les-Bains in Richtung Arbois. Der Lac du Bourget bot sich in einem schöneren Licht dar, als auf der Hinfahrt. Ein bischen Wehmut macht sich ebenfalls breit, da die Heimreise ja auch trotz der schönen Landschaft und des Fahrspaßes das nahe Ende des Urlaubs bedeutet.

blick auf Aix-les-Bains

Bis Arbois haben wir es dann geschafft, hier war das Sitzfleisch quasi genug strapaziert und wir wollten nicht mehr weiter. Das war ja auch nicht so schlimm, wir hatten ja genügend Zeit für unsere Rückfahrt. Darüber hinaus war die Schlagdistanz für den zweiten Heimreisetag auch erreicht, so dass wir davon ausgehen konnten, morgen die heimatlichen Gefilde zu erreichen.

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Arbois - Gelsenkirchen - 760 km

Um die letzte Etappe ebenfalls gut zu bewältigen zu können, ging es morgens um 8 Uhr schon los. Das Gepäck war auf den Motorrädern verstaut und der Heimreise stand nichts mehr im Wege. Bis Montbéliard wurde noch auf den Landstraßen gefahren. Das Tal der Doubs ist wirklich landschaftlich schön und bietet noch die ein oder andere Kurve. Etwas wehmütig ist mir schon zu Mute, geht der Urlaub doch nun unweigerlich dem Ende zu.

Packesel

In Montbéliard fuhren wir auf die Autobahn und bis zur Grenze kamen wir auch gut voran. Mein Reisepartner bat um ein Maximaltempo von 130 km/h, sogenanntes Rasen war nicht erwünscht. Ich kündigte an, über Köln heimwärts fahren zu wollen. Als ich am Frankfurter Kreuz in den Rückspiegel sah, war von meinem Reisepartner nichts zu sehen. Da ich Tanken bald musste fuhr ich auf die nächste Raststätte und machte mir Sorgen.

Hatte der Reifen ganz aufgegeben oder war vielleicht ein Unfall passiert? Sollte ich die Autobahnpolizei kontaktieren, um nachzuhören? Plötzlich meldete sich mein Handy, eine SMS war eingetroffen. Man war in Richtung Frankfurt unterwegs und hatte sowieso nicht verstanden, warum es über Köln weitergehen sollte. Ich muss schon sagen, da war ich doch geplättet. Sich klammheimlich aus dem Staub zu machen ohne vorher Bescheid zu geben - auf solche Mitreisenden kann ich gut verzichten. Wer 4.000 km gemeinsam mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte auch die letzten 250 km zusammen fahren und sich nicht einfach ausklinken.

Den Rest der Strecke fuhr ich mein Reisetempo und kam am Nachmittag gut zuhause an.

Wieder daheim

Mein Fazit

zu dieser Motorradtour ist trotz aller Seltsamkeiten überwiegend positiv. Ich habe die meisten Dinge mit Humor gesehen und so vermieden, dass Erholung und Spaß in meinen Urlaub ernsthaft leiden. Wenn man mit anderen Menschen unterwegs ist, muss man mit den Eigenheiten der anderen Person auch leben können und eine gewisse Kompromissbereitschaft und Toleranz an den Tag legen. Eines ist mir nach diesem Urlaub klar geworden. Selbst wenn man im Vorfeld eines Urlaubs einige Tagestouren mit potenziellen Reisepartnern zum besseren Kennenlernen unternimmt, gibt es doch wesentliche Unterschiede zu einem 3-wöchigen Urlaub. Insbesondere wenn die Urlaubsreise zu zweit unternommen wird, muss man sich mit einem Reisepartner permanent auseinander setzten und hat nur wenig Ausweichmöglichkeiten.

Die andere Art des Motorradsreisen mit mehrtätigen Aufenthalten hat durchaus positive Aspekte, wenn auch das Kennenlernen von Land und Leuten sich stärker auf die jeweiligen Regionen konzentriert.

Im nächsten Jahr werde ich gerne wieder einen Motorradurlaub in die Planung aufnehmen und auch gerne wieder mit anderen motorradbegeisterten Menschen reisen. Dabei ist mir wichtig, dass ein breiter Grundkonsenz für die Reise vorhanden ist und im Urlaub tatsächlich gelebt wird. Eine mehr oder weniger one-man-show, bei der ich permanent den Tourguide mache und mich wie in diesem Jahr zudem um fast alle alltäglichen Dinge kümmern muss, wird es so nicht mehr geben. Das lag zum Teil natürlich auch an dem körperlichen Handicap der Mitreisenden. Zukünftig würde ich in vergleichbarere Situation lieber alleine (weiter)reisen, der Unterschied zu diesem Urlaub wäre eh nicht so groß. zurück zur Reiseroute